Schulbusfahrer ermittelt


Gespenstisches Szenario bei Sengenthal: Bei einem Auffahrunfall wurde eine Frau lebensgefährlich verletzt.


Mehrere Autos wurden erheblich beschädigt
NEUMARKT. Der Schulbus-Fahrer, der am Donnerstag nach einem schweren Verkehrsunfall bei Sengenthal geflüchtet ist, konnte ermittelt werden.

Ein 67jähriger Mann hat inzwischen nach umfangreichen Ermittlungen zugegeben, den roten Kleinbus mit Schulbus-Symbol gesteuert zu haben, der am Donnerstag gegen 6 Uhr auf der B299 einen Auffahrunfall verursacht haben soll, bei dem eine Frau schwerste Verletzungen erlitten hatte (wir berichteten).

Die 36jährige Frau schwebt inzwischen glücklicherweise nicht mehr in Lebensgefahr. Zwei weitere Personen waren bei dem Unfall leichter verletzt worden.

Die Polizei ermittelt auch gegen den Beifahrer des roten Kleinbusses, der bei seinen Aussagen bei der Polizei von einer gefährlichen Verkehrssituation nicht gesehen haben wollte.

Nach Angaben der Polizei waren der 67jährige Schulbus-Fahrer und sein 62jähriger Beifahrer gegen 6 Uhr auf der Bundesstraße mit ihrem ansonsten leeren Kleinbus unterwegs, um Kinder abzuholen.

Bei dem schweren Unfall, der in der Bevölkerung für großes Aufsehen sorgte, hatte ein Kleinbus mit Schulbus-Plakette einen Überholvorgang trotz Gegenverkehrs durchgeführt. Dadurch kam es zu einem schweren Auffahrunfall, doch der mutßmaliche Verursacher entfernte sich von der Unfallstelle. Der überholte Lkw-Fahrer konnte sich ein Teilkennzeichen und Zahlen des Kennzeichens merken.

Diese Strecke befahren offensichtlich täglich "Kleinbusse", die zur Personenbeförderung im Raum Neumarkt eingesetzt sind, sagte ein Sprecher der Neumarkter Polizei zu neumarktonline. Nach aufwendigen Recherchen konnten acht Fahrzeuge mit der gesuchten Farbe ermittelt werden. Nach einer Überprüfung der Linienstrecken reduzierte sich die Anzahl auf fünf Fahrzeuge.

Ins Visier der Ermittler geriet ein 67jähriger Mann aus Neumarkt, der zu diesem Zeitpunkt mit einem roten Kleinbus die Strecke in südlicher Richtung befahren hat. Nach der ersten Befragung des Fahrers und des Beifahrers gaben beide übereinstimmend an, keine Unregelmäßigkeiten festgestellt zu haben.

Alle weiteren Ermittlungen und Überwachungsmaßnahmen der Polizei kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass der 67jährige Mann diesen Überholvorgang trotz Gegenverkehrs durchgeführt und so den schweren Verkehrsunfall verursacht hat. Der im Fahrzeug mitfahrende 62jährige Mann konnte nach seinen Angaben auf der Fahrt keine Unregelmäßigkeiten feststellen, weil er auch teilweise - laut seinen Worten - "gedöst" habe. Seltsamerweise fand diese kurze Ruhezeit genau zu dem besagten Überholvorgang statt.

Trotz mehrmaliger Belehrung und Hinweis auf die Wahrheitspflicht blieb der Beifahrer bei seinen Angaben. Auch eine Rücksprache mit dem zuständigen Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth, und der Hinweis, dass er sich selbst bei bewussten Erinnerungslücken strafbar machen würde, konnte dem Zeugen zu keinen weiteren Erinnerungsvermögen verhelfen. Er räumte zwar teilweise einen Überholvorgang ein, wollte aber von einer gefährlichen Verkehrssituation nichts wissen.

Die Vernehmung des 67jährigen Fahrers erbrachten letztendlich den Durchbruch bei den langwierigen Ermittlungen: Er legte schließlich ein Geständnis ab und räumte seine Beteiligung an dem Verkehrsunfall ein. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde seine Fahrerlaubnis wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sichergestellt.

Gegen den Beifahrer, der als Zeuge einvernommen wurde, wird ebenfalls ein Strafverfahren wegen Strafvereitelung durchgeführt. "Dieser Sachverhalt zeigt, dass falsche Kameradschaft ganz schnell zum Verhängnis werden kann", hieß es von der Polizei.

Die sichergestellten Fahrzeuge wurden bereits durch den Gutachter nochmals in Augenschein genommen und nach Vorlage dieses Ablaufgutachtens und weiteren Ermittlungen wird die Anzeige gegen die Beteiligten an die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Nürnberg/Fürth vorgelegt.
29.11.10
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