"Keine Auswirkungen"

NEUMARKT. Die Verluste anderer Banken lassen "keine negativen Auswirkungen" auf die Neumarkter Sparkasse erkennen, erklärte Vorstands-Vorsitzender Karl Novotny.

Schon kurz nach der Veröffentlichung des Briefes der SPD-Kreistagsfraktion an Landrat Albert Löhner in neumarktonline (Bericht hier) gab Sparkassen-Chef Novotny eine Stellungnahme ab, die wir ebenfalls im Wortlaut veröffentlichen:

"Im Jahr 2007 hat die deutsche Sparkassenorganisation dafür Sorge getragen, dass die Landesbank Berlin, im Wesentlichen bestehend aus der Sparkasse Berlin, nicht in fremde Hände gelangt ist. Die Sparkasse Neumarkt-Parsberg hat sich aus Überzeugung an dem Erwerbsvorgang beteiligt und einen namhaften Betrag dafür zur Verfügung gestellt.
Die Mittel wurden als Darlehen an eine Erwerbsgesellschaft zur Verfügung gestellt.
Die Landesbank Berlin hat sich nach den zur Verfügung stehenden Berichten gut entwickelt, so dass von einer marktüblichen Verzinsung des eingesetzten Kapitals ausgegangen werden kann.

In einer Solidaraktion des gesamten deutschen Kreditgewerbes wurde 2007 ein unkontrollierter Zusammenbruch der Industrie-Kreditbank (IKB) abgewendet.
Auch wenn die IKB dem Haftungsverbund privater Banken angehört erschien es dennoch geboten, um Schaden für die gesamte deutsche Wirtschaft abzuwenden, einen überschaubaren Sanierungsbeitrag zu leisten. Die auf Bundesebene zuständigen Amtsträger der deutschen Sparkassenorganisation haben daher aus dem gut dotierten Haftungsfonds der Landesbanken und Sparkassen eine Unterstützung zugesagt.

Die sogenannte US-Subprime-Krise wird weltweit Schäden von voraussichtlich über 250 Mrd. Euro verursachen. Die zugrundeliegenden Wertpapiere wurden sowohl von den internationalen Ratingagenturen als auch von den renommiertesten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit der Bestnote AAA bewertet, vergleichbar einer Staatsanleihe.

Die Kreditwirtschaft ist gehalten, Geld das nicht unmittelbar als Kundenkredit ausgereicht werden kann, alternativ in Wertpapieren anzulegen. Bei der Auswahl der konkreten Papiere muss man sich u. a. auf die Beurteilung objektiver, unabhängiger und erfahrener Analysten verlassen. Dies ist auch bei diesen Anlagen geschehen. Die einzelne Bank hat regelmäßig nicht mehr Wissen als vorgenannte Analysten. Die entstanden Probleme sind damit in erster Linie systembedingt und weniger das Versagen Einzelner.

Der Ursprung liegt jedoch in den USA, wo nach wie Kredite an Kunden vergeben werden (Subprimes), die in Deutschland bzw. Europa niemals eine Wohnhausfinanzierung bekommen hätten.

Die Bayerische Landesbank hat dem Vernehmen nach, in für die Größe dieses Instituts überschaubarer Größenordnung, in derartige Papiere investiert. Bei der Bilanzierung kam es naturgemäß zu entsprechenden Abwertungen.
Der im Raum stehende Gesamtbetrag von rd. 1,9 Mrd. Euro erscheint für Außenstehende sehr hoch. Für ein Institut dieser Größe und Stärke ist er jedoch in keiner Weise existenzbedrohend - wohl aber mehr als ärgerlich.
Die BayernLB wird für 2007 dennoch einen Jahresgewinn von annähernd 1 Mrd. Euro ausweisen, Dividende bezahlen und nach eigenen Aussagen keine Kapitalerhöhung benötigen.

Unsere Sparkasse ist nicht in derartigen Wertpapieren investiert.

Die Sparkasse Neumarkt-Parsberg hat 2007 ein gutes Geschäftsjahr zum Abschluss gebracht. Alle vorgenannten Ereignisse hatten keinen bzw. nur einen minimalen Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg. Die Planungen für 2008 lassen zurzeit ebenfalls keine negativen Auswirkungen erkennen. Die Sparkasse hat und muss an ihrer Kreditpolitik, an ihrer Risikobereitschaft und an ihrer Preispolitik dieserhalben keine Veränderung vornehmen.

Die gemeinwohlorientierte Ausrichtung der Geschäftspolitik erfordert bei uns keine Gewinnmaximierung. Der Risikobereitschaft in der Geldanlage sind damit naturgemäß vernünftigere Grenzen gesetzt. Wir haben Interesse am nachhaltigen Wohlergehen unserer Kunden und unserer Region. Kundengeschäfte werden daher nicht im Ausland und schon gar nicht in den USA getätigt. Wir verkaufen auch unsere Kunden nicht an andere."
18.02.08
Neumarkt: "Keine Auswirkungen"
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