Streuobstwiese entstand


Am Montag wurden die neuen Info-Tafeln bei Schnufenhofen vorgestellt

NEUMARKT. Aus einem ehemaligen Bolzplatz in der Nähe des Seubersdorfer Ortsteils Schnufenhofen wurde eine artenreiche Streuobstwiese. Zwei neue Infotafeln berichten jetzt davon - und auch darüber, wie der schon fast vergessene Hutanger "wiederbelebt" wurde.

Zwei am Montag aufgestellte Infotafeln sollen die regen Aktivitäten im Bereich der Landschaftspflege bei Schnufenhofen in den letzten Jahren aufzeigen, hieß es. Aus dem ehemaligen Bolzplatz entstand eine herrliche Streuobstwiese mit 40 verschiedenen Sorten. Und die Schnufenhofener wollten ihren fast vollständig zugewachsenen Hutanger bewahren, der mit Hilfe des Landschaftspflegeverbands in mehreren Teilabschnitten wieder entbuscht wurde.


Die Initiative für beide Projekte ging vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein aus. Mit Hilfe des Landschaftspflegeverbands und der Gemeinde Seubersdorf konnten die Maßnahmen dann umgesetzt werden.

Hier zeigt es sich wieder, dass Landschaftspflege ein echtes Gemeinschaftsprojekt ist und nur so gelingen kann, hieß es am Montag bei dem termin in Schnufenhofen, zu dem sich Landrat Willibalkd Gailler, Bürgermeister Eduard Meier, Vertreter der Naturschutzbehörden, des Obst- und Gartenbauvereins Schnufenhofen, und Geschäftwsführer Werner Thumann sowie Agnes Hofmann vom Landschaftspflegeverband Neumarkt trafen.

Eine gute Planung, Fördermittel, genaue Ortskenntnisse, altes Wissen und viele Hände seien notwendig, um ein Projekt, wie die Entbuschung des traditionellen Hutangers bei Schnufenhofen anzugehen und nachhaltig umzusetzen. Die Idee ging vom Obst- und Gartenbauverein und weiteren Schnufenhofener Bürgern aus. Die suchten sich den Landschaftspflegeverband als Umsetzungspartner. Die Gemeinde Seubersdorf ist Flächeneigentümer und unterstützte die Maßnahmen von Anfang an.

Die Entbuschungen und Nachpflegearbeiten sowie die Obstbaumpflanzungen erfolgten unter fachlicher Anleitung des Landschaftspflegeverbands und wurden von den Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins und von örtlichen Landwirten ausgeführt.

Bereits im Jahr 2006 wurde mit der Entbuschung am Hutanger begonnen. Seitdem wurden sukzessive in mittlerweile vier Pflegeabschnitten Teilbereiche des ehemaligen Angers wieder freigestellt. Markante Felsköpfe und herrliche, mächtige Einzelbäume prägen nun das Bild dieser kleinstrukturierten Landschaft.

Durch die Entbuschungsmaßnahmen konnte hier im Jahr 2008 wieder eine Beweidung eingeführt werden. Wo früher die Kühe der Schnufenhofener Bauern weideten, ist es heute eine kleine Herde mit Schafen und Ziegen aus Wissing.

Die große Streuobstwiese mit 40 Obsthochstämmen am Ortsrand wurde in den Jahren 2004 und 2005 gepflanzt. Seitdem kümmert sich der Obst- und Gartenbauverein um die Pflege dieser Anlage, die Nutzen, Erholung und Naturgenuss gleichermaßen biete.

Alle Maßnahmen werden finanziert über Fördermittel des Umweltministeriums und der Europäischen Union; die Genehmigungen dafür werden von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung der Oberpfalz und von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Neumarkt erteilt. Den darüber hinaus erforderlichen Eigenanteil trägt der Landschaftspflegeverband, bei dem die Gemeinde Seubersdorf und alle weiteren Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises Mitglied sind.

Und die Arbeiten am Schnufenhofener Hutanger gehen weiter. Auch heuer stehen wieder Nachpflegearbeiten zum Rückschnitt von Wiederaustrieben in Schwerpunktbereichen an.

Die Landschaftspflegemaßnahmen am Schnufenhofener Hutanger sind „eingebettet“ in ein großflächigeres Umsetzungsprojekt des Landschaftspflegeverbands, dem Bayernnetz Natur-Projekt „Wissinger Laber“. Seit dem Jahr 2000 werden hier in einem abgegrenzten Projektgebiet zwischen Freihausen, Schnufenhofen, Wissing und Waldkirchen vorrangig Landschaftspflegemaßnahmen umgesetzt. Obwohl dieses Umsetzungsprojekt mit einer Flächengröße von rund 2500 Hektar eher zu den kleineren Bayernnetz Natur-Projekten zählt, gibt es nirgendwo sonst im Landkreis solch eine hohe Anzahl und Dichte an Landschaftspflegemaßnahmen.

Seit Projektbeginn im Jahr 2000 bis heute wurden rund 130 Einzelmaßnahmen auf rund 30 Landschaftspflegebereichen ausgeführt. Der Schwerpunkt liegt hier bei der Pflege und Entwicklung der ökologisch herausragenden Trockenhänge im Tal der Wissinger Laber mit Seitentälern.

Auch der Wanderweg „Naturwallfahrt rund um den Petersberg“ mit seinen Informationstafeln zu Beweidung, Landschaftspflege und Wallfahrt wurde im Rahmen dieses Projekts realisiert. Das Kostenvolumen für alle bisher umgesetzten Maßnahmen im Projekt „Wissinger Laber“ beträgt 448.300 Euro.
21.07.14
Neumarkt: Streuobstwiese entstand
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