Gemeinsamer Protest


Dr. Franz Ehrnsperger hier als Sprecher bei einer Demonstration gegen Gen-Technik in Nürnberg.
Fotos: Archiv/Erich Zwick
NEUMARKT. Die Neumarkter Lammsbräu will alle 1200 Brauereien in Deutschland zum Kampf gegen Gentechnik und für reines Bier aufrufen.

Mit Stichtag Montag hat das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Genehmigung erhalten, gentechnisch veränderten Weizen freizusetzen. Nachdem bereits im April dieses Jahres von der Universität Gießen ein Freilandversuch mit gentechnisch veränderter Gerste erfolgt ist, wird nun - nur ein halbes Jahr später - mit Weizen ein zweiter wichtiger Braurohstoff von der Gentechnik gefährdet.

Links zum Thema

Für gentechnikfreie Nahrung, neumarktonline, 30.9.2006
Demonstration geplant, neumarktonline, 27.9.2006
Streiter gegen Gen-Technik, neumarktonline, 13.9.2006
Bio-Brauer protestieren, neumarktonline, 8.5.2006
"Mit dieser Genehmigung ist der nächste Schritt zum Gen-Tech-Bier erfolgt – und das, obwohl Landwirte, Brauer und Verbraucher sich bereits jetzt massiv gegen Gentechnik stellen", so Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu und Biobrauer der ersten Stunde. Aber nicht nur das "Kulturgetränk Bier" sei gefährdet, jetzt habe die Gentech-Industrie auch das Brot im Visier. Franz Ehrnsperger weiter: "Horst Seehofer macht sich - nach der Einfuhrgenehmigung für gentechnisch veränderten Raps - mit dieser erneuten Genehmigung endgültig unglaubwürdig". Einerseits mahne er zur Vorsicht bei der Nutzung von Agro-Gentechnik, andererseits öffne er mit dieser Zulassung der schleichenden Zerstörung der Brau- und der Landwirtschaft Tür und Tor. Ehrnsperger: "Offensichtlich hat der jüngst im deutschen Handel aufgetauchte gentechnisch veränderte Reis keinen Lerneffekt ausgelöst". Brauer-Kampagne gegen Gentechnik im Bier

Um der Forderung nach Beibehaltung eines reinen, gentechnikfreien Bieres Nachdruck zu verleihen, weitet die Neumarkter Lammsbräu mit zwei weiteren mittelständischen Brauereien (Brauhaus Riegele, Augsburg, sowie Stralsunder Brauerei) ihre im September begonnene Kampagne (wir berichteten) gegen Gentechnik aus.

In diesen Tagen werden alle rund 1200 Brauereien in Deutschland angeschrieben, um sich einem Manifest zum Erhalt des Reinheitsgebotes und gegen die Gentechnik anzuschließen. Ziel dieser Kampagne sei es, das deutsche Bier vor der Gentechnik zu schützen. Bislang lasse das Reinheitsgebot grundsätzlich die Gentechnik zu, da nichts über die Art und Weise der Rohstoffherstellung geregelt wird.

Das Argument der vom Gesetzgeber vorgesehenen Deklarationspflicht greife nicht, da in einem solchen Falle nur noch die Bestätigung eines nicht mehr umkehrbaren Zustandes, d.h. einer durch die Gentechnik kontaminierten Brauwirtschaft, zementiert werde. Deshalb solle der im Biergesetz verankerte Gesetzestext so verändert werden, dass ein für allemal der Gentechnik im deutschen Brauwesen ein Riegel vorgeschoben wird.

Die Neumarkter Lammsbräu verpflichtet bereits jetzt alle ihre Lieferanten, jeden Rohstoff auf die nicht erfolgte Belastung durch gentechnisch veränderte Organismen zu prüfen. Darüber hinaus führt die Brauerei eigene Untersuchungen bei allen Rohstoffen und Chargen durch. Dadurch entstünden der mittelständischen Brauerei weitere Kosten im "ohnehin extrem wettbewerbsintensiven" Biermarkt.
27.11.06
Neumarkt: Gemeinsamer Protest
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