Kneipenbühne Oberweiling

"Musikalisches Feuerwerk"


"Yellow Cab"

NEUMARKT. Als vor knapp einem Jahr "Voice & Strings" in der Oberweilinger Kneipenbühne debütierten, war das ein denkwürdiger Abend.

Warum? Weil Steffi Denk, "Bayerns schärfste Stimme" mit ihrer witzig-skurril-schrillen Art ihrem Publikum höchste Wonnen bereitete; weil sie - die normalerweise unterwegs ist mit Paul Kuhn, Hugo Strasser, Max Greger oder der SWR Big-Band - zusammen mit dem Gitarrenvirtuosen Hans "Yankee" Meier phänomenale Qualität an den Tag respektive den Abend legte.

Am Samstag ist sie mit "Yellow Cab" zurück in Oberweiling: dann wird sie auf einer musikalischen Taxifahrt zusammen mit Anne Schnell (Perkussion, Gesang), Mathias Klimmer (Gitarre, Gesang), Florian Kopp (Gitarre, Gesang) und Steffen Zünkeler (Bass, Gesang) ein stimmgewaltiges musikalisches Feuerwerk abbrennen und Rock-Klassiker von den Beatles, den Eagles, Michael Jackson und von anderen musikalischen Giganten zum Besten geben.

Dass es auch ihre Mitmusiker in sich haben, kann man sich eigentlich denken: Florian Kopp ist als Kabarettist erfolgreich mit seinem Programm "KoppFlos" unterwegs, Anne Schnell (Sängerin, Schauspielerin, Sprecherin) und Steffen Zünkeler reüssieren mit ihrer Band "Jojo Effect" und auch die Gruppe "Flez Orange"(eine etwas andere "Volksmusik"), bei der Mathias Klimmer mitwirkt, dürfte nicht so ganz unbekannt sein.

Man darf sich also auf einen "oberkurzweiligen" vergnüglichen Abend von höchster musikalischer Qualität freuen.
02.03.10

Zuhörer tanzten


"Argile" in der Kneipenbühne

NEUMARKT. Afrikanische Stimmung, die bis zum Siedepunkt ging und trotz der herrschenden Enge die eine und andere Zuhörerin zum Tanzen zwang, wurde in der der Oberweilinger Kneipenbühne zelebriert, von keiner geringeren Band als "Argile".

Die Stammbesetzung mit Peter Horcher (accordion, piano, perc), Robert Hofmann (bass, saz, perc) Charles Blackledge (drums, perc) und Dieter Weberpals (flute, perc) ist wunderbar eingespielt. Weberpals, der in schöner Regelmäßigkeit seit sage und schreibe 28 Jahren immer wieder neue und hochinteressante internationale Musiker vorwiegend aus Schwarzafrika vorstellt, stand diesmal dem Tänzer, Sänger und Trommler Alexis Madokpon aus Westafrika zur Seite.

So vielseitig wie die Sprachen, die in Madokpons kleiner Heimat Benin gesprochen werden - es sind etwa 60! - war das Programm des Weltmusikquintetts. Das reichte von klugen, groovigen, durch Rhythmuswechsel schillernden Jazznummern wie "Couscous" bis hin zu westafrikanischen Hip-Hop-Einlagen; da rockte das Multitalent Robert Hofmann auf der türkischen Saz; er, bei Argile im Hauptberuf Bassist, spielte sein Instrument wie eine brillante Sologitarre und bestand auch schwierige Unisonopassagen mit der leichtfüßig klingenden Querflöte Weberpals’ bravourös.

Blackledges souveräne Schlagzeugsoli passten ebenso ins Bild wie Peter Horchers lyrisches tangoeskes Akkordeonspiel oder das altehrwürdige "Lied von der Hoffnung" (Barry Sangare †), bei dem Madokpon mit gefühlvollem Gesang in der bewegten Argile-Geschichte schwelgte. Mit fünf ekstatischen Trommeln begann das Konzert und es endete mit einem ebensolchen Tanz des sympathischen Schwarzafrikaners, dessen Charme sich niemand entziehen konnte.
28.02.10

"Argile" in Oberweiling


Alexis Madokpon
NEUMARKT. Ein Wiedersehen mit der international renommierten Weltmusiktruppe "Argile" gibt es am Samstag in der Kneipenbühne Oberweiling.

Neben der Stammbesetzung mit Dieter Weberpals (flute, perc), Peter Horcher (accordion, piano, perc), Robert Hofmann (bass, saz, perc) und Charles Blackledge (drums, perc) ist der Tänzer, Sänger und Trommler Alexis Madokpon aus Westafrika (Benin) mit von der Partie.

Die Gruppe um Bandleader und Flötist Dieter Weberpals hat eine "Imaginary Folk-Music for Global-Players" entwickelt: Zwischen Trance-Grooves, Djembe-Power, Zagazougou-Akkordeon, orientalischen Balladen auf der Saz und Balkanesk-klingenden Tänzen baut Argile musikalische Brücken im kulturellen Spannungsfeld zwischen Afrika, Orient und Europa.
23.02.10

Mehr Zuhörer verdient

NEUMARKT. Nur wenige Zuhörer kamen in die Kneipenbühne nach Oberweiling zu einem Münchner "Junkpop"-Quartett mit geschmacklosem Band-Namen.

Wer hat Angst vor "Die Drogen"? Offenbar doch zu viele unserer kulturbeflissenen Zeitgenossen, denn das Münchner "Junkpop"-Quartett hätte durchaus mehr Zuhörer in der Kneipenbühne verdient. Vielleicht hatten einige der potentiellen Gäste Furcht vor zu großer Lautstärke. Die wäre unbegründet gewesen, denn "Die Drogen" traten unplugged auf und zeigten mit viel Gefühl und Geschmack, was einer kleinen Spielstätte an Lautstärke angemessen ist. Auch die Rolling Stones bewiesen einst mit ihrer vorwiegend in kleinen Clubs aufgenommenen "akustischen" Live-Scheibe "Stripped", wie gut sie wirklich sind.

Ähnlich "Die Drogen": Losgelöst von "Sounds" und "Effects" gaben sie Kostproben ihrer Musikalität, aufs Wesentliche beschränkt. Da erlebte die erlesene Zuhörerschaft endlich einmal wieder eine Band, die den Mut hat, eigene Kompositionen in deutscher Sprache zu präsentieren - in unverwechselbarem poppig-peppigem Stil.

Dass die Postpunkband "The Cure" eines ihrer Vorbilder ist, ließen sie ihre Zuhörer charmant mit der beachtlichen Übersetzung von "Friday I’m in Love" wissen, des einzigen Covers des Abends übrigens. Angesichts der vielen eigenen Ideen kann es nicht verwundern, dass kein geringerer als Uwe Hoffmann (Casa Pepe Studio), Produzent der Ärzte und der Sportfreunde Stiller, im spanischen Javea sich der Band angenommen hat.

Eine erfolgreiche Zukunft im Popgeschäft scheint somit vorprogrammiert zu sein. Ob man das Quartett dann noch einmal in Oberweiling zu Gesicht bekommt?
21.02.10


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ISSN 1614-2853
9. Jahrgang