Lob vom Eisvogel


Besucher und Gastgeber vor dem Bett der Sulz bei Sondersfeld

NEUMARKT. Die Sulz bei Sondersfeld wurde vom "befestigten Rinnsal" zu einer lebendigen Bachlandschaft zurückgebaut - und dient jetzt als Vorbild.

Eine Delegation aus Mittelfranken informiert sich jetzt vor Ort über Renaturierungsprojekte des Landschaftspflegeverbandes im Landkreis. An der Sulz bei Sondersfeld war am Samstag die erste Station einer Besichtigungsfahrt der Stadt Oberasbach und des dortigen Wasser- und Bodenverbandes zu Vorzeige-Maßnahmen im Landkreis Neumarkt.

Die Oberasbacher haben nämlich mit ihrem Asbachgrund genau das vor, was an der Sulz bei Sonderfeld bereits vorbildlich umgesetzt wurde. Der Asbach, ein Fließgewässer dritter Ordnung und gut mit der Sulz vergleichbar, soll zu einer ökologisch wertvollen Bachlandschaft umgestaltet werden. Dazu wurde eigens eine Stiftung ins Leben gerufen.

Am Samstag informieren sich Bürgermeisterin Birgit Huber (Stadt Oberasbach), Vertreter der Stiftung, Vertreter des Wasser- und Bodenverbandes sowie Christoph Gräßle vom beauftragten Planungsbüro direkt vor Ort und aus erster Hand über die bereits umgesetzten Renaturierungsmaßnahmen an der Sulz. Rede und Antwort standen dabei Freystadts Bürgermeister und stellvertretender Landrat Willibald Gailler , Agnes Hofmann vom Landschaftspflegeverband und der Sondersfelder Landwirt Franz Xaver Hummel.

Besonders interessiert die Delegation aus Mittelfranken der Umgang mit den Drainagen, die zukünftige Nutzung und Pflege der Flächen, sowie die Anlage von Sandfängen.

Bei Sondersfeld wurde die Sulz seit dem Jahr 2000 in drei Bauabschnitten mit Nebengewässern auf einer Länge von fast fünf Kilometrn von 2000 bis 2006 ökologisch umgestaltet. Wo die Sulz vorher nur als befestigtes Rinnsal durch die Landschaft floss, ist sie heute wieder zu einer Bachlandschaft voller Vielfalt und Leben geworden, hieß es.

Hinzu kamen Renaturierungsmaßnahmen an der Sulz bei Wettenhofen (Gemeinde Mühlhausen) und bei Berngau. Insgesamt ist die Sulz auf einer Länge von über acht Kilometern renaturiert; über 20 Hektar Fläche sind in die Maßnahmen einbezogen.

Durch die Laufverlängerung der Sulz und durch die Anlage von Mulden und Seigen in der Aue hat das Gewässer wieder viel mehr Platz - ein sehr wichtiger Beitrag für den Hochwasserrückhalt - und das ganz natürlich.

Und dass das Wasser der Sulz nach der strukturreichen Ufer- und Gewässerbettgestaltung wieder viel sauberer ist, beweisen unter anderem die Vorkommen der "Blauflügeligen Prachtlibelle". Diese Libellenart kommt bekanntermaßen nur in sehr sauberen Gewässern vor und war hier an der Sulz vor Beginn der Renaturierungsmaßnahmen unbekannt.

Das von der UN heuer ausgerufene "Jahr der Biodiversität" (Artenvielfalt) wird an der Sulz ganz konkret umgesetzt. Eine aktuelle Erhebung ergab, dass sich die Anzahl der verschiedenen Libellenarten durch die Renaturierungsmaßnahmen verdreifacht hat. Neue Tierarten, die vorher an der Sulz nicht bekannt waren, sind neu eingewandert, darunter so seltene Arten wie der Eisvogel, die Sumpfschrecke oder der Schachbrett-Schmetterling.

Bei allen Maßnahmen war es für den Landschaftspflegeverband und die betroffenen Kommunen (hier die Stadt Freystadt) sehr wichtig, die Bürger vor Ort rechtzeitig und umfassend über die Maßnahmen zu informieren, hieß es. Auch nach der Umsetzung biete der Landschaftspflegeverband immer wieder Naturführungen an der Sulz an, um die Bürger für "ihre" neue Sulz zu begeistern.

Auch die nachfolgende Pflege der Flächen ist den Bürgern und auch dem Landschafts­pflegeverband ein Anliegen. Die Feuchtbrachen und Uferbereiche an der Sulz werden im Rahmen der Landschaftspflege abwechselnd alle zwei bis drei Jahre gemäht. So soll ein möglichst vielfältiger Uferbewuchs erhalten bleiben.

Weitere Stationen der Besichtigungsfahrt waren am Samstag die Sulzrenaturierung bei Wettenhofen und die Renaturierung der Schwarzach bei Seligenporten.
13.03.10
Neumarkt: Lob vom Eisvogel
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