Bleibt der Spatz vorn ?


Der Spatz oder Haussperling holte sich im letzten Jahr seinen Spitzenplatz im Landkreis Neumarkt zurück
Foto:Z.Tunka
NEUMARKT. Vom 9. bis 11. Januar ruft der Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammen mit seinem deutschlandweiten Partner NABU in Bayern bereits zum zehnten Mal auch im Landkreis Neumarkt zur „Stunde der Wintervögel“ auf.

Nachdem wissenschaftliche Studien erst kürzlich gezeigt haben, dass es einigen häufigen Vogelarten zunehmend schlechter geht, ist die Mitmachaktion wertvoller denn je, hieß es. „Auch die Zahlen der Stunde der Wintervögel belegen den Rückgang von Haussperling und Grünfink. Konnten beide Arten vor fünf Jahren noch in knapp zwei Drittel der bayerischen Gärten beobachtet werden, so wurden sie zuletzt in nicht mal mehr der Hälfte gesehen“, so LBV-Sprecher Markus Erlwein. Indem Naturfreunde einfach eine Stunde lang die Vögel vor ihrem Fenster zählen und den Naturschützern melden, erheben sie wichtige Daten zur Verbreitung der weit verbreiteten heimischen Vogelarten.


Im Landkreis Neumarkt hat sich in den letzten Jahren der Spatz seinen Spitzenplatz von der Kohlmeise zurückerobert.

Die größte naturkundliche Mitmachaktion in Bayern ist eine echte Erfolgsgeschichte. „Von anfänglich 900 Teilnehmern sind seit 2011 stets über 20.000 Naturfreunde dabei“, freut sich LBV-Sprecher Markus Erlwein. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Entwicklungstrends der beliebten und weit verbreiteten Vogelarten wie Haussperling, Amsel und Kohlmeise. „Jeder, der Interesse an der Natur und der Vogelwelt hat, kann mitmachen. Und je mehr Menschen ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse“, so Erlwein. „Gerade langfristige Hinweise auf den möglichen Rückgang unserer häufigen heimischen Vögel interessieren uns sehr, da diese schleichend sind und zunächst kaum auffallen“, sagt Erlwein.

Nach dem viertwärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, einem schönen Frühjahr und einem verregneten Sommer sind die Naturschützer gespannt, welches Ergebnis sie im zehnten Jahr ihrer Citizen-Science-Aktion erwartet. „Insgesamt war die Natur 2014 gut zwei Wochen früher am Werk. Deshalb wird es zum Jubiläum sehr spannend, wie das die Charts der bayerischen Vogelhitparade möglicherweise durcheinander wirbelt“, so LBV-Sprecher Erlwein. Dank der milden Witterung konnten viele Gartenvögel wie die Kohlmeise oder die Amsel sogar drei Mal brüten. „Vielleicht können einige Arten dadurch ihren allgemeinen Negativtrend leicht abfedern“, blickt Markus Erlwein voraus.

„Wer sich eine Stunde Zeit nimmt, seine Vögel am Futterhäuschen oder im Garten zu zählen, unterstützt damit nicht nur den Naturschutz, sondern erweitert auch sein persönliches Vogelwissen über einzelne Arten und das Sozialverhalten der Piepmätze“, so der LBV-Sprecher. Allen Naturfreunden bietet die populäre Mitmachaktion zudem die perfekte Gelegenheit, sich eine kleine Auszeit zu nehmen. So kann zuhause jeder entspannt die Natur genießen und ihr helfen, indem er seine Vogelbeobachtungen für eine wissenschaftliche Auswertung meldet. Familien bietet die Aktion gemeinsamen Spaß in der Natur.

Um die Teilnahme noch einfacher zu gestalten, können sich alle Vogelfreunde ab sofort unverbindlich im Internet vorab registrieren. „Die Eingabe der Zählergebnisse Anfang Januar funktioniert dann umso einfacher und schneller“, erklärt Erlwein. Der LBV wiederum reduziert damit die Belastung seines Internetservers am Aktionswochenende. Auf der Webseite finden interessierte Teilnehmer auch alle Infos sowie Porträts der häufigsten Vogelarten. Außerdem ist auch die Auswertung der Meldungen landkreisgenau live mitzuverfolgen. Außerhalb Bayerns wird die Aktion zum fünften Mal vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) durchgeführt, in Österreich von BirdLife.

Und so wird gezählt:
Von jeder Vogelart wird die jeweils gleichzeitig beobachtete Höchstanzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können ganz einfach im Internet gemeldet werden. Auch per Post (Einsendeschluss ist der 19. Januar 2015) und Telefon (kostenlose Rufnummer am 10. und 11. Januar von 10 bis 18 Uhr: 0800-115-7-115) ist die Meldung möglich.
Und das ist das Ergebnis im Landkreis Neumarkt aus dem Vorjahr:
  1. Haussperling(Spatz) 1489
  2. Feldsperling 908
  3. Kohlmeise 850
  4. Blaumeise 539
  5. Grünfink 380
  6. Amsel 357
  7. Buchfink 185
  8. Elster 177
  9. Wacholderdrossel 124
  10. Bergfink 98
  11. Rabenkrähe 98
  12. Rotkehlchen 97
  13. Goldammer 95
  14. Eichelhäher 88
  15. Kleiber 84
  16. Türkentaube 83
  17. Schwanzmeise 75
  18. Erlenzeisig 63
  19. Gimpel 53
  20. Buntspecht 48
  21. Kernbeißer 39
  22. Sumpfmeise 33
  23. Haubenmeise 27
  24. Stieglitz 26
  25. Tannenmeise 23
  26. Dohle 20
  27. Ringeltaube 17
  28. Grünspecht 15
  29. Sperber 10
  30. Weidenmeise 10
  31. Kolkrabe 10
  32. Zaunkönig 8
  33. Gartenbaumläufer 7
  34. Mäusebussard 5
  35. Saatkrähe 5
  36. Silberreiher 5
  37. Girlitz 5
  38. Graureiher 5
  39. Habicht 4
  40. Hausrotschwanz 4
  41. Star 3
  42. Turmfalke 2
  43. Bachstelze 2
  44. Zwergtaucher 2
  45. Schwarzspecht 1
  46. Straßentaube 1
  47. Fasan 1
  48. Misteldrossel 1
04.01.15
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