Hochfest des Diözesan-Patrons

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Es ist durchaus statthaft, die Profi-Fußballer unserer Nationalmannschaft zu bewundern. Sie werden zwar hoch bezahlt, müssen aber auch enorme Leistungen vollbringen und dies nicht selten vor einem eher kritischen Publikum. Das verdient Respekt und Anerkennung, vor allem was die Einzelleistung, aber auch die Mannschaftsleistung betrifft.

Einen Mann, dessen Leistung ebenfalls höchsten Respekt verdient, feiert an diesem Sonntag unsere Diözese Eichstätt. Es ist der heilige Willibald, der Gründer und Patron unseres Bistums. Wenn sich heute Eltern, Religionslehrer und Pfarrer nicht gerade leicht tun, die Herzen der Menschen für den Glauben zu gewinnen, dann ist es umso bewundernswerter, wie das der heilige Willibald geschafft hat.

Die Zeit, in der er lebte, war noch ganz von der germanischen Götterwelt, vom Ahnenkult und von Zauberei geprägt. In seiner Lebensbeschreibung wird Willibald als kluger Mann geschildert, der wie ein „fleißiger Bauer den Pflug in den Acker der Mission legte“ und der wie ein „eifriger Sämann die Saat des Evangeliums in die Herzen der Menschen streute“. Doch wenn auch schon vor Willibald durch iro-schottische Mönche und durch den heiligen Emeram von Regensburg einzelne christliche Gruppen und kleinere Kirchen ins Leben entstanden, so war es doch Willibald, der der Kirche in unserer Heimat eine erste Ordnung gab.


Er tat es ähnlich wie Bonifatius in Bayern. Willibald gilt als erster Bischof der Diözese Eichstätt, deren Gründung im Jahr 741 oder auch 745 erfolgte. Er ist eng verbunden mit der Missionsarbeit des heiligen Bonifatius, dessen näherer Verwandter er war. Beide stammen aus dem Süden Englands. Zuvor genoss er eine hervorragende humanistische und religiöse Ausbildung in einem Benediktinerkloster. Willibald wurde selber Mönch. Fast unvorstellbar ist sein kühner Entschluss, zusammen mit seinem Vater Richard und seinem Bruder Wunibald zu einer Wallfahrt ins heilige Land aufzubrechen.

Was man heute mit einem Flieger in drei bis vier Stunden schafft, das dauerte damals Jahre. Da hinderten ihn weder die vielen Strapazen noch die hohen Berge der Alpen, wie die Nonne Hugeburc in der Vita Willibalds schreibt. Seine Stationen waren Palästina, Konstantinopel und Montecassino, das Mutterkloster der Benediktiner. Doch dann wird durch Vermittlung von Bonifatius und Papst Gregor III. aus dem Mönch ein Missionar und Bischof.

Durch den Adeligen Suidger wird ihm die Region „eistat“, also Eichstätt geschenkt. Willibald findet dort schon eine kleine Marienkirche vor. Aber auch noch weitere kleine Holz- und Steinkirchen im Altmühl- und Sulztal sind für ihn erste Mosaiksteine für seine Mission in der „terra boiorum“, also im Land der Bayern, wie es in seiner Lebensbeschreibung wörtlich heißt. Damit ist der östliche Teil unseres Bistums gemeint, also das Land zwischen Lauterhofen, Neumarkt, Beilngries und Ingolstadt. Auffallend ist, dass es heute noch in diesem Landstrich eine Reihe von Kirchen gibt, die Willibald geweiht sind.

In Eichstätt beginnt der neue Bischof mit der Errichtung eines Benediktinerklosters und baut eine kleine erste Domkirche, deren Fundamente bei den Domausgrabungen in den Jahren 1970-75 gefunden wurden. Willibald holt auch seine Schwester Walburga und seinen Bruder Wunibald in das neue Missionsbistum und baut in Heidenheim, westlich von Gunzenhausen ein weiteres Kloster.

Man kann heute wirklich nur staunen, was allein durch diesen Mann, total begeistert von der Sache des Glaubens, an Segen über unsere bayerische Heimat und über unser Bistum gekommen ist.
05.07.14
Neumarkt: Hochfest des Diözesan-Patrons
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