Bund Naturschutz Neumarkt

2700 Neumarkter unterschrieben

NEUMARKT. Für das Bürgerbegehren "Bäume erhalten - Stadtpark ökologisch gestalten" wurden weit mehr Unterschriften gesammelt als für einen Bürgerentscheid nötig.

Das teilte der Bund Naturschutz mit, der das Bürgerbegehren federführend durchführt. Unterstützung fand man dabei auch vom SPD-Ortsverein.

Vor der offiziellen Übergabe der Unterschriften im Rathaus hätte am Mittwoch noch ein Gespräch mit Oberbürgermeister Thomas Thumann, Vertretern der Verwaltung, dem Planungsbüro und BN-Vertretern stattfinden sollen, das aber nach Angaben der Naturschützer kurzfristig „aus Termingründen“ vom Oberbürgermeister abgesagt wurde. Mittlerweile wurde als Ersatztermin der 17. Mai vorgeschlagen.


Als Beauftragte des Bürgerbegehrens hält der Bund Naturschutz aber die weitere Verzögerung einer grundsätzlichen Entscheidung über die zukünftige Gestaltung des Stadtparks gegenüber den 2700 Neumarktern, die das Bürgerbegehren unterschrieben haben, für „schwer vermittelbar“. Bei einem Pressegespräch in der nächsten Woche wollen die Naturschützer über ihre weitere Vorgehensweise und die von ihnen gewünschten Änderungen der Planungen „unter Beibehaltung einer größtmöglichen Anzahl von Bäumen und Hecken“ informieren.
14.03.19

Unterschriften werden gesammelt

NEUMARKT. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Bäume erhalten – Stadtpark ökologisch gestalten" sind zuversichtlich, genug Unterschriften zu erhalten.

Am Mittwoch und am Freitag können "alle Baumfreunde" ihre Unterschrift im Bürgerbüro der SPD im Parkhaus Ringstraße leisten, hieß es von der SPD, die das Bürgerbegehren unterstützt (wir berichteten mehrfach). Die Unterschriftenlisten liegen an beiden Tagen von 16 bis 18 Uhr aus. Unterschriebene Listen können auch in den Briefkasten der SPD am Bürgerbüro eingeworfen werden.


Auch in der Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz können sich Bürger noch die ganze Woche über in die Listen für das Bürgerbegehren eintragen. Öffnungszeiten sind am Mittwoch von 9 bis 11 Uhr, am Donnerstag von 14.30 bis 18 Uhr, am Freitag von 9 bis 11 Uhr und am Montag nächster Woche von 9 bis 11 Uhr.

Man sei zuversichtlich, dass man die etwa 2200 Unterschriften für den Erhalt der Stadtparkbäume zusammenbringe und damit ein Bürgerentscheid in Gang komme, hieß es von Sigrid Schindler, Ursula Plankermann und Alfons Greiner.

Am Mittwoch und am Freitag wollen auch die "Baumschutzengel" von 14 bis 16 Uhr in der Innenstadt Unterschriften sammeln.
18.12.18

Immer weniger Bäume


Diese Eiche an der Eichenmühle prägt auch nach dem Laubfall
das Hofensemble und prägt die Landschaft
Foto: A. Greiner
NEUMARKT. Mit wachsender Sorge beobachtet der Bund Naturschutz das immer stärker um sich greifende Verschwinden von ortsbildprägenden Bäumen.

Deshalb beteiligt sich der Bund Naturschutz auch an der Aktion „Natur in der Stadt“ gemeinsam mit dem bayerischen Umweltministerium und weiteren Kooperationspartnern. Aber nicht nur in der Stadt, sondern gerade in den Dörfern gibt es immer weniger große Bäume.

Auch in der Stadt und im Landkreis Neumarkt wolle man das Thema in weiteren Aktionen aufgreifen, hieß es von den Neumarkter Naturschützern. Man wolle das Gespräch mit relevanten Geselschaftsgruppen suchen.

„Bäume gehören zur Heimat und das plötzliche Verschwinden zerstört ein Bild, eine Emotion oder auch ein Gefühl und hinterlässt eine Lücke, eine Leere, die nur schwer wieder aufgewogen werden kann“, sagte Alfons Greiner von der Kreisgruppe Neumarkt des BN. Während die Menschen bei einem Baudenkmal "massiv bis entsetzt" reagierten, bleibe der Protest bei der Vernichtung eines Zusammenspiels von Bäumen und Gebäuden meist recht leise. Erfahrungsgemäß würden das aber viele Bürger dennoch als sehr störend empfinden.


Grund für solche Eingriffe ist nach Meinung der Naturschützer neben einer notwendigen Wegesicherung oft nur falsches Sauberkeitsdenken. Schon Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe regte sich vor 200 Jahren darüber auf, dass ein von ihm geliebter Nussbaum dem Sauberkeitswahn der Frau des Hauses zum Opfer fiel. Und heute werden mehr denn je Bäume gefällt, da das Herbstlaub nicht mehr in das Denkschema vieler Menschen passe.

Unsere Heimat lebe aber von den vier Jahreszeiten und da gehöre der Laubfall einfach dazu. Und die Bodenorganismen benötigen dieses Laub, denn ohne dieses müssten viele Prozesse der Natur künstlich erzeugt werden und es kämen Milliardenschwere Kostenlawinen auf die Gesellschaft zu, hieß es. Das Eintreten für Bäume könne also keineswegs mit romantischer Gefühlsduselei abgetan werden, sondern beinhalte die berechtigte Sorge um die Lebensgrundlagen.

Während Umweltschutzverbände vor 30 Jahren noch den Baum für eine lebenswerte Stadt propagierten, sei das Engagement heute auf den Dörfern genauso wichtig. Nicht wenige Gemeinden - auch im Landkreis Neumarkt - hätten im Laufe einer Generation mehr als die Hälfte ihrer Bäume verloren. Es geht hier vor allem um den „Hofbaum“, der früher jedes ländliche Anwesen zierte, im Sommer den Bewohnern Schatten spendete, den Bienen Nektar lieferte und mit einer Fülle weiterer Wohlfahrtswirkungen der Gemeinschaft diente. Heute sind die Höfe gepflastert oder betoniert und dem Rest-Laub wird mit zweifelhaftem technischem Gerät zu Leibe gerückt.

Dabei stelle der Klimawandel heute vor ganz neue Herausforderungen. Jeder Baum sei ein Beitrag zum Klimaschutz. Und ein alter Baum liefere ein Vielfaches an "Wohlfahrtswirkungen" gegenüber einem neugepflanzten. Deshalb sei der Begriff „Ersatzpflanzung“ auch sehr problematisch, denn es dauere Jahrzehnte, bis der Ersatz greife. „Deshalb sollten wir gerade in der jetzigen Phase des Kampfes gegen die Klimaerwärmung jeden Baum erhalten und natürlich müssen wir auch neue Bäume pflanzen, nicht für die nächsten zwanzig oder dreißig Jahre, sondern für mindestens ein Jahrhundert“ meint Alfons Greiner.

Bäume filtern mit ihren Blättern vor allem Grobstäube und andere gesundheitsschädliche Stoffe aus der Luft. Sie sorgen somit für ein gesundes Wohnumfeld. Das galt bislang vor allem für Städte. Inzwischen sorgen aber auch die moderne Landwirtschaft und der überörtliche Verkehr dafür, dass Stickoxide und andere belastende Substanzen der Gesundheit des Menschen überall zusetzen.

Wo Bäume Lärmquellen verdecken, wird der Lärm in der Regel als weniger störend empfunden und durch Beschattung reduzieren Bäume tagsüber das Aufheizen von versiegelten Flächen und Hauswänden. Die Folge seien wesentlich angenehmere Lufttemperaturen. Und letztlich werde ein Baum aus ökologischer Sicht umso bedeutender, je älter er ist.

Wer sich für mehr Bäume im Siedlungsbereich einsetzen, eine Baumpatenschaft übernehmen, zusammen mit Freunden selbst einen Baum pflanzen oder einen Nachbarn beim Erhalt eines Baumes unterstützen will, bekommt beim BN Hilfe unter neumarkt@bund-naturschutz.de
28.11.16

"Schädlich für Klimaschutz"

NEUMARKT. Auch der Bund Naturschutz will den Widerstand gegen die geplante Stromtrasse unterstützen, hieß es von der Neumarkter Kreisgruppe.

Bei der letzten Kreisgruppen-Vorstandssitzung berichteten Kreisvorsitzender Dr.Josef Guttenberger, Hubert Pfahl und Alfons Greiner vom Arbeitskreis Energie von einem Treffen der betroffenen Kreisgruppen in Nürnberg. Dabei wurde beschlossen, den Protest der Anwohner und der Gemeinden zu unterstützen.

Die Leitung ist aus Sicht der Naturschützer in dieser Form für eine dezentrale Energiewende nicht nötig und würde vor allem für den weiteren Betrieb von Kohlekraftwerken arbeiten – und wäre damit schädlich für den Klimaschutz, hieß es.

Man lehne die Leitung "grundsätzlich ab und dabei ist es egal, welche Trasse derzeit favorisiert wird. Wir fordern den Ausstieg aus der Atomenergie und den Ausstieg aus der Kohleverstromung für den Klimaschutz. Diese Energiewende hin zum Energiesparen und hin zum Ausbau der Erneuerbaren Energie muss dezentral erfolgen, auch in Bayern", erklärte Hubert Pfahl vom AK Energie.

Man würden sich wünschen, daß alle Gegner der Trasse an einem Strang ziehen würden. Es helfe niemandem, wenn nach dem St. Florians-Prinzip nur gefordert wird, die Trasse nicht vor der eigenen Haustür zu bauen. "Stattdessen sollte der Druck auf Ministerpräsident Seehofer verstärkt werden, seine Blockade des Windkraftausbaus zu beenden", fügt Hubert Pfahl an.

Wenn neue Starkstromtrassen und Höchstspannungsleitungen gebaut werden sollten, dann müsse transparent und klar ersichtlich sein, dass sie für den Atomausstieg, für den Klimaschutz und für eine dezentrale Energiewende in Bayern vor Ort arbeiten, hieß es. Dies bezweifele man massiv für das Vorhaben "Gleichstromtrasse Süd Ost" – und lehne sie daher entschieden ab, sagte Alfons Greiner vom AK Energie.

Greiner stützt sich auf die Analysen von Prof. Dr. von Hirschhausen, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, und von Prof. Dr. Jarass, Universität Wiesbaden. Sie würden zeigen, dass diese Trasse nicht wirklich benötigt wird.

Für alle Interessenten – auch Nichtmitglieder - gibt es am 14.März um 19.30 Uhr in Dietfurt im Gasthof zur Post bei der Jahreshauptversammlung des BN Informationen zur Energiewende. Referent ist Raimund Kamm.
12.03.14


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ISSN 1614-2853
18. Jahrgang