"Absoluter Spitzenplatz"

NEUMARKT. Der Landkreis Neumarkt belegt beim Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien mit 16 Prozent den absoluten Spitzenplatz in der Oberpfalz.

Darauf wies der Schnaittenbacher Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD) in einer Pressemitteilung am Mittwoch hin. Pilsach mit 46 Prozent sowie Velburg und Mühlhausen mit jeweils 36 Prozent seien die drei Gemeinden, die weit vorne liegen.

Der Landkreis insgesamt erzeugt 16 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien, viel mehr als die Oberpfalz (9 Prozent), Bayern (8 Prozent) oder die Bundesrepublik (12 Prozent). In Ostdeutschland ist man hier allerdings schon viel weiter: In Sachsen-Anhalt liegt die Meßlatte bei 42 Prozent.

Die Informationen zur prozentualen Verwendung von erneuerbaren Energien einzelner Gemeinden und Regionen stammen von der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie e.V. (DGS), die jetzt eine "Energielandkarte" zur Verfügung stellt, erklärte Strobl: "Hier werden auch bis in jede oberpfälzer Gemeinde hinein Zahlen erhoben, wie weit man hier schon in Sachen Erneuerbare Energien gekommen ist. Ein wichtiger Schritt, um bei diesem vordringlichen Thema Maßstäbe setzen zu können".

Allerdings, so Strobl, handle es sich hier nur um die Stromproduktion und den Strom-Verbrauch. Der Bereich Heizung und Verkehr, der zusammen mehr als 70 Prozent des Energieverbrauchs ausmacht, sei darin nicht enthalten. Die Erneuerbaren Energien hätten 2008 den CO2-Ausstoß um 107 Millionen Tonnen vermindert, das seien rund zwölf Prozent der Gesamtmenge. Es komme also darauf an, insgesamt Energie einzusparen.

Trotzdem seien die Zahlen der DGS interessant. Die bisherigen Erfolge seien vor allem darauf zurückzuführen, dass Bürger sich im Bereich "Regenerative Energien" engagieren. Mehr Unterstützung bedürfe es hier durch die Landespolitik. Gemäß den Berechnungen des DGS liegt mit Stand vom Juli die Oberpfalz insgesamt mit einem Anteil von neun Prozent an Erneuerbaren Energien noch einen Prozentpunkt über dem bayerischen Landesdurchschnitt von acht Prozent. Sie liegt jedoch zusammen mit Unterfranken nur auf Platz drei nach den Spitzenreitern der Bayerischen Regierungsbezirke Niederbayern (15 Prozent) und Schwaben (12 Prozent).

Ein Problem mit den von der DGS vorgestellten Zahlen ist, dass sie sich lediglich auf die Daten stützen können, die auch gemäß dem Erneuerbare Energien Gesetz gemeldet wurden. "Mit der Datenqualität gibt es Lücken in vielen Bundesländern, denn viele Anlagen werden nicht oder nicht korrekt oder erst mit Verzögerung von den Regierungen gemeldet", betont Strobl, der weiß, dass es in vielen Gemeinden des Landkreises begrüßenswerte Initiativen gibt.

"Ich werde mich jetzt im Landtag dafür stark machen, dass von der Staatsregierung die Einspeisungsdaten von allen Gemeinden erfasst und gemeldet werden, damit man ein realistisches Bild des Entwicklungsstandes bekommt. Der Anteil an Erneuerbaren Energien in Bayern müsse erhöht werden.

Die Region "Neumarkt in der Oberpfalz" hat folgende Spitzenreiter: Die Daten entsprechen dem Stand vom 12.Juli 2010. Dabei ist die Wasserkraft nicht mit beinhaltet, da sie in den EEG-Meldungen nicht berücksichtigt wird.


Link zum Thema: www.energymap.info
sor
18.08.10
Neumarkt: "Absoluter Spitzenplatz"

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