Gesundheit
Schon 46 Fälle
NEUMARKT. Im letzten Jahr gab es im Landkreis 65 gemeldete Infektionen durch Salmonellen. Heuer wurden bereits 46 Fälle bekannt.
Bei Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Erbrechen ist häufig ist eine Infektion mit Salmonellen die Ursache, erklärte der Chef des Neumarkter Gesundheitsamtes, Medizinaldirektor Dr. med. Heinz Sperber. Bei Einhaltung einiger Grundregeln können die meisten Lebensmittelinfektionen allerdings verhindert werden.
Salmonellen kommen weltweit in Geflügel, Schweinen und Rindern vor. Meist erfolgt die Infektion durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel.
Besonders in den warmen Sommermonaten können Lebensmittel leicht verderben.
Krankheitserreger wie zum Beispiel Salmonellen können sich in Speisen mit Meeresfrüchten, Lebensmitteln mit rohen Eiern, in Backwaren mit nicht durchhitzter oder nicht durchgebackener Füllung, in Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalaten sowie in selbstgemachten Mayonnaisen und Soßen bei höheren Temperaturen sehr schnell vermehren, erklärte Sperber.
Deshalb müssen Lebensmittel richtig zubereitet und aufbewahrt werden. Das Neumarkter Gesundheitsamt gab dazu einige Tipps:
- Rohes Fleisch, insbesondere Geflügel, sollte nicht mit anderen Lebensmitteln zusammen zubereitet werden.
- Benutzte Arbeitsflächen müssen gründlich gereinigt werden.
- Lebensmittel, die nicht mehr einwandfrei aussehen, riechen, oder eine Geschmacksveränderung aufweisen, sollten weggeworfen werden.
- Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten „Risikolebensmittel“ wie zum Beispiel Eier oder Hackfleisch nur durchgegart verzehrt werden.
- Leicht verderbliche Waren wie rohes Fleisch oder Geflügel sollten im Kühlschrank getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden.
- Da Fliegen Bakterien verschleppen können, sollten fertige Speisen immer abgedeckt werden.
29.07.10
92 tödliche Herzinfarkte
NEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt verstarben im letzten Jahr 92 Menschen an einem Herzinfarkt. Davon waren 56 Männer und 36 Frauen.
Die Zahl der Herzinfarktereignisse liegt natürlich wesentlich höher, sagte am Freitag der Leiter des Neumarkter Gesundheitsamtes, Medizinaldirektor Dr. med. Heinz Sperber. Geschätzt dürften sich im Landkreis pro Jahr etwa 500 bis 600 Herzinfarkte ereignen.
Viele Herzinfarkte könnten jedoch vermieden werden, wenn folgende acht Regeln beachtet würden:
- Gewicht reduzieren! - Etwa ein Viertel der Männer und Frauen sind bei uns eindeutig zu dick.
- Rauchen einstellen! - Ein Drittel der Männer und ein Fünftel der Frauen sind regelmäßige Raucher.
- Mehr Bewegung! - Etwa die Hälfte der Männer und Frauen treiben überhaupt keinen Sport.
- Gesündere Ernährung! – Etwa die Hälfte der Männer und etwa ein Viertel der Frauen ernähren sich falsch.
- Weniger Alkohol! – Ein Viertel der Männer und ein Fünftel der Frauen trinken mehr, als ihnen gut tut.
- Weniger salzen! – Ein Großteil der Männer und Frauen verzehrt zu viel Salz.
- Cholesterinwerte senken! – Fast Dreiviertel der Männer und Frauen im höheren Alter haben einen zu hohen Cholesterinwert.
- Blutdruck kontrollieren! – Etwa 40 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen in höherem Alter haben entsprechend hohe Blutdruckwerte.
Natürlich kann auch bei Einhaltung aller Regeln ein Herzinfarkt nicht zu 100 Prozent vermieden werden, aber ein großer Teil ist durch konsequente Vorbeugung bestimmt möglich, sagte Sperber.
24.07.10
Zertifikat für Krebszentrum

Prof. Dr. Heinz Scholz und Vorstand Peter Weymayr
NEUMARKT. Als achtes Zentrum in Bayern konnte das Gynäkologische Krebszentrum Neumarkt das offizielle Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft entgegennehmen.
Prof. Dr. Heinz Scholz, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Gynäkologischen Krebszentrums, betonte am Mittwoch, mit der offiziellen Zertifizierung wird eine lange Vorbereitungszeit aller Beteiligten gewürdigt, und hob die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit des Klinikums Neumarkt hervor.
Nachdem an der Frauenklinik Neumarkt bereits das Brustzentrum seit 2006 erfolgreich zertifiziert und weiterentwickeln worden war, wurde nun auf diesem Fundament das Gynäkologische Krebszentrum entwickelt, welches sich in vielen Bereichen auf die Strukturen, Erfahrungen und das Personal des Brustzentrums stützt.
Neues Leitbild
NEUMARKT. Nach vier Jahren wurde das Leitbild der Kliniken des Landkreises Neumarkt überarbeitet.
Dies wurde im Rahmen der Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft am Mittwoch bekannt.
Eine Gruppe von Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen habe das Leitbild für das Klinikum Neumarkt und das Kreiskrankenhaus Parsberg grundlegend überarbeitet.
Das vier Jahre alte Leitbild wurde an mehrere Patienten und Kooperationspartner verteilt, die anhand eines Fragebogens die einzelnen Punkte beurteilen konnten. Nach der Auswertung der Fragebögen entstand das neue Leitbild. Es soll in kurzer und prägnanter Form die wesentlichen Inhalte der Unternehmenskultur formulieren und somit als langfristige Grundlage des strategischen und operativen Handelns dienen, hieß es.
I. Umfassende Patientenzufriedenheit ist unser gemeinsamer Anspruch
Respekt, Freundlichkeit, Wertschätzung und Verbindlichkeit sind die Grundlagen unseres Handelns. Wir legen großen Wert auf individuelle Betreuung und menschliche Zuwendung in einer vertrauensvollen Atmosphäre. Durch Beratung und gezielte Information fördern wir die Eigenständigkeit und respektieren dadurch die Selbstbestimmung jedes Patienten.
II. Fachkompetenz garantiert höchste Versorgungsqualität
Beste medizinische und pflegerische Versorgung in Diagnostik und Therapie nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist unser Standard. Aktive, kontinuierliche Weiterbildung und Qualifizierung sind daher fester Bestandteil unserer Mitarbeiterförderung. Für exzellenten Service und höchste Sicherheit der Behandlung engagieren sich Fachkräfte aller Berufsgruppen.
III. Ein Team für den Erfolg
Unser Arbeitsklima ist geprägt durch Kollegialität, gegenseitigen Respekt und Vertrauen. Wir fördern innovative Ideen, Eigenständigkeit und teamorientiertes Verhalten. Transparenz der Entscheidungen und umfassende Information tragen wesentlich zur Motivation unserer Mitarbeiter bei.
IV. Hand in Hand mit unseren Partnern
Um permanente Versorgungsqualität auf höchstem Niveau zu garantieren, arbeiten wir eng mit ausgewählten, qualifizierten Partnern zusammen.
V. Zukunftssicherung durch Qualität
Regelmäßig überprüfen wir unsere Qualität und verbessern unsere Arbeitsabläufe. Dabei ist die beste Verteilung aller verfügbaren Mittel für uns selbstverständlich. Die Zukunft der Kliniken und die Arbeitsplätze der Beschäftigten werden durch hochwertige Arbeit und nachhaltig wirtschaftliches Handeln gesichert.
So hat zum Beispiel zu Punkt III ein zweitägiges Führungskolleg mit den Chefärzten stattgefunden, um die Unternehmenszielsetzung zu vertiefen und die im Leitbild gesetzten Ziele weiter gemeinsam zu verfolgen.
Die am 3. Juli durchgeführte Gesundheitskonferenz war nach Punkt IV ein Paradebeispiel für die enge Kommunikation und Kooperation mit unseren Partnern im Gesundheitswesen, mit denen wir gemeinsam an der Verbesserung der Patientenversorgung im Landkreis arbeiten.
Unter der Bezeichnung "Gynäkologisches Krebszentrum" werden Spezialzentren zur Behandlung von Tumorerkrankungen bei Frauen in Deutschland geführt. Voraussetzung für die Zertifizierung ist die besonders qualifizierte Betreuung von Patientinnen mit Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter und der Eierstöcke. Für Tumorerkrankungen der weiblichen Brust wiederum ist das Brustzentrum zuständig, das ebenfalls von Prof. Dr. Scholz geleitet wird.
Das zentrale Element des Gynäkologischen Krebszentrums Neumarkt ist die strukturierte Vernetzung aller in die Behandlung eingebundener Kooperationspartner. Diese Vernetzung ermöglicht eine umfassende Versorgung der betroffenen Frauen. Wegen klar definierter Strukturvorgaben und effizienter Prozessabläufe ist es im Gynäkologischen Krebszentrum sicher gestellt, dass jede Form der Unterstützung aktiv jeder Patientin angeboten wird.
Somit umfasst die Versorgung nicht ausschließlich medizinische Bereiche, wie beispielsweise die operative Versorgung durch Gynäkologische Onkologen mit spezieller operativer Ausbildung oder die optimierte Verabreichung begleitender Therapien wie einer Chemotherapie oder Strahlentherapie, sondern insbesondere auch die Unterstützung durch Psychoonkologen, Sozialdienst, Physiotherapie, Stomaversorgung, Sanitätshäuser, Perückenstudios, Seelsorge, Selbsthilfegruppen, ambulante Pflegedienste, ambulante Hospizbetreuung und viele andere Einrichtungen.
Eine weitere entscheidende Rolle in der Patientenversorgung spielt die Pflege, sowohl auf den Stationen wie auch in den Funktionsbereichen im OP und auf der Intensivstation. Aufwändig ausgebildete „Breast Care Nurses“ und onkologische Fachpfleger garantieren auch für Krebspatientinnen eine optimale Pflegeversorgung.
Die organisatorische Koordination des Gynäkologischen Krebszentrums und des Brustzentrums wird durch den Zentrumskoordinator, Oberarzt Kari Buss, sichergestellt. Er organisiert auch seit Jahren erfolgreich eine wöchentlich stattfindende, interdisziplinäre Tumorkonferenz. In dieser Tumorkonferenz wird jeder Fall einer Krebspatientin gemeinsam von Operateur, Onkologen, Strahlentherapeut, Radiologen, Nuklearmediziner und Pathologen, sowie vom zuweisenden Arzt analysiert und ein individualisierter Therapievorschlag erarbeitet, damit dieser im Anschluss mit der Patientin besprochen und angeboten werden kann.
Die Zertifizierungsvoraussetzungen als Gynäkologisches Krebszentrum wurden von Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe entwickelt. Sie orientierten sich dabei an den existierenden Prüfungsverfahren für Brust- und Darmzentren, die am Klinikum Neumarkt ebenfalls bereits etabliert sind.
Nach der Erstzertifizierung und Anerkennung als Gynäkologisches Krebszentrum wird die Behandlungsqualität der Einrichtung jedes Jahr in einem zweitägigen Audit durch die Deutsche Krebsgesellschaft erneut überprüft, um eine permanente Weiterentwicklung von Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität zu ermöglichen.
Der Gesamteindruck des Zertifizierungsteams der Deutschen Krebsgesellschaft bei der Erstüberprüfung im April war hervorragend. Besonders angetan war man von der exzellenten baulichen, strukturellen und technischen Ausstattung, den effizienten Arbeitsabläufen, der außergewöhnlich guten Zusammenarbeit der Kooperationspartner und der hohen Motivation der Beschäftigten.
Vorstand Peter Weymayr betonte, dass das Gynäkologische Krebszentrum eine konsequente Weiterentwicklung der Zentrenbildung am Klinikum Neumarkt darstellt. In den vergangenen Jahren wurden bereits mit großem Erfolg das Brust-, Darm- und Prostatakarzinomzentrum etabliert, weitere Zentren sollen noch folgen.
In Zeiten knapper finanzieller und personeller Ressourcen sei es den Verantwortlichen des Klinikums und den kooperierenden Partnern gelungen, für die Region Neumarkt ein neues Zentrum zu etablieren, das nicht nur den Landkreis Neumarkt versorgen könne, sondern auch benachbarte Landkreise und angrenzende Regionen auf die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsregion Neumarkt aufmerksam machen werde.
21.07.10
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