Biologische Vielfalt erhalten bleiben


Renaturierung der Sulz - hier bei Sondersfeld


Blaue Himmelsleiter


Fleischfarbenes Knabenkraut
NEUMARKT. Bei der Mitgliederversammlung gab der Landschaftspflegeverband seinen Mitgliedern einen umfassenden Bericht der vielfältigen Aktivitäten im Jahr 2012 und 2013, die im Kern das Ziel verfolgen, die biologische Vielfalt im Landkreis Neumarkt zu erhalten. Dafür erhielt der Landschaftspflegeverband erst kürzlich die Auszeichnung der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“.

Dem Landschaftspflegeverband ist es nach eigenen Agaben ein großes Anliegen, Bewusstsein für die Landschaft, die Landschaftsvielfalt und die natürlichen Ressourcen zu schaffen. Diese zu erhalten und weiterzuentwickeln sei eine ganz zentrale Aufgabe. Durch die gleichberechtigte Zusammensetzung aus dem Bereich Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik bestehe Kontakt mit allen Landnutzern – dies sei eine wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz und Umsetzung der Maßnahmen.

Die Vereinten Nationen haben die internationale UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ von 2011 bis 2020 ausgerufen. Damit rückt der Erhalt der Biologischen Vielfalt, neben dem Klimaschutz, noch stärker als wichtige globale Aufgabe in das Blickfeld, hieß es. Und die Vielfalt werde beim Landschaftspflegeverband auf Landkreis-Ebene konkret umgesetzt: die Renaturierung der Sulz, die Erhaltung bayernweit einmaliger Tier- und Pflanzenwelt im Deusmaurer Moor durch Landschaftspflege, die Förderung der Wacholderheiden an den Talhängen der Schwarzen Laber oder in der Kuppenalb durch die Regionalmarke „Juradistl-Lamm“ oder die Waldprojekttage mit Schulklassen – das seien konkrete Umsetzungsmaßnahmen zum Schutz der Biodiversität und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Landkreis Neumarkt.

Seit Juli konnte nun die Regionalmarke „Juradistl“ um ein weiteres Produkt, der „Juradistl-Apfelschorle“ aus Streuobstbeständen in Kooperation mit der Regensburger Kelterei Nagler und der Neumarkter Lammsbräu erweitert werden.

Auch die thematischen Rad- und Wandertouren, von denen die Radkarten zum Schwarze Laber-Radweg im Landkreis Neumarkt und zur landkreisübergreifenden Juradistl-Tour gerade neu aufgelegt wurden, würden viel zur Bewusstseinsbildung für Naturschutz und Landschaftspflege beitragen, hieß es. Immer wieder informieren Thementafeln und Erlebnisstationen entlang der Strecken zum "ganz besonderen Erlebnis Natur".

Im Bereich der Landschaftspflege wurden im Haushaltsjahr 2012 insgesamt 113 Maßnahmen komplett abgewickelt. Die überwiegende Anzahl betrifft Landschaftspflegemaßnahmen. Daneben wurden im Projekt „Tal der Wissinger Laber“ und im Biodiversitätsprojekt „Juradistl“ spezielle Beratungen von Landwirten hinsichtlich der Teilnahme an Programmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege durchgeführt.

Im Arbeitsbereich der Gewässerentwicklung wurden zwei neue Renaturierungs­Maßnahmen angegangen: die Renaturierung der Sulz nördlich von Allershofen, Gemeinde Berngau, mit über einen Kilometer Gewässerlänge und die Renaturierung des Hembachs in Oberhembach, Markt Pyrbaum.

Seit Einführung der „Heckenpflegeprämie“ im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm im Jahr 2007 führte der Landschaftspflegeverband im Auftrag der Kommunen die Pflege von insgesamt 45 Heckenelementen durch. Im zurückliegenden Winter 2012/13 konnten nun alle Heckenpflegemaßnahmen, die sich jeweils über drei Pflegeperioden erstrecken, abgeschlossen werden.

Die Auszahlungen für alle durchgeführten Maßnahmen der Landschaftspflege, Gewässerentwicklung und Heckenpflege betrugen im Haushaltsjahr 2012 rund 362.000 Euro. Damit war das Jahr 2012 für den Landschaftspflegeverband ein sehr umsatzstarkes Jahr, hie es. Der Landschaftspflegeverband erhielt 2012 Zuschüsse des Freistaats Bayern und der Europäischen Union in Höhe von rund 291.000 Euro. An die Landwirte erfolgten für die Umsetzung der Pflegemaßnahmen Auszahlungen in Höhe von rund 232.000 Euro.

Regelmäßig führt der Landschaftspflegeverband Neumarkt auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen als Real-Ausgleich, insbesondere für die Kommunen durch. Im Jahr 2012 erfolgte die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen für die Stadt Neumarkt, die Stadt Parsberg, die Gemeinde Berg sowie für den Landkreis Neumarkt. Die Umsetzung beinhaltet neben der Herstellung von Maßnahmen, wie zum Beispiel Gehölzpflanzungen, oft auch eine längerfristige Pflege oder extensive Bewirtschaftung, die der Landschaftspflegeverband zusammen mit örtlichen Landwirten sicherstellt.

Im vom Landschaftspflegeverband geführten Umweltbildungszentrum "Haus am Habsberg" nahmen im Jahr 2012 über 8500 Personen an insgesamt 329 Veranstaltungen teil - darunter 68 öffentliche Angebote und über 220 individuell gebuchte Veranstaltungen, zum Beispiel Schulklassenführungen in der Natur. Das Haus am Habsberg wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.

Passend zur Vielfalt des Programms wird auch im Bauerngarten des Umweltzentrums jährlich eine große Vielfalt gezeigt. Drehte sich im Jahr 2012 alles rund um die Kartoffel, so steht heuer die Zwiebel und ihre verwandten Sippen im Mittelpunkt des Gemüsegartens sowie der Kochseminare.


Entbuschung des Hutangers bei Eispertshofen, der wieder mit Rindern beweidet wird
29.08.13
Neumarkt: Biologische Vielfalt erhalten bleiben
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