"Steine erzählen"


Der Jüdische Friedhof in Sulzbürg
NEUMARKT. Der bekannte Judaist und Experte für Biblische Sprachen Dr. Andreas Angerstorfer (Universität Regensburg) wird am Dienstag um 19 Uhr im Stadtmuseum über seine Forschungen zu den Grabsteinen des Jüdischen Friedhofs in Sulzbürg berichten.

Die Entzifferung der teilweise sehr verwitterten Inschriften wurde durch die derzeit laufenden Konservierungsmaßnahmen im Jüdischen Friedhof Sulzbürg möglich.

Es ist Dr. Angerstorfer gelungen, die Grabinschriften für etwa 320 Sulzbürger Männer, Frauen und Kinder zu identifizieren. Knapp 100 Personen gehören zu den nicht nur aus der jüdischen Geschichte Sulzbürgs bekannten Familien Neuhaus (14), Feuchtwanger (15), Löw (16), Neustädter (20) und Regensburger (28). Aus den Texten erfährt man von ihren Wurzeln in Franken und Schwaben.

Einige besonders kunstvoll komponierte hebräische Inschriften zeichnen ein Bild bekannter Sulzbürger Juden des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie rühmen ihr großes Engagement in ihrer Gemeinde in religiösen Funktionen (Vorbeter, Rabbiner) und in sozialen Belangen (Stiftungen, Spenden, Armenkasse). Sie sprechen auch voller Respekt von Leben mit Behinderungen.

Der Vortrag von Dr. Angerstorfer findet im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "Hier ist verborgen. Impressionen vom Jüdischen Friedhof in Sulzbürg" im Stadtmuseum Neumarkt statt. Es ist Mittwoch bis Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
27.11.09
Neumarkt: "Steine erzählen"
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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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