"Kurzarbeit statt Kündigung"


Geschlossen – Frost legt den Bau lahm: Wenn im Winter
draußen nichts mehr geht, sollen die Betriebe das Saison-
Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten nutzen.
Foto: Petra Berger
NEUMARKT. Im Job gut über den Winter kommen – ohne Frust beim Frost: Wenn die Quecksilbersäule in den Keller rutscht und auf dem Bau nichts mehr geht, soll es trotzdem keine Kündigungen geben.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hat an die Bauunternehmen sowie an die Garten- und Landschaftsbaubetriebe im Kreis Neumarkt in der Oberpfalz appelliert, in der anhaltenden Kälteperiode auf wetterbedingte Entlassungen zu verzichten.

Stattdessen sollten die Unternehmen das so genannte Saison-Kurzarbeitergeld (kurz: "Saison-Kug") nutzen. "Das garantiert die Weiterbeschäftigung im Winter. Wegen des Wetters muss heute kein Bauarbeiter und kein Landschaftsgärtner mehr auf die Straße gesetzt werden", so der Vorsitzende vom IG BAU-Bezirksverband Oberpfalz, der Neumarkter Peter Prison.

Auch Dachdecker seien vom "Frost-Job" betroffen. "Sie können ebenfalls vom Saison-Kurzarbeitergeld profitieren. Denn selbst wenn die Winter-Aufträge ausbleiben oder das Wetter nicht mitspielt – die Bundesagentur für Arbeit zahlt die Löhne und Gehälter", sagt Prison. Damit werde auch jeder Job auf dem Dach zu "100 Prozent winterfest".

Jeder Beschäftigte erhalte beim "Saison-Kug" von Dezember bis März ein Ausfallgeld von 60 Prozent des Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kindern steige dieser Betrag sogar auf 67 Prozent, so der Bezirkschef der IG BAU. Gezahlt werde das Saison-Kurzarbeitergeld nicht nur in der Baubranche und im Dachdeckerhandwerk, sondern auch im Garten- und Landschaftsbau. Den Betrieben entstünden – bis auf einen kleinen Beitrag zu den Sozialabgaben – keine zusätzlichen Kosten.

Die IG Bau spricht beim Saison-Kurzarbeitergeld von der idealen "Winterbrücke". Und die gelte es, schlau zu nutzen: "Wer Kurzarbeit macht, muss nicht Däumchen drehen". Jeder könne etwas für sich tun: Ein Lehrgang als Vorarbeiter auf dem Bau, ein Führerschein für Baumaschinen, ein Kurs "Wärmedämmung an Fassaden", ein Motorsägen-Führerschein – die Palette an Fortbildungsmöglichkeiten ist breit.
"Und die Arbeitsagentur fördert Weiterbildungen bis zu 100 Prozent. Das ist eine echte Chance", sagt Peter Prison. Wer keine Berufsausbildung habe, könne mit einer besonders hohen Förderung rechnen. Ebenso, wer seit mehr als vier Jahren eine un- oder angelernte Tätigkeit ausübe.

"Wer damit rechnet, bald Saison-Kurzarbeit machen zu müssen, der sollte sich heute noch bei der Arbeitsagentur nach einer geeigneten Weiterbildung erkundigen", rät der IG Bau-Bezirksvorsitzende.
16.12.10
Neumarkt: "Kurzarbeit statt Kündigung"
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