BÜCHER

Neuerscheinungen und Lese-Tipps



Lichtblicke

NEUMARKT. Die Tage werden wieder länger, und schon sind auch in der Stadtbibliothek optimistisch stimmende Lichtblicke zu entdecken. Die Bücher auf dem Thementisch im Januar 2017 sprechen nicht nur offen an, was angeblich schief läuft in Gesellschaft und in der Welt, sondern sagen auch, wo und wie sich Dinge zum Guten wenden.
  • „Zu Fuß durch ein nervöses Land“ ist der Philosoph Jürgen Wiebicke gewandert, „auf der Suche nach dem, was uns zusammenhält“. Auf seiner Wanderung hat er Künstler, Millionäre, Sportler, Landwirte und Unternehmer getroffen, hat Flüchtlingsheime, Yoga-Sitzungen im Klostergarten, Schützenfeste und einen Schlachthof besucht: Sein Fazit: Viele Menschen spüren ein zunehmendes Unbehagen an unserem derzeitigen Lebensstil, aber es wächst auch die Bereitschaft, sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Lichtblicke eben.
  • In seinem Spiegel-Bestseller „Hybris“ beschreibt Meinhard Miegel die Gefährdung der westlichen Welt durch Größenwahn, Maßlosigkeit, Überfluss und die Überforderung von Mensch und Natur. Aber auch er resigniert nicht, sondern hält ein Umdenken für möglich. Den Ausweg sieht er in der Kunst der Beschränkung, beginnend schon beim Kinderspielzeug.
  • „Das Weltretter Workout“ ist ein unkonventioneller Ratgeber für ökologisch nachhaltiges Handeln im privaten Bereich. Ein Maßnahmenkatalog mit Kapiteln wie „Licht aus“, „Duschen statt baden“, oder „Autos teilen“ führt zu einem geänderten Lebensstil, der gut ist für Klima, Luftreinheit, Müllreduktion, Wald und den eigenen Geldbeutel.
  • „100 Punkte Tag für Tag“ gibt Thomas Weber denjenigen, die seinem Ökoratgeber folgen und ihren Alltag umweltschonend gestalten. Die Punkte errechnen sich aus den Lebensbereichen Strom, Mobilität, Wärme, Konsum, Freizeit und Ernährung.
  • „Gebt der Wildnis das Wilde zurück“, fordert in seiner Biografie Fero der Waldmensch, der in den Dolomiten lebt und selbst ein Teil der Bergnatur geworden ist. Er will die Wildnis schützen vor Geschäftemachern und Politikern und nimmt dafür aufreibende Kämpfe vor allem gegen Behörden in Kauf.
  • „Ich glaube an die Tat: Im Einsatz für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak“ ist ein fesselnder Bericht von Hatune Dogan (Co-Autorin Tonia Riedl), die als Kind selbst die Verfolgung in der Türkei erlebte. Sie floh nach Deutschland und steht heute mit ihrem Hilfswerk im Nahen Osten vielen Flüchtlingen bei, womit sie ein leuchtendes Beispiel für Menschlichkeit setzt.
  • „Gegen den Hass“ wendet sich die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke. Klar definiert sie die Ausformungen von Rassismus, Fanatismus und Demokratiefeindlichkeit. Dem religiösen Reinheitswahn des IS stellt sie unsere ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen zur Seite und entlarvt die angebliche „Sorge“ um den Verlust einer „reinen“ Gesellschaft als bemäntelte Vorurteile und Ressentiments. Was sie dagegensetzt, ist ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Menschenbild der Vielfalt.
  • Lichtblicke bietet auch das Buch „Die neuen arabischen Frauen“ von Gabi Kratochwil. Die Autorin stellt muslimische Frauen vor, die unsägliche Hürden überwinden mussten, um sich Spitzenpositionen zu erkämpfen: eine Bergbauingenieurin aus Marokko, eine Investmentbankerin aus Kuweit, eine Fischfarmchefin aus Saudi-Arabien, eine blinde Managerin aus Katar, eine jordanische Politikerin, eine palästinensische Fußballerin und viele andere, die für den gesellschaftlichen Wandel in dieser Region stehen.
  • Ein Fünkchen Hoffnung sieht Rupert Neudeck selbst auf dem Schwarzen Kontinent glimmen: „Die Kraft Afrikas“ nennt er sein von eigenen Erlebnissen geprägtes Porträt dieses von Krisen geschüttelten Erdteils. Der Gründer des Komitees Cap Anamur beleuchtet die Last der kolonialen Vergangenheit, vergebene Chancen beim Übergang in die Unabhängigkeit und Fehler bei der Entwicklungshilfe, wertet aber den Überlebenswillen der Bevölkerung als Perspektive für die Zukunft.
  • In „Der unterschätzte Kontinent“ kommt Bettina Gaus als Ergebnis ihrer Reise durch 16 Länder südlich der Sahara ebenfalls zu dem Schluss, dass sich das Image des „Krisenkontinents“ verändert. Eine stabilisierende Rolle spricht sie der Mittelschicht zu und das vor allem in aufstrebenden Staaten wie Kenia oder Nigeria. Ein kleines Licht am Ende des Tunnels?
  • „Vier Werte, die Eltern und Jugendliche durch die Pubertät tragen“ sieht der Familientherapeut Jesper Juul als entscheidend für die gute Entwicklung von Kindern an: Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität und Verantwortung. Nicht mehr im Vordergrund steht in dieser Phase die Erziehung, sondern die gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Den Weg dahin leuchtet der Autor anhand realer Familiensituationen aus.
  • Den „Mythos Überforderung“ rückt Michael Winterhoff ins grelle Licht der Realität. Wenn Kinder überbehütet werden, fehlen wichtige Impulse für die geistige Reifung, führt er aus, sie bleiben im kindlichen Status gefangen. Die Folgen sind später Schwierigkeiten im Berufsleben und in der Gesellschaft insgesamt. Der Lichtblick zum Schluss: Ohne moralischen Zeigefinger erläutert der Kinder- und Jugendpsychiater, wie man es besser machen kann.
  • „Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet“, mit diesem Titel schärfen Thomas K. Bauer, Gerd Gigerenzer und Walter Krämer den Blick dafür, sich nicht durch angeblich unwiderlegbare Statistiken in Panik versetzen zu lassen. Haarsträubende Beispiele beweisen, dass auch Statistik lügt, wenn die Datenbasis fragwürdig und nur die dramatische Meldung in den Medien das Ziel der Urheber ist. Was hilft? Kritisch auf die Präsentation von Zahlenmaterial zu schauen.
  • Auch „Risiko“ stammt aus der Feder von Gerd Gigerenzer, der hier eine Strategie entwickelt, schnell und intelligent Situationen einzuschätzen, in denen nicht alle Risiken bekannt sind. Die behandelten Beispiele reichen von Geldanlagen bis zur Krebsfrüherkennung, Ziel ist eine Risikokompetenz jenseits irrationaler Panikmache, aber auch Verharmlosung.
  • Kein flackerndes Kerzenlicht, sondern ein loderndes Feuer hat Martin Luther entzündet. In „Reformation“ bieten Margot Käßmann als ehemalige Bischöfin und R. Ludwig als Koautor ein klar gegliedertes ABC, das in 95 Stichworten den Weg von Luthers Thesen bis zu den Grundfragen des Glaubens heute ebnet.

„Schöne Bescherung“

NEUMARKT. Mit einem Augenzwinkern wünscht dieNeumarkter Stadtbibliothek ihren Lesern im Monat Dezember eine „schöne Bescherung“. Hat sie dabei strahlende Kinderaugen unterm prächtig geschmückten Christbaum im Sinn? Oder den Seufzer, der sich Bahn bricht, wenn etwas so richtig schief gegangen ist?
  • Eindeutig in die zweite Kategorie gehört „Ich kann da nicht nüchtern hin - Familienfeiern und wie man sie überlebt“. Wenn die liebe Verwandtschaft mit der Weihnachtsgans droht, dann hilft keine Ausrede. Aber, tröstet Falko Löffler, wer schon im Vorfeld alle Gefahren einkalkuliert, kann auch im Angesicht des Wahnsinns gelassen bleiben und Feiern „im Kreis der Lieben“ ohne Schäden überstehen.
  • „Tief durchatmen, die Familie kommt“, warnt Andrea Sawatzki. Ihr Roman widmet sich den Herausforderungen, die „das Fest der Liebe“ der Gastgeberin stellt. Schon die Vorbereitungen verlaufen in ihrem Fall chaotisch, und was sich dann unterm Tannenbaum abspielt, hat mit einem perfekt gestalteten Heiligen Abend wenig zu tun.
  • Unter dem Titel „Alles Mythos! – 24 populäre Irrtümer über Weihnachten“ räumt Kommunikationswissenschaftlerin Claudia Weingartner auf humorvolle Art mit Irrtümern religiöser und weltlicher Natur rund um das Weihnachtsfest auf. Von Wetterregeln über Umdeutungsversuche der Nazizeit bis zu den Heiligen Drei Königen belegt oder widerlegt sie den jeweiligen Wahrheitsgehalt.
  • Aber natürlich will das Bibliotheks-Team niemandem die Adventsstimmung verderben. Deshalb beherrschen Vorfreude weckende Medien den Thementisch, so zum Beispiel viele Vorlesebücher. In „Ein heimlicher Weihnachtsgast“ von Annette Amrhein und Sabine Straub hat ein Bär den Winterschlaf verpasst und lädt alle Tiere des Waldes zu seinem Fest ein. Aber keiner kommt, weil alle Angst vor ihm haben. So sitzt er ganz allein am festlich gedeckten Tisch – denkt er zumindest…
  • Das Zeug zum Lieblingshörbuch für Kinder ab vier Jahren hat „Mama Muh feiert Weihnachten“, das an die bisher erschienenen und heiß geliebten Bilderbücher dieser Serie anschließt. Diesmal geht es um die Nöte der Krähe, die ihre Geschenke schon ausgepackt und nun nichts mehr für Weihnachten hat. „Skandinavische Weihnachten“ beschreiben die teils fröhlichen, teils nachdenklichen Geschichten von Hans-Christian Andersen bis Astrid Lindgren. Auf anschauliche Art erfahren die Kleinen, wie ihre Altersgenossen im hohen Norden das Fest begehen.
  • Aus der gleichen Himmelsrichtung kommen die DVDs „Weihnachten mit Astrid Lindgren“. Viel versprechend schon die Titel wie „Pippi und das Weihnachtsfest“, „Als Michel das Fest für die Armen gab“, „Pelle zieht aus“, „Lotta – ein Weihnachtsbaum muss her“, „Neues von den Kindern aus Bullerbü“, „Ferien auf Saltkrokan – Das Trollkind“ oder „Tomte Tummetott und der Fuchs“.
  • Der Advent ist die ideale Zeit zum Basteln, weshalb praktische Anleitungen nicht fehlen dürfen. Wörtlich genommen werden kann das „Familienbastelbuch Weihnachten“, das zeigt, wie leicht sich kleine Schneemänner aus weißen Pompons herstellen lassen, Eiskristalle aus Bügelperlen, Schneeflockenmobile aus Papier und Windlichter aus Konservendosen. „Weihnachten mit Liebe handgemacht“ überrascht mit Kreativ-Ideen für Baum- und Hausschmuck, Plätzchenduft und würzige Getränke.
  • Der Band „Tolle Sachen zum Verschenken“ macht es auch Einsteigern leicht, aus Stoff, Papier, Filz, Mosaiksteinen und anderen Materialien Schmuck, Dosen, Geschirr oder Taschen zu zaubern. „In Liebe verpackt“ enthält Anregungen, wie sich Geschenke von romantisch bis glamourös verpacken lassen. „Süße Geschenke zu Weihnachten“ und „Süße Geschenke aus Schokolade“ machen Appetit durch Rezepte für Selbstgebackenes, aber auch Liköre und Gelees.
  • „Landfrauen-Weihnacht“ bietet mit überlieferten Koch-und Backrezepten, Deko-Ideen und stimmungsvollen Texten einen Schatz an Inspirationen, um das eigene Heim in eine ländliche Idylle zu verwandeln. Einmal auf den Geschmack gekommen, lohnt der Griff zum ebenfalls sehr attraktiv gestalteten Band „Die leckersten Plätzchen aus der Landbäckerei“.
  • Wer immer noch nicht weiß, womit er seine Lieben beglücken könnte, dem hilft vielleicht der Ratgeber „Die 100 schönsten Geldgeschenke - Ideen für jede Gelegenheit.“ Statt eines schnöden Umschlags kann mit diesen Anregungen die originell verpackte bare Münze sogar zu einem Hingucker auf dem Gabentisch werden.

Wer bin ich?

NEUMARKT. Wer bin ich? Und was wird aus mir, wenn die Diagnose „Demenz“ mein Leben auf den Kopf stellt? Wie werden die Angehörigen mit den zunehmenden Belastungen fertig? Was können, was müssen sie tun? Schicksalsschwere Fragen, die auf dem Thementisch November in der Stadtbibliothek offene Antworten finden.
  • Preisgekrönte Filme wie „Honig im Kopf“ und Bestseller wie „Der alte König in seinem Exil“ haben die Problematik eindrucksvoll in Szene gesetzt und die Tür vom Verdrängen zum Verstehen geöffnet. Sie dürfen nicht fehlen in der Medienausstellung, die jedoch ergänzt wird durch zahlreiche Neuerscheinungen, die das Thema vertiefen oder aus neuen Blickwinkeln anpacken.
  • Als ein zutiefst ergreifendes Familiendrama ragt die DVD „Still Alice – mein Leben ohne gestern“ heraus. Die für ihre Rolle mit dem Oscar ausgezeichnete Julianne Moore spielt darin eine Professorin, die mit einer frühen Form von Alzheimer konfrontiert wird und tapfer aber machtlos gegen ihren Verfall ankämpft. Während ihr Mann es nicht erträgt, sie allmählich entschwinden zu sehen, entwickelt sie ein ganz neues Verhältnis zu ihrem bisherigen Sorgenkind, ihrer jüngsten Tochter.
  • Fesselnd, anrührend und dennoch humorvoll ist der Erlebnisbericht der TV-Modera-torin Bettina Tietjen unter dem Titel „Unter Tränen gelacht“. Sie hat ihren dementen Vater auf seinem letzten Weg in ein Demenz-Wohnheim begleitet und dabei nicht nur Ängste und Zweifel erfahren, sondern auch ihren Vater und sich selbst neu kennengelernt.
  • In „Ommas Glück“ berichtet die „Emma“-Journalistin Chantal Louis, wie ihre 83-jährige Großmutter nach einer Odyssee durch Kliniken und Seniorenheim in einer Demenz-WG landet. Von kompetenten Pflegern betreut, führt sie dort gemeinsam mit sechs ebenfalls dementen Mitbewohnern ein erstaunlich selbstbestimmtes Leben.
  • „Demenz und Alzheimer verstehen“ ist die grundlegend erweiterte Neuauflage eines Bestsellers von Huub Buijssen. Jeder dritte Erwachsene mit Eltern über 65 Jahren wird eines Tages mit der Betreuung eines demenzkranken Elternteils konfrontiert sein. Deshalb beschreibt der Autor nicht nur den fortlaufenden Krankheitsprozess, sondern erklärt darüber hinaus, wie wir am besten mit dem Schicksal des Erkrankten umgehen.
  • „Die magische Welt von Alzheimer“, ebenfalls aus der Feder des niederländischen Psycho-Gerontologen, enthält in komprimierter Form 25 Tipps zum Umgang mit Demenzkranken. Als Folge von Buijssens unmittelbaren Erfahrungen mit der Demenz seines Großvaters, seines Vaters und seiner Mutter überzeugen seine Aussagen durch besondere Intimität und Nähe.
  • Mit „Demenz und Recht“ gibt Thomas Klie pflegenden Angehörigen und Pflegepersonal wichtige Informationen zur rechtlichen Situation an die Hand. Der Ratgeber ist nach 34 Stichworten von B wie Behindertenkonvention bis W wie Wohngemeinschaft gegliedert. Wichtig ist dem Autor, demente Menschen nicht zu „Pflegefällen“ zu degradieren, sondern ihnen Würde, Teilhabe und Freiheitsrechte zu gewähren.
  • In „Betreuung in Frage und Antwort“ listet Matthias Winkler systematisch alle Punkte auf, die für eine Betreuungsverfügung wichtig sind. Einzelfragen wie die Zuordnung von Aufgaben, Haftung oder Kosten werden ausführlich erläutert, ebenso das Verhältnis von Angehörigen zum Betreuer oder das Anwenden von Rechtsmitteln.
  • Eine wahre Fundgrube ist „Das große Beschäftigungsbuch für Menschen mit Demenz“ von Linus Paul. Der besondere Vorteil: Die Spiel- und Beschäftigungsideen können ohne aufwändige Vorbereitung direkt umgesetzt werden, sei es zu Hause, in der Pflegeeinrichtung oder in offener Seniorenarbeit.
  • „So ein schöner Tag: Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz“ – das ist nur ein Titel aus einer ganzen Reihe erprobter Vorlese- und Mitmachgeschichten von Ulrike Strätling. Tatsächlich ist Vorlesen ein guter Weg, Demenzkranke zum Nachdenken, Lachen, Reden und Bewegen zu bringen. Deshalb liegen auch weitere Titel: „Omas Kuchen ist der beste“ oder „Als die Kaffeemühle streikte“ auf dem Thementisch bereit.
  • „Ein untadeliger Mann“ von Jane Gardam ist die erstaunliche Lebensgeschichte eines Ruheständlers, der sich nach dem Tod seiner Ehefrau in sein Auto setzt und den Leser mitnimmt auf einer Reise in die Vergangenheit. Stück für Stück entfaltet sich die fast einhundert Jahre umfassende Geschichte eines Liebespaares, des Älterwerdens und des untergehenden britischen Imperiums.
  • Wieder auf Reisen, diesmal aber mit einem Demenzkranken an Bord, geht es in dem Roman „Opa will zum Nordkap“ von Heike Denzau, in dem eine Jugendliche ihrem Großvater einen Lebenstraum erfüllt. Auf Achse in einem gestohlenen Tourbus ist eine Handvoll Senioren inklusive einer Demenzkranken in J. Paul Hendersons Roman „Letzter Bus nach Coffeeville“, ein zu Herzen gehendes Leseerlebnis von tieftraurig bis urkomisch.

"Wir bitten zum Tanz"

NEUMARKT. Die Stadtbibliothek bittet im Oktober zum Tanz - und hat dabei den Anfang November anstehenden ASV-Herbstball im Blick.
  • Schon der erste Griff ist ein Volltreffer: die DVD: „Last Minute Tanzkurs – in 10 Minuten auf’s Parkett“. Natürlich ist das ein etwas waghalsiges Versprechen, aber mit den mehrfachen Tanzweltmeistern Olga Müller-Omeltchenko und Ralf Müller ist es tatsächlich zu schaffen. Sie vermitteln die Grundschritte für die drei wichtigsten Standardtänze Wiener Walzer, Fox Trott und Disco Fox, und schon damit macht man auf dem Parkett eine gute Figur.
  • Die DVD „Basic Salsa – Salsa Cubana mit Einführung in Merengue“ mit Claus Nunez und Karolina Guzinski als Darstellern vermittelt in Zeitlupe und Echtzeit die Grundlagen für diese Stilrichtungen. Ideal für Anfänger und Wiedereinsteiger! Wer noch mehr Lust auf Tanzen hat, braucht nur zuzugreifen. Weitere DVDs wie Disco Fox, Hip Hop, Standard, Latein und Orientalischer Tanz liegen bereit.
  • „Das ist Tanz!“ Mit Buch und Audio-CD führt Lorrie Mack vor allem Kinder – aber nicht nur die - in die Welt des Tanzes ein. Von Ballett bis Breakdance, von Streetdance bis Schwanensee ist alles dabei. Hinzu kommen Biografien berühmter Tänzer und begnadeter Choreografen. Die Hörbeispiele verführen dazu, schon mal die ersten Schritte einzuüben oder neue Tanzstile zu probieren. .
  • „Das ist Musik!“ Auch dieses Buch plus CD spricht vor allem Kinder an. Von Mozart bis Tokio Hotel werden die berühmtesten Musiker und ihre Werke vorgestellt, von der Violine bis zur E-Gitarre die wichtigsten Instrumente. Neben den mitreißenden Melodien machen die kurzen Texte Lust, selbst Musik zu machen.
  • Für Profis gedacht ist das Fachbuch „Choreographie – Handwerk und Vision“ von Konstantin Tsakalidis, das sich an Choreographen, Tänzer und Performer wendet. Den hohen Anspruch deutet schon der Aufbau an: 120 Studien und Übungen, die einen tieferen Einblick in den choreographischen Prozess und die Welt des Tanzes gewähren.
  • An ambitionierte Tänzer wendet sich „Dance Anatomie: Illustrierter Ratgeber für Beweglichkeit, Kraft und Muskelspannung“ von Jacqui G. Haas. Dieses Fachbuch zeigt den Weg, den Körper optimal zu trainieren, vorzubereiten und zu schützen, um so als Tänzer erfolgreich zu sein und zu bleiben.
  • „Tango“ - das Buch mit CD von Eduardo Aranibar vermittelt allen Tango-Freunden das Flair dieses leidenschaftlichen Tanzes. Entstanden unter dem Einfluss mitteleuropäischer Einwanderer, eroberte sich der Tanz von Buenos Aires und Montevideo aus die ganze Welt. Die ganze Sinnlichkeit und Melancholie des Tanzes, der noch heute die besondere Atmosphäre der argentinischen Hauptstadt prägt, führt auch das Buch „Tango Argentino in Buenos Aires“ vor Augen.
  • In dem preisgekrönten Dokumentarfilm „First Position – Ballett ist ihr Leben“ begleitet Bess Kargmann sechs junge Ausnahmetalente, wie sie sich mit Herzblut und Leidenschaft, blutenden Füßen und schmerzenden Gliedern auf den "Youth America Frand Prix" vorbereiten. Denn auf diesem renommierten Ballett-Wettbewerb zu bestehen, ist ein Lebenstraum und das Sprungbrett zu großen Auftritten auf den Brettern dieser Welt.
  • „Ballerina“ heißt die DVD von Bertrand Normand . Hautnah folgt sie dem Werdegang von fünf Tänzerinnen des Kirow-Balletts in St. Petersburg, die das Schicksal aller Ballerinas eint: ein Beruf so aufreibend wie der eines Spitzensportlers, eine Karriere so kurz wie das Leben eines Schmetterlings.
  • In „Ich kam mit dem Wüstenwind“ schildern Michaela und Elaine DePrince , wie ein 19-jähriges Waisenkind im kriegszerrütteten Sierra Leone in einem vergilbten Magazin das Bild einer Ballerina findet und nach einem langen und harten Weg tatsächlich selbst zu einer der Top-Ballerinas weltweit wird. Unter dem Titel „Crazy Horse Paris“ lüftet der Dokumentarfilmer Frederick Wiseman die Vorhänge des berühmten Erotik-Varietés. Das bedeutet atemberaubende Show-Ausschnitte, intime Blicke hinter die Kulissen und Staunen über die äußerst stressigen Proben.

"Nehmt es leichter"

NEUMARKT. Streß mit der Tochter oder dem Sohn ? Die Themenausstellung der Stadtbibliothek Neumarkt im September rät zu Gelassenheit

"Nehmt es leichter, liebe Eltern" - diesen beherzigenswerten Rat gibt die Stadtbibliothek im Monat September keineswegs nur, weil die Tochter plötzlich keinen Bock mehr auf die Schule hat oder der Sohn ein Zeugnis anschleppt, das man am liebsten gleich in den Papierkorb entsorgen möchte. Der Alltag hält auch darüber hinaus viele Gelegenheiten bereit, sich aufzuregen oder zu verzagen. Aber hilft das wirklich weiter?
  • „Warum Raben die besseren Eltern sind“ überschreiben Jan-Uwe Rogge und Angelika Bartram ihren Schnelldurchgang durch die Erziehung vom Kleinkind bis zum Erwachsenenalter. Im Fokus stehen vor allem Eltern, die ihre Kinder überbehüten oder ihnen zu viele Freiräume lassen und die sich neu finden müssen, wenn der Nachwuchs flügge wird.
  • „Das neue entspannt Erziehen und wie man mit seinen Aufgaben wächst“ von Gerhard Spitzer zählt viele Beispiele aus dem Alltag mit Kleinkindern bis zum Jugendalter auf. Fazit: Gelingen kann das entspannte Erziehen nur, wenn man sich in die Sichtweise von Kindern versetzt.
  • „Solange du deine Füße...“ ist der Titel eines Ratgebers mit Tiefgang, mit dem Walter Schmidt typische Elternsprüche hinterfragt. Welche Werte verbergen sich hinter Sprüchen wie „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“ oder „Wir wollen ja nur dein Bestes“? Nützen oder schaden sie? Und gibt es nicht andere und bessere Alternativen?
  • „Kinder im Tyrannenmodus“ machen Stress, und den will Gerhard Spitzer durch Verhaltensänderungen bei den Erwachsenen abbauen. Denn Trotzen, Nörgeln, Verweigern und Streiten sind Grundstrategien, mit denen Kinder ihre Grenzen austesten und sich den Anforderungen von Eltern und Schule zu entziehen versuchen. Mit Fallbeispielen verdeutlicht der Autor, wie man selbst von ungünstigen Verhaltensmustern als Reaktion wegkommt.
  • „Alle Eltern können schlafen lernen“ tröstet das Elternpaar Julia Heilmann und Thomas Lindemann und testet mit Witz und Esprit allgemein bekannte Erziehungsweisheiten auf ihre Alltagstauglichkeit. Hier lautet das Fazit: unkonventionelle Lösungen sind hilfreicher, und Mut zum Chaos und Nichtperfekten kann durchaus das Familienleben bereichern.
  • „Wer sind diese Kinder und warum sagen sie Mama zu mir?“ So humorvoll wie dieser Titel sind auch die Geschichten aus dem Alltag, die Daniela Oefelein zum Besten gibt. Von Mutter zu Mutter lässt sie ihre Leser von der Vor-Mama-Zeit bis zum Schuleintritt an ihrem Familienleben teilhaben.
  • „Papa kann auch stillen“ legt Stefanie Lohaus ihrem Kind in den Mund und berichtet von ihren Erfahrungen, die gemeinsame Elternschaft wörtlich zu nehmen. Wie ist der Alltag zu gestalten, wenn Vater und Mutter die Erziehungs- und Hausarbeit gleichmäßig untereinander aufteilen und weiter beruflich tätig sind? Das Buch ist ein guter Wegweiser für (zukünftige) Eltern, die ein vergleichbares Modell in die Tat umsetzen wollen.
  • „Schluss mit dem Spagat“ ruft Felicitas Richter allen gestressten Eltern zu, denen der Glaube an die viel gerühmte Work-Life-Balance abhandengekommen ist. Energisch wendet sie sich gegen die Lüge, alles sei möglich, man müsse sich nur selbst optimieren. Stattdessen zeigt sie Wege auf, Machbarkeits- und Perfektionsansprüche herunterzuschrauben und die Gelassenheit zu entwickeln „nur eines zu tun, um alles zu schaffen“.
  • „Was ist bloß mit Mama los?“, fragt Karen Glistrup und zeigt in kindergerechter Sprache auf, welche Auswirkungen es auf den Nachwuchs hat, wenn Eltern seelisch erkranken, wenn Depressionen oder Süchte das Leben zur Hölle machen. Für völlig falsch hält die Familientherapeutin die von vielen Erwachsenen bevorzugte Haltung, die Kinder aus allem „herauszuhalten“.
  • „Kleine Kinder – großes Abenteuer“ heißt der Ratgeber, mit dem Christine Merz Eltern Anregungen gibt, wie sie den Beginn der Krippen- oder Kindergartenzeit erfolgreich vorbereiten und begleiten können. Auch die Kriterien für einen „guten“ Kindergarten oder eine ebensolche Krippe sind sehr hilfreich.
  • „Das Elternmitmachbuch“ von Günther Hoppe klärt Eltern über Einflussmöglichkeiten und Mitspracherechte in der Schule auf und erläutert, wie eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus aussehen kann. Zehn Problem-Beispiele aus dem Lehrer-Eltern-Alltag veranschaulichen die Materie besonders gut.
  • In „Planet Schule“ zeigt auch die Psychologin Ingeborg Saval, wie Eltern ihre Kinder durch den Schulalltag begleiten können. Wichtig ihr Rat, das Gespräch mit Kindern und Lehrern nie abreißen zu lassen und so auf denkbare Schwierigkeiten schnell und sicher reagieren zu können. Das ist vor allem auf das gefürchtete Mobbing gemünzt.

„Weltenbummler“ unterwegs

NEUMARKT. Im Urlaubsmonat August soll der Thementisch der Stadtbibliothek Fernweh wecken - mit spannenden Erlebnisberichten und informativen Reiseratgebern.
  • „Weltenbummler“ nennt Heike Praschel ihren spannenden Bericht über einen außergewöhnlichen Trip: 60 000 Kilometer in drei Jahren, und das mit Kindern, Hunden und einem umgebauten LKW. Da kann nicht alles glatt laufen. Mangelnde Sprachkenntnisse machen die Verständigung schwierig, schwer passierbare Pisten setzen dem LKW-Oldtimer zu, und eine Erkrankung fernab einer modernen Klinik wird zu einem ernsten Problem.
  • „Die beste Entscheidung unseres Lebens“ traf das Backpackerpaar Friederike Achilles und Philipp Rusch, als es alle Ersparnisse zusammenkratzte und zu einer neunmonatigen Reise durch insgesamt 17 Länder Amerikas und Asiens aufbrach. Die ungeschönt geschilderten Abenteuer reichen von der spontanen Aufnahme bei einem indischen Familienclan über die bedrückende Atmosphäre in einer Silbermine bis hin zu einem unfreiwilligen dreizehnstündigen Drogentrip.
  • „Als Schisser um die Welt“ ist Jan Kowalsky gefahren. Vorher stets vertraute Gefilde gewohnt, fürchtete er, was in der Fremde so an Gefahren lauert. Prompt trat vieles ein: eine Nahtod-Erfahrung beim Wildwasser-Rafting, ein Desaster bei einem Dschungeltrip, eine gefährliche Begegnung bei einem Safariausritt. Als es sogar zu einer zeitweiligen Trennung von seiner abenteuerfreudigen Frau kommt, stellt sich der bange Reisemuffel seinen Ängsten und rettet seine Ehe.
  • „In 80 Fettnäpfchen um die Welt“ von Francoise Hauser will Geschäftsleute und Weltenbummler für kulturelle Unterschiede sensibilisieren und listet die 80 wichtigsten Benimm-Ausrutscher auf. Dazu zählen falsche Anredeformen, ungeeignete Gesprächsthemen, störende digitale Kommunikation, missverständliche Gesten, unpassende Kleidung, sprachliche Fauxpas, unerwünschte Gastgeschenke, abweichende Tisch- und Trinksitten und vieles mehr.
  • Auf eine „kulinarische Reise um die Welt“ geht die 360-Grad-GEO Reportage mit drei DVDs. Ob Rum und Edelkakao aus Südamerika, grüner Tee aus Japan, krabbelnde Delikatessen aus Thailand oder paradiesische Früchte aus Armenien – die zwölf Reportagen führen genau an die Orte, an denen diese Köstlichkeiten entstehen.
  • „Legendäre Eisenbahnstrecken“ sind das Thema zweier weiterer DVDs der 360-Grad-GEO Reportagen: Ob skandinavische Wildnisbahn, Waldbahn der Karpaten, Manila-Express, Bambusbahn in Kambodscha, Teebahn im Himalaya oder Benguele-Bahn in Angola, jede dieser Strecken erzählt eine eigene, spannende Geschichte.
  • „Planet Wüste“ – fünf Jahre war Michael Martin unterwegs, um die Extremzonen unserer Erde zu erkunden. Er durchquerte die Nordpolargebiete und die Antarktis ebenso wie die Trockenwüsten Sahara, Gobi, Pamir, Namib oder Atacama. Das Ergebnis seiner abenteuerlichen Expeditionen mit Motorrad, Hundeschlitten, Kamelen, mit dem Helikopter oder auf Skiern sind Atem beraubende Bilder.
  • „Stillgelegt: 100 verlassene Orte in Deutschland und Europa“, das sind ungenutzte Werkshallen und Förderschächte, verfallene Kultur-, Heil- und Sportstätten, vor sich hin rottende Denkmäler, Bunker und Kasernen. Thomas Kemnitz, Robert Conrad und Michael Täger haben diese Orte aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt und erzählen in eindrucksvollen Bildern ihre Geschichte.
  • „Die letzten Wildnisse Europas“ porträtiert in Bild und Wort die schönsten Naturschutzgebiete unseres Kontinents von Island bis zu den Azoren. Einzigartige Landschaftsformen wie die vom Meer umtosten Felsen im Mer d’Iroise wechseln sich ab mit der jeweiligen Tierwelt von Eisbären und Moschusochsen im Norden bis zu Steinböcken in den südlichen Gebirgen.
  • „Hinaus aufs Land“ will der illustrierte Führer durch das ländliche Deutschland jenseits der Ballungsräume und des Touristentrubels locken. Der Band enthält zahlreiche Tipps für Freizeit und insbesondere Outdoor-Aktivitäten, empfiehlt Hofläden und lokale Spezialitäten. Aus der gleichen Reihe liegen auch „Hinaus in die Berge“ und „Hinaus in die Natur“ vor.
  • „Das Bruckmann Wanderreisebuch“ stellt 80 ausgewählte Wandergebiete vor. Der Schwerpunkt liegt auf europäischen Landschaften, aber auch weltweite Regionen wie amerikanische Nationalparks, Himalaya oder Neuseeland werden beschrieben. Nützlich die Hinweise auf die jeweils beste Reisezeit.

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