Freie Wähler
Landrat vereidigt

Die Führungsspitze des Landkreises (v.l.): Dirk Lippmann, Stefan Haas, Landrat Martin Meier und Josef Bauer
NEUMARKT. Martin Meier (FW) wurde am Montag als neuer Neumarkter Landrat vereidigt. Erster Stellvertreter ist wie bisher Josef Bauer (CSU).
Weitere per Akklamation bestimmte Stellvertreter sind Stefan Haas von den Grünen und Dirk Lippmann von der SPD.
Nach der verlorenen Wahl war bei der CSU der schwelende Streit offen ausgebrochen und es wurde zum Beispiel auch heftig diskutiert, wer von der stärksten Fraktion erster Stellvertreter werden sollte. Prompt trat dann im ersten Wahlgang auch die gescheiterte CSU-Landratskandidatin Katharina Ziegler an, fiel aber auch als Stellvertreterin durch.
Landrat Meier vereidigte seine Stellvertreter in der konstituierenden Sitzung des Kreistags, nachdem er zuvor selbst vor dem ältesten Kreisrat Gerhard Graml den Diensteid abgelegt hatte.
11.05.26
Vorsitzende gewählt

Sie führen die Kreistagsfraktion (v.l.) Christian Graf, Thomas Thumann und Sebastian Schauer
Foto: René Meyer
NEUMARKT. Die Freien Wähler bestimmten bei zwei Sitzungen die Führungsspitzen ihrer Kreistags- und ihrer Neumarkter Stadtratsfraktion.
Im Kreistag wurde Thomas Thumann als Fraktionsvorsitzender bestätigt. Ihm stehen Christian Graf und Sebastian Schauer zu Seite.
Die Fraktion der Freien Wähler umfasst insgesamt 13 Kreisräte. Man wolle die Interessen der Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis weiterhin engagiert vertreten, hieß es.
In der Neumarkter Stadtratsfraktion erfolgte zwangsläufig ein Wechsel an der Spitze, da der bisherige Fraktionssprecher den Chefsessel im Neumarker Landratsamt erobert hat. Einstimmig wurde Sebastian Schauer zum Fraktionsvorsitzenden und Nachfolger von Martin Meier gewählt.
Sebastian Schauer würdigte die Arbeit seines Vorgängers und betonte zugleich die Kontinuität in der Zusammenarbeit. Zu stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden wurden ebenfalls einstimmig Rita Großhauser und Jakob Bierschneider gewählt.
Inhaltlich will die Fraktion auch künftig klare Schwerpunkte setzen. Dazu zählen insbesondere die nachhaltige Stärkung der regionalen Wirtschaft, der weitere Ausbau hochwertiger Bildungs- und Betreuungsangebote für alle Altersgruppen sowie die Förderung des sozialen Zusammenhalts in der Stadtgesellschaft.

Die Stadtratsfraktion wählte ihre neue Fraktionsspitze (v.l.); Sebastian Schauer, Rita Großhauser und Jakob Bierschneider
Foto: Regina Weidinger
10.05.26
UPW zog den Kürzeren

Diese Stadt-Spitze hatten viele nicht erwartet (v.l.): Bürgermeister Marco Gmelch und zweiter Bürgermeister Günther Stagat bei der Vereidigung durch Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn
NEUMARKT. Neben dem OB und dem ersten Stellvertreter - beide CSU - steht an der Spitze der Stadt Neumarkt völlig überraschend ein Sozialdemokrat.
Das war zwar bisher auch schon so, doch wurde bei der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats mit einem Bürgermeister von der UPW gerechnet. Nicht bestätigt, aber offensichtlich: eine Absprache ist schief gegangen.
Die UPW hatte im Vorfeld als zweitstärkste Fraktion im Stadtrat einen Bürgermeister-Posten für sich gefordert (
wir berichteten) und dafür Rita Großhauser als Kandidatin genannt. Die CSU ließ keinen Zweifel, dass der erste Stellvertreter-Posten weiter bei der CSU - und wie bisher bei Marco Gmelch - bleibt.
Doch nichtöffentliche Abstimmungen im Neumarkter Stadtrat sind so eine Sache - in der Wahlkabine kann insgeheim so manche alte Rechnung beglichen werden. Mit Grausen - einige unbekannte Stadträte wohl auch mit höchstem Vergnügen - blickte man auf die
Bürgermeister-Wahlen von 2014 zurück, als der offizielle CSU-Kandidat 24 ungültige Stimmen einfuhr, die beim nächsten Durchgang - mit einem von der UPW (!) vorgeschlagenen ehemaligen CSU-Landrat Albert Löhner - wie durch ein Wunder alle wieder gültig waren...
Ganz so grotesk ging es jetzt am Mittwochabend bei der konstituierenden Sitzung des Neumarkter Stadtrates nicht zu, aber eine offensichtliche Absprache zwischen CSU und UPW ging wohl in die Hose. Bei der Wahl des ersten Stellvertreters erhielt Marco Gmelch (CSU) alle 37 gültigen von insgesamt 41 Stimmen - wurde also zweifellos auch von der UPW unterstützt.
Bei der unmittelbar darauf folgenden Wahl des zweiten Stellvertreters schickte die UPW
wie angekündigt Rita Großhauser ins Rennen - und war wohl zuversichtlich, sich mit der Unterstützung der CSU leicht gegen die Gegenkandidaten Thomas Leykam von den Grünen und Günther Stagat von der SPD durchsetzen zu können.
Doch das ging gehörig schief: schon bei der Auszählung fielen Beobachtern vielsagende Blicke und hochgezogene Augenbrauen im Umfeld der gerade geöffneten Wahlurne auf: Das Ergebnis schlug dann - zumindest bei einem Teil der Stadträte - ein wie eine Bombe: Von den 37gültigen abgegebenen Stimmen entfiel genau die knappe absolute Mehrheit - nämlich 19 - auf Günther Stagat von der SPD (die aus eigener Kraft nur vier Stimmen stellen kann). Thomas Leykam (Grüne) erhielt acht Stimmen, die eigentlich favorisierte Rita Großhauser von der UPW nur zehn Stimmen.
Bis dahin war die konstituierende Sitzung des Stadtrates äußerst harmonisch verlaufen.

Die neuen Stadträte wurden vereidigt
Nach einer Ansprache von Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn (
im Wortlaut hier) wurden diese neuen Stadträte im Gremium begrüßt und vereidigt:
- Britta Dirrigl,
- Bernhard Dörfler,
- Anja Dworschak,
- Susanne John,
- Susanne Müller,
- Hildegard Naumann,
- Brigitte Paulus,
- Prof. Dr. Bettina Rau,
- Nicole Stagat,
- Johanna Stehrenberg,
- Thomas Thumann,
- Regina Weidinger,
- Marco Winkler und
- Michaela Zeitz.

Ursula Plankermann wurde als dienstälteste Stadträtin verabschiedet
Verabschiedet wurde bei der konstituierenden Sitzung auch ein wahres „Urgestein“ der Neumarkter Kommunalpolitik, das so manchen OB kommen und gehen sah:
Ursula Plankermann war von 1984 bis 2026 ununterbrochen 42 Jahre lang im Neumarkter Stadtrat. Die SPD-Stadträtin erlebte dabei die Oberbürgermeister Kurt Romstöck, Alois Karl, Thomas Thumann und Markus Ochsenkühn.

Bei der Sitzung wurden ausscheidende Stadträte verabschiedet
Außer ihr wurden versbschiedet (in alphabetischer Reihenfolge): Rudolf Bayerl, Eva Borke-Thoma, Franz Düring, Johann-Georg Gloßner, Gertrud Heßlinger, Sonja Reininger, Elfriede Meier, Martin Meier, Dr. Werner Mümmler, Dieter Ries, Philipp Schmidt, Gisela Stagat und Pedra Wittmann
06.05.26