"Ansporn und Ermutigung"

Von Dekan Dr. Norbert Dennerlein

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir stehen am Übergang vom Jahr 2010 in das Jahr 2011. Der Übergang in ein neues Jahr ist wie der Übergang in ein neues Land. In ein neues Land, das wir noch nicht kennen. Gerade in Übergangssituationen spüren wir in uns manche Ängste: Was wird auf uns zukommen? Was wird geschehen? In der Welt? In unserem Land? In unserem ganz persönlichen Leben? Werden wir unsere gesteckten Ziele im privaten und beruflichen Leben erreichen? Werden wir den Anforderungen an uns gerecht werden? Werden Wünsche in Erfüllung gehen? Oder werden wir überfordert sein? Werden wir unglücklich sein? All dies verunsichert uns. Es macht nervös. Es kann uns lähmen, uns blockieren. Wie sollen wir damit umgehen?

Nicht nur da, aber gerade in Zeiten des Überganges brauchen wir etwas, was uns Mut macht. Brauchen wir etwas, was uns den Kopf voller Vertrauen heben lässt. Brauchen wir Ansporn und Ermutigung. Das kann in solchen Augenblicken nicht aus uns selber kommen; es muss von außen kommen!

Ich persönlich habe das vor allem mit einem Vers erlebt, den mir Anfang der 80er Jahre bei einem Jugendaustausch mit Jugendlichen aus Deutschland und Nordirland in Belfast jemand auf den Frühstückstisch gelegt hatte. Dieser Vers aus der Bibel lautete: "Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist, denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst." (Josua 1,9)

Dieser Vers hat sich mir tief eingeprägt. Und indem er sich mir eingeprägt hat, hat er mich geprägt. In den unterschiedlichsten Situationen meines weiteren Lebens kam er mir immer wieder ins Gedächtnis – bis heute. Und immer wieder merke ich, wie ich aus Zusage Gottes neue Kraft schöpfe. "Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist, denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst." Aus diesen Worten spricht so unbeschreiblich viel Hoffnung und Vertrauen. Und wer von uns bräuchte das nicht? Ohne Hoffnung können wir auf Dauer gesehen nicht leben. Wer die Hoffnung aufgibt, der hört auf zu leben. Ohne Vertrauen können wir auf Dauer nicht leben. Wir leben davon, dass wir anderen vertrauen: unseren Ehepartnern, unseren Eltern, unseren Kindern, unseren Freunden und allen voran Gott selbst.

Natürlich werden wir immer wieder enttäuscht, Sie genauso wie ich. Natürlich erleben wir, dass Menschen, denen wir vertraut haben, nach vorne hin freundlich zu uns sind, uns aber dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen, in den Rücken fallen, oder, wenn es darauf ankommt, uns hängen lassen. Natürlich hätten wir dann manchmal Lust, am liebsten alles hinzuwerfen und niemandem mehr zu vertrauen. Aber trotz dieser schmerzhaften Erfahrungen sollten wir nicht aufhören, Menschen, denen wir begegnen, erst einmal zu vertrauen. Denn es wäre ungerecht, wohlwollende Menschen für die Verletzungen zu strafen, die uns andere zugefügt haben. Besser ist der Satz: "Ich denke erst einmal positiv von einem Menschen – bis er mich vom Gegenteil überzeugt."

Wir leben auch davon, dass andere uns vertrauen. Wir leben davon, dass andere uns etwas zutrauen. Dieser Vertrauensvorschuss setzt ungeahnte Kräfte frei. Das haben wir alle wohl schon immer wieder erlebt. Vertrauen in Gott, Vertrauen in andere Menschen bedeuten Vertrauen in das Leben, Vertrauen in die Zukunft. Solches Vertrauen, das den Blick auf die Zukunft richten lässt, brauchen wir immer, vor allem in den Übergangssituationen unseres Lebens. Vertrauen dürfen wir fest darauf, dass Gott hält, was er verspricht. Gott wird auch mit Ihnen sein in jedem Augenblick des neuen Jahres – in den glücklichen und in den schwierigen Momenten. Vertrauen Sie darauf – und Sie werden es erleben! Im Vertrauen auf Gottes Nähe können wir zuversichtlich und selbstbewusst in die Zukunft blicken und den nächsten Schritt wagen! In das neue Jahr 2011.
26.12.10
Neumarkt: "Ansporn und Ermutigung"
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