"RFP" ist gerettet

NEUMARKT. Die insolvente "RFP Metallbearbeitung GmbH" in Parsberg ist gerettet. Zwei Drittel der Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Insolvenzverwalter Joachim Exner hat den Geschäftsbetrieb des insolventen Parsberger Automobilzulieferers an einen strategischen Investor veräußert. Käufer ist die "Martin Stanz und Umformtechnik GmbH" (neumarktonline berichtete bereits vor mehreren Wochen). Der neue Besitzer wird zum 1. Januar 2011 alle 192 RFP-Mitarbeiter übernehmen und den Standort Parsberg erhalten, hieß es am Dienstag. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Gläubiger haben der Übertragung bereits zugestimmt.

In einer bundesweit wohl einzigartigen Aktion hatten am 25. Januar 2010 über 200 RFP-Mitarbeiter Insolvenz beim zuständigen Insolvenzgericht in Nürnberg beantragt. Auf diesem Wege wollten Betriebsrat und Belegschaft die Sanierung des Unternehmens über Insolvenzverfahren ermöglichen und eine Zerschlagung verhindern.

"Die Arbeitnehmer haben Weitsicht und Augenmaß bewiesen, als sie sich zu diesem Schritt entschlossen", unterstrich Joachim Exner aus Anlass des Verkaufs. "Das Beispiel RFP zeigt erneut, dass ein rechtzeitig eingeleitetes Insolvenzverfahren keinesfalls ein Todesurteil ist, sondern eine wirkliche Chance für einen Neuanfang."

Die Rechnung, die auch bei RFP aufging. Insolvenzverwalter Exner gelang es trotz des schwierigen Marktumfeldes, den Geschäftsbetrieb schnell zu stabilisieren und nutzte die Zeit, das Unternehmen grundlegend zu restrukturieren. Das Unternehmen schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen, die Produktion ist voll ausgelastet.

Auf diesem Wege konnten auch fast zwei Drittel der Arbeitsplätze erhalten werden. Von den restlichen Mitarbeitern kündigten 20 von sich aus; für die übrigen richtete Exner eine Transfergesellschaft ein – ein Angebot, dass 93 Prozent der Betroffenen annahmen. Diese werden nun ein halbes Jahr lang weiterqualifiziert und bei der Suche nach einer neuen Anstellung unterstützt. Während dieser Zeit erhalten sie 85 Prozent ihres früheren Gehaltes weiterbezahlt.

"Die IG Metall hat von Anfang an den Insolvenzantrag bei RFP unterstützt", unterstrich auch Gerhard Pirner, Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Regensburg. "Ziel war es, einen Großteil der Arbeitsplätze zu retten, was zu unserer großen Freude nun auch gelungen ist."

"Mit RFP erwerben wir ein angesehenes Unternehmen, das hervorragend zu uns passt", betonte Peter Martin, Geschäftsführender Gesellschafter der Martin Metallverarbeitung GmbH. "Mit exzellentem Know-how, hervorragenden Mitarbeitern und modernen Produktionskapazitäten ist es möglich, die notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen umzusetzen, damit RFP einen wichtigen Teil in unserer Wachstumsstrategie leisten kann."

Die Martin Metallverarbeitung GmbH fertigt ebenso wie RFP Stanz- und Umformteile, außerdem Baugruppen und elektromechanische Verstellsysteme. Zu den Kunden des Unternehmens zählen namhafte Automobilhersteller und zahlreiche Automobilzulieferer.
09.11.10
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