Auf Klimawandel vorbereiten


Der Abteilungsleiter Kreisentwicklung Michael Gottschalk, Land-
rat Albert Löhner und Projektkoordinator Walter Egelseer (von
links) luden zu der Auftaktveranstaltung ein.
NEUMARKT. Mit der Initiative "Klimaanpassung Landkreis Neumarkt" – kurz "Klima Neu" - will das Landratsamt exemplarisch für Deutschland zeigen, wie sich eine Region auf den Klimawandel vorbereiten kann.

Die Landkreisbewohner sind aufgefordert, Wissen und Ideen für das Pilotprojekt einzubringen, hieß es am Dienstag.

Der Klimawandel kommt. Darin sind sich die Experten einig. Demnach muss der Landkreis Neumarkt mit wärmeren, feuchteren Wintern und heißeren, trockeneren Sommern rechnen. Lange Hitzewellen und extreme Gewitter im Sommer werden wahrscheinlicher, ebenso Starkniederschläge im Winterhalbjahr.

Betroffen vom Klimawandel im Landkreis Neumarkt sind alle Bewohner. Die Land- und Forstwirtschaft muss mit Ernteeinbußen rechnen. Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Stromtrassen und Kanalisation leiden unter Sturm und Starkniederschlägen. Die Wasserversorgung bei anhaltenden Hitzewellen wird problematisch. Heimische Tier- und Pflanzenarten können verdrängt werden. Und nicht zuletzt wird die Gesundheit der Menschen durch Hitzewellen und Hitzestau in den Wohnungen beeinträchtigt.

Das Landratsamt Neumarkt stellte sich die Frage, wie mit den Herausforderungen umzugehen ist. Im Rahmen eines Wettbewerbs wurde das Antragskonzept zur Klimaanpassung ausgewählt und der Landkreis ist eine von acht Modellregionen in Deutschland. Ziel der Modellregionen ist es, Strategien und Maßnahmenvorschläge für eine nachhaltige Klimaanpassung und vorbeugenden Klimaschutz zu entwickeln. Denn durch präventives Handeln können die nachteiligen Folgen eingegrenzt und mögliche Chancen des Klimawandels für den Landkreis Neumarkt genutzt werden, hieß es.

"Man kann den Klimawandel als Bedrohung sehen, doch kann der Klimawandel auch als Chance begriffen werden" so Walter Egelseer vom Landratsamt Neumarkt. Er ist Projektkoordinator des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) unter dem Namen KLIMA MORO geförderten Pilotprojekts.

Die spezifische Gefährdung des Landkreises sieht das Landratsamt in den Bereichen Land- Forstwirtschaft, Siedlungsbau und Infrastruktur und Naturschutz und nicht zuletzt die gefährdete Gesundheit der Bewohner. Die Chancen liegen laut Egelseer unter anderem in einer Verlängerung der Vegetationsperiode, die bei rechtzeitiger Anpassung bessere Ernten bringen kann, den Ausbau Erneuerbarer Energien und die wirtschaftlichen Impulse durch Energieeffizientes und klimagerechtes Bauen und Sanieren.

Damit Maßnahmen nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg umgesetzt werden, soll in einem offenen Dialogverfahren Bürgern und Vertretern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung des Landkreises mit wissenschaftlicher Unterstützung die Möglichkeit gegeben werden, Maßnahmen, Ideen und Strategien für die Klimaanpassung zu entwickeln.

"Wir setzten stark auf die Beteiligung der Bewohner bei der Maßnahmenentwicklung, denn sie wissen als Experten ihres Lebensumfelds wo die Probleme liegen und was umsetzbar ist", so Landrat Albert Löhner und Abteilungsleiter Kreisentwicklung Michael Gottschalk. In einer Auftaktveranstaltung am Freitag um 19 Uhr im Saal des Landratsamtes wird das Pilotprojekt vorgestellt.

In Referaten wollen Wissenschaftler des Deutschen Wetterdienstes und der Universität der Bundeswehr darstellen, wie der Klimawandel sich auf den Landkreis Neumarkt auswirkt und wo die Herausforderungen und Chancen liegen.

Die Bevölkerung ist dazu eingeladen - allerdings ist telefonische Anmeldung bei der Regina GmbH unter 09181/907666 nötig. Die Dialogverfahren starten dann im Januar.

Link zum Thema: Klimaanpassung Landkreis Neumarkt
24.11.09
Neumarkt: Auf Klimawandel vorbereiten
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