Wertvoller "Kopfbau ?

NEUMARKT. OB Thomas Thumann plädiert im Hinblick auf das Thema "Turnerheim" für ein "sachliches Vorgehen und Argumentieren".

Schließlich seien den Mitgliedern im Steuerungskreis bereits im Mai 2010 die von Architekt Michael Kühnlein vorgelegten Studien zu den verschiedenen möglichen Varianten übergeben und dort auch vorgestellt worden.

Er habe in der Steuerungskreissitzung auch ausführlich darüber berichtet, dass er zusammen mit Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee ein langes Gespräch mit dem Ehepaar geführt habe, das als Grundstücksnachbarn unmittelbar betroffen wäre. Ihnen habe er ausgiebig die Varianten vorgestellt und das Ehepaar gebeten, sich in Ruhe Gedanken darüber zu machen, ob es die Einhaltung der Abstandsflächen bei der Variante mit Erhalt und Sanierung des Kopfbaus mit Neubau einer Zweifachturnhalle aufrechterhalten würde.

Nach einigen Tagen sei die eindeutige Antwort gekommen, dass sie auf die Einhaltung der Abstandsflächen bestehen. Damit erachte er diese Variante als nicht zielführend, denn bei dieser Lösung würde laut den vorliegenden Planskizzen von Architekt Kühnlein das Gebäude der Turnhalle so nahe an die Grundstücksgrenze heranreichen, dass die Zustimmung der Nachbarn erforderlich wäre.

Dies habe er auch dem Steuerungskreis so mitgeteilt und erläutert, dass beim Abriss des Kopfbaus und dem Bau einer Dreifachturnhalle die Abstandsflächen eingehalten sind, erklärte Thumann.

Auch die Frage des historischen Wertes des Kopfbaus sollte man mit der notwendigen Sorgfalt angehen, meint der OB in seiner Stellungnahme. Nicht zuletzt hätten sogar Fachleute davon gesprochen, dass der historische Wert des noch bestehenden Turnerheimbaus nicht so hoch anzusetzen sei. Auch Architekt Kühnlein hatte darauf hingewiesen, dass von der eigentlichen historischen Bausubstanz nur ein Teil erhalten geblieben sei.

Dies alles habe Oberbürgermeister Thumann auch dem Steuerungskreis so mitgeteilt und auch dargelegt, dass er selber der Lösung mit dem Abriss des Kopfbaus und dem Bau einer Dreifachturnhalle den Vorzug geben würde. Hierfür sprechen aus seiner Sicht nicht nur die Kosten, die bei einer Dreifachturnhalle bei 10,7 Millionen liegen, beim Erhalt und der notwendigen Sanierung des Kopfbaus mit dem Bau einer Zweifachturnhalle bei 11 Millionen Euro. Selbst wenn man bei der Dreifachturnhalle noch Restaurant, Theatersaal und Tribüne dazubauen würde, käme man laut Angaben des Architekten für diesen Neubau auf 13,9 Millionen Euro.

Seine Präferenz für diese Lösung bedeute aber nicht, dass er eine Zweifachturnhalle auf alle Fälle verhindern wolle, erklärte Thumann. Schließlich sei es Sache des Stadtrates, hier eine Entscheidung zu treffen. Allerdings müsse man nun nach Kenntnis der Aussagen des Nachbarehepaars zur Einhaltung der Abstandsflächen davon ausgehen, dass beim Festhalten am Erhalt des Kopfbaus nur noch der Bau einer Einfachturnhalle denkbar wäre.

Dazu haben die Vertreter der Verwaltung in der Sitzung des Steuerungskreises erklärt, dass alleine für die Nutzung der Theo-Betz-Schule mit ihrer Ausrichtung auf Ganztagesschule eine Einfachturnhalle den Erfordernissen kaum mehr gerecht werden könnte.

Hinzu komme die angespannte Hallensituation in der Stadt im Hinblick auf die Sportvereine und andere Nutzungen. Daher sei es auch aus Sicht der Verwaltung zielführend, eine größere Halle anzustreben. Bei einem Treffen der Vertreter der zehn Sportvereine Neumarkts hätten sich alle einhellig für den Bau einer Dreifachturnhalle ausgesprochen, da der Bedarf für Hallen insbesondere in den Wintermonaten sehr hoch sei, die bestehenden Hallen in Neumarkt nahezu voll seien und zahlreiche Anfragen nicht befriedigt werden können. Dies seien weitere Argumente, die für eine Dreifachturnhalle sprechen, so der Oberbürgermeister.

Obwohl bei einer Einhaltung der Abstandsflächen der Erhalt des Kopfbaus mit Bau einer Zweifachturnhalle wegen des Platzbedarfs und der räumlichen Eingeschränktheit durch diesen Kopfbau aufgrund der Untersuchungen des Architekten nicht möglich erscheine, habe Oberbürgermeister Thumann trotzdem die Verwaltung noch einmal beauftragt, Möglichkeiten zu eruieren, ob es eine Möglichkeit gibt, eine Zweifachturnhalle auf dem beengten Raum zwischen dem Kopfbau, der nach Wunsch einiger Stadträte erhalten werden soll, und dem Nachbargrundstück planen könne.

Damit diese Frage geklärt und anschließend das Thema Turnerheim "sachlich behandelt" werden kann, habe er das Thema nicht auf die Tagesordnung für die Sitzung am 2. Dezember im Stadtrat gesetzt.

Thumann machte aber auch deutlich, dass ein "Hinauszögern durch Unterstellungen, Mutmaßungen oder Leugnen von Tatsachen" der Wichtigkeit des Themas nicht gerecht werde. Aus seiner Sicht sei dieses Thema lange genug diskutiert und von Seiten der Stadt mit den Varianten von Architekt Kühnlein ausgiebig vorbereitet worden.

Thumann: "Die Stadträte sollten den Mut haben, dann auch eine Entscheidung zu treffen. Nicht zuletzt haben uns jetzt noch die Vorgänge rund um den Brandschutz gezeigt, wie notwendig es ist, dass wir das Projekt endlich anpacken. Nicht zu vergessen auch die Tatsache, dass die Theo-Betz-Schule zur Ganztagesschule umgestaltet wird und dringend Sportmöglichkeiten in der Halle benötigt".
24.11.10
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