"Konzepte entwickeln"

NEUMARKT. Der CSU-Kreisverband setzte in seiner letzten Vorstandssitzung die Zukunft der Hauptschule auf der Tagesordnung.

Man stehe zur Hauptschule und setze dieses Thema immer wieder auf die Tagsordnung, hieß es.

Mit großer Freude habe der Kreisvorstand zur Kenntnis genommen, dass die Hauptschule Weinbergerstraße vom Bundespräsidenten Horst Köhler nach dem 1. Platz in Bayern für den zweiten Platz beim bundesweiten Hauptschulpreis ausgezeichnet worden ist (wir berichteten). Voll des Lobes war man ebenso über den ausgezeichneten zweiten Platz auf Landesebene für die Hauptschule Seubersdorf.

Nach Ansicht des CSU-Kreisvorsitzenden Albert Füracker zeige dies ganz deutlich, "welches Potenzial an unseren Hauptschulen vorhanden ist". "Die Unternehmen in unserer Region brauchen motivierte und arbeitswillige Jugendliche" - so Albert Füracker. Nahezu 70 Prozent der Berufsschüler kämen aus der Hauptschule. Gerade das Handwerk und die mittelständischen Betriebe suchten qualifizierte junge Leute in ihren Betrieben. Sie benötigten in erster Linie praxisorientierte Jugendliche, die ausbildungswillig und ausbildungsfähig sind. Wichtiger als ein differenziertes Wissen sei nach wie vor die Beherrschung der Grundfertigkeiten wie Rechnen und Schreiben, soziale Kompetenz und vor allem eine positive Einstellung zur Arbeit.

Kreisrat Helmut Lahner stellte in einer Kurzanalyse die Probleme dar und zeigte mögliche Lösungsansätze für den Landkreis Neumarkt auf. Nach Meinung des Bürgermeisters Alois Scherer von Deining ist es notwendig, dass durch die zum Teil dramatisch zurückgehenden Schülerzahlen gemeindeübergreifende Kooperationen sinnvoll sind. Bürgermeister Bernhard Krauß aus Velburg betonte, dass Lösungen vor Ort gesucht werden müssen und ein Konzept auf Landkreisebene angestrebt werden soll.

Die Folge davon könnten kleinere, eventuell sogar einzügige Hauptschulen sein. Eine Kooperation unter den Gemeinden mit einem "Tag der Differenzierung" an einem Standort soll angedacht werden.

Kombinierte Klassen in bestimmten Fächern müßten möglich sein. Die ausreichende Budgetierung der Lehrerwochenstunden für die jeweiligen Schulen sei ein vernünftiges Lösungsinstrument.

Helmut Lahner wurde beauftragt, zusammen mit Bürgermeister Scherer für die Kommunalpolitische Vereinigung und mit Bürgermeister Krauß für den Gemeindetag die Entwicklung auf dem Schulsektor weiter zu verfolgen, realisierbare Konzepte für den Landkreis zu entwickeln und mit den zuständigen Stellen abzustimmen.

Wichtig sei bei all dem, dass die Entscheidungskompetenz mit allen Konsequenzen vor Ort liege und die Hauptschule unter anderem als sozialer Integrationsfaktor erhalten bleibe.

Zudem vertritt der CSU-Kreisverband die Meinung, dass kleinere Klassen, die Erhöhung der Lehrerzahlen, eine frühzeitige Betreuung und Förderung durch Fachkräfte aus dem sozialen Bereich für die einzelnen Schulen angestrebt werden müssen.
12.06.07
Neumarkt: "Konzepte entwickeln"
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