Gedanken zum Allerseelentag

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Manche meinen, zum Allerheiligen- und Allerseelentag passe nur Nebel, trübe Stimmung oder nasskaltes Wetter. Tatsächlich wird uns an diesen Tagen die trübe und dunkle Seite unseres Lebens vor Augen gestellt und das ist unsere Endlichkeit und Sterblichkeit.

Wenn wir die Friedhöfe besuchen und unserer Verstorbenen gedenken, dann kann uns durchaus bewusst werden: Mensch, dein Leben ist begrenzt, du bist vergänglich und sterblich. Aber ist das die ganze Botschaft des Allerseelentags?

Die Kirche lädt uns ein, an diesem Tag zwar der Verstorbenen in Liebe und Dankbarkeit zu gedenken und für sie den Allerseelenablass zu beten, sie lenkt aber auch gleichzeitig unseren Blick von der Erde zum Himmel, von den Gräbern zur Auferstehung. Es hat einen tiefen Sinn, wenn wir die Gräber unserer Angehörigen nicht verwahrlosen lassen, sondern sie schmücken mit Grabkreuzen und Grabsteinen, mit weißen Blumen, mit Weihwassergefäßen und Grablichtern. Denn gerade diese "Grabbeigaben" sind gehaltvolle Sinnbilder für den christlichen Glauben an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Steine und Kreuze drücken aus: Unsere Angehörigen haben festen Anteil an der Erlösung, die uns Christus durch sein Kreuz geschenkt hat. Lichter und Allerheiligenblumen bedeuten: Unsere Verstorbenen werden nicht verlöschen wie Sternschnuppen am Himmel, sondern ihr Leben wird neu aufleuchten und neu erblühen in der Gemeinschaft mit Gott und allen Heiligen des Himmels. Und das Weihwasser erinnert an die Taufe und an die Würde der Gotteskindschaft, an der auch die Toten noch Anteil haben.

So steht auch an einem trüben Allerseelentag ein ganz großer Trost und eine nahezu österliche Hoffnung über den Gräbern unserer Verstorbenen. Es ist ein Tag großer Liebe, Zuneigung und Gemeinschaft mit denen, die uns im Glauben vorausgegangen und in Frieden entschlafen sind.

Allerseelen lädt uns aber auch ein, für unsere Verstorbenen zu beten. So darf in der katholischen Kirche ein Priester an diesem Tag sogar drei mal die heilige Eucharistie als Totenmesse feiern, denn die Kirche betet an diesem Tag auch für all die vielen vergessenen Toten, an die niemand mehr denkt und feiert für sie das heilige Messopfer.

Schon im 2. Jahrhundert gibt es Zeugnisse dafür, dass die Kirche für die Verstorbenen die Eucharistie feierte. Das eigentliche Geburtsjahr des Allerseelentages aber ist das Jahr 998. Damals ordnete Abt Odilo von Cluny für alle ihm unterstellten Klöster das Totengedächtnis für den 2. November an. Dieser Gedenktag breitete sich dann aber sehr rasch aus in der gesamten westlichen Welt.
01.11.11
Neumarkt: Gedanken zum Allerseelentag
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