"Kein Sonntag-Ausflug"
SELIGENPORTEN/BIELEFELD. Ernst Middendorp, der Trainer des Bundesligisten Arminia Bielefeld, will eine Pleite beim "Fußball-Zwerg" SV Seligenporten unbedingt vermeiden.
Für ihn ist die Reise in die Oberpfalz kein Sonntagsspaziergang. "Wir haben erkannt, dass es vor dem Pokalspiel gegen Seligenporten noch einiges zu tun gibt", zog er am Dienstagabend nach einem letzten Vorbereitungsspiel gegen den Oberligisten Eintracht Rheine "ein mahnendes Resümee". Zwar gewannen die Bielefelder mit 3:0 (1:0), doch boten sie dafür 21 (!) Spieler auf. Nur Eigler spielte die beiden Halbzeiten voll durch.
So blickt am Sonntag die bayerische Fußballwelt gespannt nach Seligenporten, wo um 17 Uhr vor mindestens 5.000 Zuschauern das "Spiel des Jahres" angepfiffen wird. Die Gäste aus dem Norden können trotz zweier Verletzter - Rüdiger Kauf mit Muskelverletzung in der Hüfte und Leonidas Kampantais (Prellung am linken Sprunggelenk) - aus dem Vollen schöpfen.
Während Middendorp ein ungutes Gefühl zu haben scheint, ist sein Kollege vom "Kloster", Uwe Neunsinger, von einer Überraschung nicht so überzeugt. In dem Bielefelder Lokalblatt "Bielefeld Direkt" wird der Seligenportener Trainer so zitiert: "Bielefeld ist für uns nicht schlagbar. Sie werden und haushoch überlegen sein. Dazu bin ich zu sehr Realist."
Oliver Wurzbacher, der torgefährliche Stürmer der Gastgeber, würde seinem Trainer durch Taten widersprechen wollen: "Ein Tor gegen Bielefeld möchte ich schon erzielen, damit ginge für mich ein Traum in Erfüllung." Ähnlich wie er stecken auch seine Mannschaftskameraden voller Euphorie, und möchten mit einem achtbaren Ergebnis vom Platz gehen.
Zumindest gehen sie mit einem Erinnerungs-Logo an ein großes Match vom Feld; denn erstmals in der 73jährigen Geschichte des DFB-Pokals tragen die Torwarte und Spieler der am Wettbewerb teilnehmenden Mannschaften das Pokalemblem am rechten Ärmel ihres Trikots.
Titelverteidiger des DFB-Pokals ist bekanntlich der Seligenportener Nachbarverein, der 1. FC Nürnberg. Die von ihm errungene Trophäe ist ab Donnerstag im Nürnberger Rathaussaal ausgestellt und kann bei freiem Eintritt aus allernächster Nähe unter die Lupe genommen werden.
Bereits am Samstag, 10. November, kommt die Arminia - ihr kompletter Name lautet übrigens "Deutscher Sportclub Arminia Bielefeld" - erneut in die Region, und zwar zum Bundesligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg.
04.08.07
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