"Vorreiter und gutes Beispiel"

Zum dritten Mal wurde Neumarkt "Stadt der Weltdekade"
Auszeichnungen über Auszeichnungen

Masterplan 100 Prozent Klimaschutz

Konvent in Brüssel

Kommune des Jahres 2010

Deutscher Lokaler Nachhaltigkeitspreis "Zeitzeichen"

Climate Star 2012

Nachhaltige Bürgerkommune
NEUMARKT. Neumarkt sieht sich als erfolgreiches und vielfach ausgezeichnetes Beispiel eines gelungenen Engagements im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
Im Rathaus wurde nun eine Bestandsaufnahme zum "nachhaltigen Engagement" der Stadt erstellt.
Stadt der Weltdekade, Fair Trade Stadt, Mitglied beim Klimabündnis und Modellstadt im Rahmen des BMU-Programms "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" – dies sind nur einige wenige der Auszeichnungen und Netzwerke, die das Engagement der Stadt Neumarkt für eine nachhaltige Entwicklung kennzeichnen, hieß es dabei.
Oberbürgermeister Thomas Thumann ist überzeugt davon: "Die Auszeichnungen und die Mitarbeit in den Netzwerken bringen uns eine Vielzahl an positiven Effekten". Da sei zum einen das "äußerst positive Bild Neumarkts" im gesamten Bundesgebiet und sogar darüber hinaus. Dies würden immer wieder die zahlreichen Anfragen zu Themen wie Klimaschutz, Fair Trade oder Bürgerhaus bestätigen. Thumann: "Für viele andere Kommunen sind wir so etwas wie Vorreiter und gutes Beispiel".
Umgekehrt würde aus der Rückkoppelung mit anderen auch wieder die Neumarkter Arbeit vor Ort profitieren." Und Bürgermeisterin und Klimaschutzreferentin Ruth Dorner ergänzt: "Der Austausch mit anderen Städten und Akteuren liefert wertvolle Anregungen für die eigenen Projekte. Durch die Mitwirkung in diesen Netzwerken habe ich zudem das Gefühl, dass wir als Stadt Neumarkt gemeinsam mit vielen anderen Akteuren in Deutschland und Europa an der Gestaltung einer nachhaltigeren Gesellschaft arbeiten und auch etwas erreichen können".
Ein weiterer positiver Effekt ist nach Meinung von OB Thumann, daß die Stadt durch die Mitwirkung bei Wettbewerben, die Bewerbungen um Auszeichnungen oder um Fördergelder nach außen zeige, dass man sich permanent engagiere. Das steiger auch die Chancen, beim nächsten Mal auch wieder dabei zu sein, etwa wenn Fördergelder vergeben werden oder Modellstädte ausgewählt werden.
Und tatsächlich - nicht selten fließen Gelder in die Stadtkasse – Gelder, die für eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung Neumarkts gut angelegt werden. So hat die Stadt Neumarkt im Jahre 2007 den Zuschlag des Bundesfamilienministeriums für das Bürgerhaus als Mehrgenerationenhaus erhalten. Bis zum Jahre 2014 kann die Stadt Neumarkt insgesamt mit einer Fördersumme von rund 300.000 Euro rechnen. Dadurch ist es erst möglich geworden, die zahlreichen Projekte des Bürgerhauses auf die Beine zu stellen. Und beim neuesten Förderprogramm "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" wurde die Stadt Neumarkt als eine von 19 Modellkommunen in ganz Deutschland ausgewählt und erhält 320.000 Euro, um ein fundiertes Klimaschutzkonzept zu erstellen. Auch dabei fließen Bundesgelder nach Neumarkt.
Selbst bei Auszeichnungen ist es schon vorgekommen, dass Neumarkt zusätzlich ein Preisgeld erhalten hat. So wird die Auszeichnung "Stille Helden" zur Förderung der Anerkennungskultur des Bürgerschaftlichen Engagements in Neumarkt zum Teil durch das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro ermöglicht, das die Freiwilligen Agentur Neumarkt im Jahre 2006 im Rahmen des "bagfa-Innovationspreises" erhalten hat. Für den 4. Platz im Wettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels" 2011 erhielt Neumarkt sogar einen Betrag von 10.000 Euro. Damit können Akteure wie "Aktives Neumarkt" oder der Eine Welt Laden Neumarkt finanziell unterstützt werden, um Projekte zur Verbreitung des Fairen Handels in Neumarkt umzusetzen, was sich wiederum auf ein positives "Stadtimage" auswirke.
Geld sei aber nicht die Hauptmotivation, sagte Bürgermeisterin Ruth Dorner. Man sei überzeugt davon, dass man mit dem Thema Nachhaltigkeit das Zukunftsthema in Neumarkt ins Zentrum der Stadtpolitik gestellt habe. Man sei dadurch "an der Spitze einer unaufhaltsamen Bewegung" mit dabei. Dorner: "Dadurch haben wir einen Vorsprung, den andere Städte erst wieder aufholen müssen."
So sei die Stadt Neumarkt seit März 2008 Mitglied im Klimabündnis, ein europäisches Städtenetzwerk mit heute über 1600 Mitgliedern in ganz Europa. Ein weiteres Klimaschutz-Netzwerk, der sogenannte "Konvent der Bürgermeister", den Oberbürgermeister Thomas Thumann am 10. Februar 2009 in Brüssel unterzeichnet hat, zählt im August 2012 sogar über 4.200 Mitgliedsstädte, die 166 Millionen Einwohner repräsentieren. Die am Konvent teilnehmenden Kommunen verpflichten sich, bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um mindestens 20 Prozent zu senken und damit über die Ziele der EU hinauszugehen. Die Mitgliedschaft Neumarkts im Konvent der Bürgermeister brachte der Stadt Neumarkt eine Beteiligung an dem Netzwerksprojekt "eReNet" mit Partnerkommunen aus Österreich, Bulgarien, Kroatien, Portugal und Griechenland.
Neben den Erfahrungen, die Neumarkt hier auf europäischer Bühne sammeln kann und der Möglichkeit zur Präsentation örtlicher Firmen in den Bereichen Photovoltaik, Windkraft und Dämmungstechnologie erhält die Stadt Neumarkt auch hier eine Förderung in Höhe von immerhin rund 28.000 Euro. Und es bieten sich weitere Handlungsmöglichkeiten an: Über die internationale Besuchergruppe, die Anfang Mai im neuen Verwaltungsgebäude der Stadtwerke einen dreitägigen
Workshop besucht hat, könne man verstärkt nachdenken. "Wir könnten in Neumarkt gemeinsam mit den Firmen vor Ort zukünftig verstärkt einen Fachtourismus in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeinsparung und weiteren Nachhaltigkeitsthemen entwickeln", meinte Thumann.
Dass dies keine Zukunftsmusik sei, beweise "einmal mehr" eine weitere Auszeichnung für die Stadt Neumarkt, die sie ohne eigene Bewerbung erhalten habe. Auf Einladung der Niederösterreichischen Landesregierung haben Oberbürgermeister Thomas Thumann und Bürgermeisterin Ruth Dorner am 26. April in Schloss Hof den "Climate Star" überreicht bekommen. Insgesamt 20 Städte, Gemeinden und Regionen aus neun europäischen Ländern erhielten in diesem Jahr diese Auszeichnung - Neumarkt und Leipzig waren dabei die einzigen deutschen Städte. In der Laudatio für Neumarkt wurden Projekte wie das Netto-Plus-Verwaltungsgebäude der Stadtwerke, das Faktor 10-Förderprogramm, das beabsichtigte Biomasseheizkraftwerk und die 1,2 MW-PV-Anlage in Pölling hervorgehoben.
Eine Besonderheit ist sicherlich, dass Neumarkt als erste deutsche Stadt für die Jahre 2011/2012 bereits zum dritten Mal als "Stadt der Weltdekade – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)" ausgezeichnet wurde. Die Übergabe der Auszeichnung wurde am 24. November 2010 in Neumarkt persönlich vom Vorsitzenden des Nationalkomitees Prof. Dr. Gerhard de Haan vorgenommen. Dadurch wird Neumarkt bescheinigt, dass Nachhaltigkeit vor allem auch durch eine intensive Bildungsarbeit vermittelt wird. Auch für die nächsten beiden Jahre 2013/2014 stehen die Chancen für eine erneute Auszeichnung sehr gut, da die Stadt Neumarkt alleine mit dem Förderprogramm "Nachhaltigkeit neu lernen" in zwei Jahren etwa 20 Projekte in den Bereichen Klimaschutz, Ernährung, Naturschutz oder Fairer Handel fördern wird.
Um die Liste der Auszeichnungen zu vervollständigen: Neumarkt wurde im Herbst 2009 zur ersten
Fair Trade Stadt in Bayern gekürt und befindet sich seitdem in der guten Gesellschaft von weltweit über 1000 Städten in 24 Ländern. 2010 erhielt Neumarkt den Großen Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung und 2011 folgten das Bayerische Gütesiegel "Nachhaltige Bürgerkommune" sowie der Deutsche Lokale Nachhaltigkeitspreis "ZeitzeicheN".

Symbol für die Neumarkter Bemühung: die Photovoltaikanlage am Pöllinger Bahndamm
24.08.12
Neumarkt: "Vorreiter und gutes Beispiel"