"Opfer im Mittelpunkt"

NEUMARKT. Der "Weiße Ring" in Neumarkt erinnerte am "Tag der Kriminalitätsopfer" an die Situation der durch Gewalt geschädigten Menschen.

Gerade die Opfer von Kriminalität seien auf "Schutz, praktische Hilfe und Solidarität unseres Gemeinwesens angewiesen", erklärte der Leiter der Außenstelle des "Weißen Rings", Josef Haimerl.

Neben den körperlichen und wirtschaftlichen Folgen leiden Kriminalitätsopfer meist auch an seelischen Belastungen nach einer Straftat. Es fehle in Deutschland jedoch an einer flächendeckenden Versorgung schwer traumatisierter Opfer. Deshalb fordert der "Weiße Ring" mehr Hilfe für seelisch belastete Verbrechensopfer.

Unter Fachleuten ist es eine Binsenweisheit, dass eine psychologische Versorgung nach der Straftat schnell erfolgen muss. Dem haben auch die Interessen von Polizei und Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Straftat-Aufklärung ebenso Rechnung zu tragen wie die Klärung strittiger Fragen der Kostenübernahme, hieß es. Zu allererst gehe es um das Wohl des Opfers, mahnt der "Weiße Ring".

Zu einem guten Teil werden die Behandlungskosten über das Opferentschädigungsgesetz abgedeckt, das auch die sofortige Heilbehandlung sicherstellen soll. Doch die tägliche Praxis sieht anders aus. Nur in Nordrhein-Westfalen ist derzeit eine flächendeckende Versorgung mit Trauma-Ambulanzen vorhanden. Bayern und drei andere Bundesländer sind auf einem guten Weg. Im Rest der Republik sind lediglich vereinzelt Initiativen an lokalen Krankenhäusern zu finden. Opfern und ihren Angehörigen würden hunderte Kilometer Wegstrecke zugemutet.

Das frühzeitige Erkennen der mit einem traumatischen Erlebnis wie einer Gewalttat stets verbundenen psychischen Belastungen und die zeitnahe ärztliche Versorgung bedeuten wirksame Opferhilfe und führen in aller Regel auch zu Kosteneinsparungen. Wenn für die umfassenden Opferschutz politisch Verantwortlichen es ernst meinen mit diesem wichtigen gesellschaftlichen Anliegen, dann muss die bundesweite Einrichtung und Finanzierung von Trauma-Ambulanzen sichergestellt werden.

Zudem gilt es, die Hemmschwelle bei den durch die Tatfolgen psychisch belasteten Opfern für die Annahme dieses Hilfsangebotes zu senken. Dies müsse niederschwellig, kostenlos, leicht erreichbar und überall verfügbar sein. Nur so könne der Staat die Lebensqualität von Menschen sichern, die er nicht vor kriminellen und gewalttätigen Übergriffen schützen konnte, hieß es.

Die Außenstelle Neumarkt ist unter der Telefonnummer 09497/ 902429 erreichbar.
22.03.11
Neumarkt: "Opfer im Mittelpunkt"
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