Kripo veröffentlicht Fotos


Diese Handschellen wurden benutzt: mit Handschließe...


... und mit Breitscharnier


Eines der Täterfahrzeuge war ein VW T5...


... oder VW T4
Fotos:Polizei
NEUMARKT. Die Ermittlungen in dem spektakulären Gold-Raub aus einem Neumarkter Transporter am 15. Dezember laufen auch weiter auf Hochtouren. Jetzt gehen die Stuttgarter Staatsanwaltschaft und die Ludwigsburger Polizei mit weiteren Fotos an die Öffentlichkeit.

Nach dem spektakulären Raub eines Goldtransports, bei dem bislang unbekannte Täter an der A 81, Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord, Goldschmuck und Zahngold im Wert von rund 1,5 Millionen Euro erbeutet hatten, geht die Arbeit der Ermittlungsgruppe "Gold" Schritt für Schritt weiter, hieß es am Freitag.

Wie mehrmals berichtet waren damals der Neumarkter Fahrer und Beifahrer eines silbergrauen Mercedes Sprinter mit dem Kennzeichen NM-RH 818 mit ihrer wertvollen Fracht von Nürnberg kommend in Richtung Pforzheim unterwegs, als sie auf der A 81 in Fahrtrichtung Stuttgart vor der Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord von einem dunklen BMW überholt wurden.

Auf dem Armaturenbrett des Wagens, der mit einem gefälschten Nürnberger Behördenkennzeichen N-???? versehen war, blinkte ein Blaulicht und mit einer Leuchtschrift am Heckfenster des BMW wurden sie aufgefordert, dem vermeintlichen Dienstwagen über die Ausfahrt auf die B 27 zu folgen, wo sie unter einer Brücke angehalten wurden.

Hinter dem Sprinter hatte ein roter VW-Bus der Modellreihe T4 oder T5 angehalten. Vier männliche Täter, die einheitlich mit grünen Oberteilen und schwarzen Westen mit der Aufschrift "POLIZEI" bekleidet waren, hatten sich als Mitarbeiter der Steuerfahndung ausgegeben und die beiden Männer unter Hinweis auf eine zeitgleich durchgeführte Durchsuchung in ihrem Unternehmen festgenommen.

Sie wurden mit Handschließen gefesselt, in den BMW gesetzt und im Anschluss über die A 81 bis zu einem Waldstück zwischen Bad Friedrichshall und Oedheim im Landkreis Heilbronn gefahren und dort ausgesetzt. Nach Bekanntwerden der Tat hatte die Polizei den ausgeräumten Sprinter im Verlauf umfangreicher Fahndungsmaßnahmen im Bereich Mundelsheim aufgefunden.

Nachdem sie ursprünglich davon ausgegangen waren, dass der beim Raub verwendete VW-Bus mit SÜW-Kennzeichen versehen war, schließen die Ermittler wegen eines in den vergangenen Tagen eingegangenen Hinweises jetzt nicht mehr aus, dass an dem Fahrzeug die Kennzeichen "SU-W ??" aus dem Zulassungsbereich des Rhein-Sieg-Kreises angebracht waren. Von dem Bus fehlt bislang ebenso jede Spur wie von dem dunklen BWM, bei dem es sich um einen Mietwagen gehandelt haben dürfte. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.

Zur Fesselung von Fahrer und Beifahrer des Werttransports verwendeten die Täter massive Handschließen. Es handelte sich dabei um eine Schließe mit Gelenk, Hersteller "KH- Security", Artikel Nr. 240103, und um eine Schließe mit Breitscharnier, Hersteller "KH-Security", Artikel Nr. 240104.

Die bislang unbekannten Täter gingen bei der Durchführung der vorgetäuschten Kontrolle und der anschließenden "Festnahme" sehr überzeugend vor, hieß es am Freitag. Drei von ihnen waren offensichtlich südländischer, eventuell türkischer Herkunft, und sprachen hochdeutsch ohne erkennbaren Akzent.

Lediglich zwei der Unbekannten konnten beschrieben werden:
  1. 25 bis 35 Jahre alt, etwa 180 Zentimeter groß, korpulent, Glatze oder sehr kurze Haare, Dreitagesbart
  2. 25 bis 35 Jahre alt, 170 bis 175 Zentimeter groß, schlank, dunkler Teint, kurze dunkle Haare, Dreitagesbart
Ein Täter dürfte ein Deutscher im Alter zwischen 25 und 40 Jahren gewesen sein; 175 bis 180 Zentimeter groß, normale Statur, blasser Teint, eventuell Brillenträger.

Bei ihren Ermittlungen hoffen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei auf weitere Zeugenhinweise und fragen: Das Neumarkter Unternehmen hat bekanntlich eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung der unbekannten Täter führen.

Für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung des gesamten Raubgutes führen, ist sogar eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt worden. Die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung erfolgt in beiden Fällen unter Ausschluss des Rechtsweges. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung von Straftaten gehört.

Sachdienliche Hinweise nehmen die Kriminalpolizei Ludwigsburg, Telefon 07141/18-9 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Am Sonntag, 24.Januar, um 19.50 Uhr, wird der Raub Gegenstand der Fernsehsendung "Kripo-live" im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) sein.
22.01.10
Neumarkt: Kripo veröffentlicht Fotos

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