"Heilige Familie" wieder komplett


Bisher war die "Heilige Familie" unvollständig. Die männliche Figur rechts ist ein Hirte.
Foto:Archiv

Ein "Werkstattfoto" des neu eingekleideten Josef.
NEUMARKT. In der Historischen Kirchen-Krippe von St. Johannes ist heuer in der Immanuelkapelle zum ersten Mal die komplette Heilige Familie zu sehen.

Die historische Krippe ist wahrscheinlich bis Lichtmess in der Pfarrkirche zu bewundern.

Der "Heilige Josef" ist zum ersten Mal überhaupt zu sehen. Er wurde von der neuen Schneiderin Mirjam Mößel in barocker Tradition und überwiegend mit alten Stoffen in fleißiger Handarbeit bekleidet.

Momentan werden neun weitere besonders restaurierungsbedürftige Köpfe wieder hergestellt. Wenn alles klappt, werden zu Weihnachten im nächsten Jahr auch ein Engel und die Heiligen Drei Könige zu sehen sein. Natürlich hängt das auch davon ab, ob die Finanzierung mit Spenden gedeckt ist, hieß es.

Übrigens würden auch Fotos der Krippe helfen, wie sie vor 1945 aufgestellt war. Interessierte Neumarkter können sich über den Restaurierungsfortschritt laufend informieren.

Dazu hat man einen "Newsletter" erstellt, den man genauso wie weitere geplante Exemplare kostenlos an Interessenten schickt, um auf diesem Weg einen "Freundes und Unterstützerkreis" für das Projekt zu entwickeln. Wer Interesse hat, soll einfach eine Email an KrippeStJohannes@aol.com senden.

Wie bereits mehrfach berichtet wurden vor einigen Jahren in der Sakristei der Stadtpfarrkirche St. Johannes 21 Köpfe von historischen Krippenfiguren wiederentdeckt. Sie stammen zum Teil noch von den seit 1622 für einige Jahre in Neumarkt tätigen Jesuiten.

Zur Zeit werden weitere Köpfe restauriert und in den nächsten Jahren wieder ihrer Bestimmung zugeführt.

Bis Kriegsende wurde in der Pfarrkirche die historische Kirchenkrippe der Jesuiten aufgestellt, die zum Teil aus dem Barock stammte.

Die Jesuiten waren zur Gegenreformation aus Amberg, wo sie seit 1621 tätig waren, nach Neumarkt gekommen, nachdem die katholische Religionsausübung in der Oberen Pfalz von Herzog und Kürfürst Maximilian von Bayern wieder erlaubt wurde. Wo immer die Jesuiten arbeiteten, schufen sie in kürzester Zeit faszinierende Weihnachtskrippen und Passionsdarstellungen, um die Inhalte der Bibel durch szenenhafte Darstellungen neu zu beleben.

Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte wurden diese Krippen gepflegt und gehegt. Für Neumarkt ist neben einem Heiligen Grab und der Weihnachtsdarstellung auch das Motiv "Hochzeit zu Kana" überliefert.

Die Krippe wurde beim Brand des Schwesternhauses am Rainbügl zum größten Teil zerstört. 21 Köpfe für 80 bis 100 Zentimeter große Krippenfiguren (dem sogenannten "Jesuitenmaß") und einige für 30-Zentimeter-Figuren haben aber in der Sakristei "überlebt". Viele Köpfe weisen noch die Nagellöcher für die Befestigung der Echthaarperücken auf
26.12.10
Neumarkt: "Heilige Familie" wieder komplett
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