"Keine Milch wegschütten"


Bei der BBV-Bezirksversammlung: MdL Albert Füracker, Präsi-
dent Franz Kustner, Stellvertreter Gregor Zölch (v.l.).
Foto:BBV
NEUMARKT. MdL Albert Füracker bezeichnete "Milch-Wegschütt-Aktionen" und das "Haberfeldtreiben in Ruhstorf" als schädlich für die gesamte Landwirtschaft.

Dafür erhielt der neue Vorsitzende des Ausschusses Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag bei der Bezirksversammlung des Bayerischen Bauernverbandes natürlich Beifall.

Füracker wurde von Präsident Franz Kustner begrüßt. Der Abgeordnete forderte in seiner Rede eine Versachlichung der Debatte und "mehr Ehrlichkeit bei den Markt-Diskussionen".

Volle Übereinstimmung herrsche bei der Beurteilung der aktuellen Marktsituation. In fast allen Produktionsbereichen hätten sich durch die fallenden Erzeugerpreise dramatische Entwicklungen für die landwirtschaftlichen Betriebe - insbesondere auch in der Oberpfalz - ergeben. Deshalb müßten die EU-Agrarmittel in der Ersten und Zweiten Säule zum Ausgleich der Wettbewerbsnachteile in vollem Umfang erhalten bleiben.

Dabei habe die Ausgleichszulage für Bayern durch die unbürokratische Abwicklung einen ganz hohen Stellenwert. Die bestehende Gebietskulisse mit der Bewertungsgrundlage LVZ sollte dazu nicht verändert werden. "Eine günstigere Landschaftspflege mit drei Cent je Quadratmeter aus Staatsmitteln für die Bauern kann von keinem Anderen geleistet werden", sagte MdL Füracker. Gleichzeitig fügte er hinzu: "Zur Durchsetzung der landwirtschaftlichen Interessen ist immer die Akzeptanz und Unterstützung der Bevölkerung notwendig".

Nachdem von der großen Mehrheit der Verbraucher der Einsatz von Gentechnik abgelehnt werde, habe sich die heimische Landwirtschaft "dementsprechend zu verhalten". Nach Meinung Fürackers sei aber die "weitere Forschung im Bereich Gentechnik notwendig".

Die Pflichtimpfung zur Bekämpfung Blauzungenkrankheit habe wesentlich zur Eindämmung beigetragen. Beim Vollzug fehlten die klaren Aussagen der Wissenschaft. Durch die Umstellung auf die freiwillige Impfung seien Probleme bei der weiteren Immunisierung und dem Tierexport zu erwarten.

Einvernehmen bestehe, dass beim Umwelt- und Naturschutz freiwillige Vereinbarungen Vorrang vor hoheitlichen Maßnahmen haben sollten. Bei Futtermitteln müßten zur "Null-Toleranz-Grenze" für technische Verunreinigungen "praktikable Regelungen" gefunden werden.

Volle Unterstützung finden die Forderungen zur Privilegierung von Biogasanlagen in bäuerlicher Hand durch den Ausschuß-Vorsitzenden Füracker. Einigkeit bestehe auch bei der Kritik des Bauernverbandes an der geplanten Besteuerung der Biokraftstoffe nach dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Mit diesem Gesetz werde die Energiesteuer von Biodiesel und Pflanzenölkraftstoff auf einheitlich 18 Cent je Liter festgeschrieben.

"Diese Entscheidung ist zu wenig, um heimischen Biokraftstoffen von kleinen und mittelständischen Ölmühlen und Biodiesel-Herstellern wieder eine Absatzchance zu eröffnen", sagte Präsident Kustner zum Abschluss der Bezirksversammlung.
19.11.09
Neumarkt: "Keine Milch wegschütten"
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