Neues Verfahren


Vorstand Peter Weymayr, leitender Endoskopiepfleger Josef Sendlbeck, der Chefarzt Medizinische Klinik II Prof. Dr. Claus Schäfer , Michael Feuring von der Herstellerfirma und Oberarzt Werner Kraupa (v.l.)

NEUMARKT. Als bislang erstes Krankenhaus in ganz Bayern setzt das Klinikum Neumarkt ein neuartiges Koloskopiesystem, das Scope-Guide-Verfahren, ein.

Im Landkreis Neumarkt ist Darmkrebs mit rund 60 Todesfällen immerhin einer der Spitzenreiter unter den Krebsarten, denen im letzten Jahr 300 Menschen zum Opfer fielen. Darauf wies kürzlich das Neumarkter Gesundheitsamt hin (wir berichteten)

Mehr Sicherheit und Komfort für den Patienten und kürzere Untersuchungszeiten sind die wesentlichen Errungenschaften des neuartigen Verfahrens, das bei Darmspiegelungen eingesetzt wird. Bei einer Routine-Darmspiegelung hat der Untersucher keine Möglichkeit, von außen die exakte Lage des Endoskops zu erkennen. Bei starken Knickbildungen kann so die Untersuchung für den Patienten sehr unangenehm sein bzw. länger dauern.

Abhilfe schaffte bis dato nur eine Röntgenuntersuchung zur Darstellung des Endoskops. Im Gegensatz zu der bisher notwendigen Lage-Erkennung des Endoskops mit Hilfe von Röntgenstrahlen, liefert das neue System eine dreidimensionale Echtzeit-Abbildung des Koloskops während des gesamten Eingriffs.

Mehr als ein Dutzend Mini-Sender, die entlang des Einführungsteils an der Endoskopspitze platziert sind, bauen ein schwaches elektromagnetisches Feld auf. Die Scope-Guide-Software errechnet aus den Sendefrequenzen die exakte Position jedes einzelnen Senders und zeigt genau an, wo sich das Endoskop gerade befindet. Dadurch lassen sich Untersuchungsabläufe kürzer, präziser und für den Patienten weniger belastend gestalten, hieß es.

Eine optimale Bildqualität ermögliche die Erkennung kleinster Schleimhautveränderungen und Polypen. Daneben gewährleiste eine ausgereifte Ergonomie ein patientenschonendes und zügiges Einführen des Koloskops und helfe, das Risiko einer Darmwandverletzung weiter zu verringern.

Prof. Schäfer hat dieses Untersuchungsverfahren im Klinikum Großhadern 2009 evaluiert und im Rahmen einer Kooperation mit der Firma Olympus nach seinem Wechsel im Klinikum Neumarkt etabliert.

Für dieses neue Verfahren ist das Klinikum Neumarkt jetzt Süddeutsches Trainingszentrum. Ärzte, die diese Technik zukünftig anwenden wollen, werden hier geschult. Kürzlich fand der erste ganztägige Workshop statt, an dem 15 auswärtige Endoskopiker teilnahmen und die offizielle Geräteübergabe durch die Firma Olympus erfolgte.

Das Klinikum Neumarkt ist ein Schwerpunktkrankenhaus der Versorgungsstufe II mit 430 Planbetten und acht Behandlungsplätzen für eine Tagesklinik für Schmerztherapie sowie Lehrkrankenhaus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
13.03.11
Neumarkt: Neues Verfahren
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