"Äußerst bedeutsam"

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Sie sind äußerst bedeutsam für die Ausbreitung des Christentums in seinen ersten Anfängen, die beiden Apostel Petrus und Paulus. Heute, am 29. Juni, feiert die Kirche ihr Hochfest.

Ihre Verehrung findet sich auch in mehreren Pfarrkirchen in unserem Neumarkter Land. So auch auf dem altehrwürdigen Petersberg in der Pfarrei Waldkirchen. Wer dort die Pfarrkirche besucht, der ist beeindruckt vom dortigen Hochaltarbild mit den Aposteln Petrus und Paulus. Dieses Bild soll sogar aus der Schule des bekannten holländischen Malers Peter Paul Rubens stammen. Eine innere Spannung und Dynamik kennzeichnet dieses Bild, eine Spannung, die sich aber in einem Schwung, der nach oben führt, aufzulösen scheint.

Treffender als hier auf dem Petersberg, der als Urpfarrei - damals noch des Bistums Regensburg - schon im Jahr 725 erwähnt wird, kann man wohl die Charaktere dieser beiden Apostel nicht darstellen. Sie sind unterschiedlich in ihrer Berufung. Petrus gehört zu den erstberufenen Jüngern vom See Genesareth und wird immer als Erster an der Spitze des Apostelkollegiums genannt. Paulus erlebt auf dem Weg nach Damaskus eine eigene Berufung durch den auferstandenen Christus und schließt sich erst später den übrigen Aposteln an.

Petrus ist vor allem darauf bedacht, dass das jüdischen Volk, also Israel, den Weg des Glaubens an Christus findet. Paulus jedoch legt sein Augenmerk vor allem auf die Völker der Heiden, um sie für Christus zu gewinnen. Auf dem Apostelkonzil in Jerusalem kommt es deshalb zu Spannungen zwischen beiden, die dann jedoch beigelegt werden: Auch den Heiden kann der Weg zum christlichen Glauben offen stehen, ohne dass sie zuvor Juden werden müssten.

So werden statt anfänglicher Spannungen beide Apostel zum Symbol der Einheit für die eine Kirche Jesu Christi. Um diese Einheit hat schon die frühe Kirche gerungen, wenn es um das Jahr 110 in den Briefen des Papstes Clemens an die Kirche in Korinth heißt: "Der ist eins in Glaube und Liebe, der eins ist mit dem Bischof von Rom". Zu dieser inneren Einheit der Kirche hat eben auch Paulus beigetragen, als er um das Jahr 58 die Gemeinde in Rom gründete, wie wir aus dem Römerbrief erfahren.

Aber auch Petrus wirkte in dieser römischen Gemeinde, die aus Juden- und Heidenchristen bestand. Beide Apostel fanden dann auch um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod, als dort unter Kaiser Nero eine Christenverfolgung ausbrach. Petrus wurde im Circus Maximus gekreuzigt und von Christen in einem damaligen römischen Friedhof bestattet, über den sich heute St. Peter erhebt. Paulus wurde mit dem Schwert enthauptet. Auch über dem Paulusgrab, das erst in den letzten Jahren neu gestaltet wurde, erhebt sich eine prächtige Basilika in St. Paul vor den Mauern.

Schon sehr früh waren die Gräber der Apostel Petrus und Paulus das Ziel vieler Pilger, Beter und Romwallfahrer. Einer ist der Gründer unseres Bistums Eichstätt, der heilige Bischof Willibald. Um das Jahr 720 besuchte er die Gräber der Apostel auf dem Weg ins heilige Land. Bei seiner Rückkehr ließ er sich durch Papst Gregor II. und den heiligen Bonifatius ins Eichstätter Missionsfeld senden. Aber schon ab dem 5. Jahrhundert ging gleichsam von den römischen Heiligtümern der Apostel Petrus und Paulus eine immer neue Welle der Missionierung der Völker Europas aus.
29.06.12
Neumarkt: "Äußerst bedeutsam"
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