Brave Neumarkter


34 Straftaten pro 1000 Einwohner im Landkreis Neumarkt - in
den Nachbarlandkreisen ist die Zahl nur deswegen niedriger,
weil es dort kreisfreie Städte (mit deutlich höherer Kriminalität)
gibt.
NEUMARKT. Im Raum Neumarkt kamen im letzten Jahr 34 Straftaten auf 1000 Einwohner - weit weniger als in Bayern.

Eine "Insel der Seligen" ist der Landkreis damit zwar nicht unbedingt, doch bei der Präsentation der Kriminalstatistik im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz leuchtete der Raum Neumarkt doch hell auf der Landkarte: Nur der Landkreis Regensburg und der Landkreis Amberg-Sulzbach haben eine geringere Kriminalitätsrate - aber dieser Vergleich hinkt, da dort die kreisfreien Städte nicht eingerechnet sind.

Die Zahl der insgesamt im Jahr 2008 im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz erfassten Straftaten ist allerdings gegenüber dem Vorjahr merklich zurückgegangen. Insgesamt wurden 101.361 Straftaten (ohne Verkehrsdelikte) registriert. Dies bedeutet eine Abnahme von 4,6 Prozent oder 4.874 Fällen gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich: für Gesamtbayern ist ein Rückgang von 2,3 Prozent zu verzeichnen. Die Fallzahlen haben so präsidialweit den niedrigsten Stand seit 1997 erreicht.

Tabellen

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Die beiden Polizei-Inspektionen


Einzelne Deliktsbereiche


Die Diebstahlsarten


Die Statistik des Landkreises


Die Statistik der Stadt Neumarkt


Die Entwicklung in den letzten zehn Jahren
Die Kriminalitätsbelastung im Präsidialbereich ist im Jahr 2008 auf 44 Straftaten pro 1000 Einwohner gesunken. Sie liegt damit unter der für Bayern errechneten Häufigkeitszahl von 52,03 Straftaten pro 1000 Einwohner. Im Landkreis Neumarkt gingen die Zahlen zwar kaum zurück - allerdings nimmt man mit 34 Straftaten pro 1000 Einwohner auch weiterhin einen positiven Spitzenwert ein.

Die Aufklärungsquote beträgt 65,9 Prozent und liegt damit weiterhin über dem bayerischen Durchschnitt (64,7 Prozent).

Diebstahl

Knapp ein Drittel der Gesamtstraftaten sind dem Diebstahlsbereich zuzuordnen. Hier wurden im letzten Jahr 32.284 Fälle registriert und damit der niedrigste Wert an Diebstahlsdelikten seit zehn Jahren. Im Jahr 2007 wurden 33.146 Taten gezählt, was einen Rückgang um 2,6 Prozent oder 862 Fälle bedeutet.

Gewaltkriminalität

Die Gewaltkriminalität stagniert seit dem Anstieg im Jahr 2002 auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Die Statistik des Jahres 2008 weist insgesamt 3.085 Fälle aus, was nur einen unwesentlichen Rückgang zum Vorjahr (-32) bedeutet.

Das Segment der Gewaltkriminalität ist geprägt von den gefährlichen und schweren Körperverletzungen. Diese Delikte nehmen etwa vier Fünftel der Gewaltkriminalität ein. Über 42 Prozent der Täter gefährlicher und schwerer Körperverletzungen sind unter 21 Jahre alt.

Straßenkriminalität

Die Straßenkriminalität ( also Delikte im öffentlichen Raum) ist 2008 mit 20.238 registrierten Taten nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres (20.344) geblieben.

In Teilbereichen, wie dem Straßendiebstahl, ist zwar ein signifikanter Rückgang festzustellen, jedoch bereitet der Vandalismus im öffentlichen Bereich weiterhin Sorge, hieß es . Die "Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen" sind um 14 Prozent angestiegen. Im Bereich der Straßenkriminalität sind 9.683 Delikte oder 47,8 Prozent den Sachbeschädigungen zuzuordnen.

Rauschgiftkriminalität

Nach dem kontinuierlichen Anstieg bis zum Jahr 2005 sank in den vergangenen Jahren die Zahl der festgestellten Fälle weiterhin. Im Vergleich zu 2007 (5.966 Fälle) wurden im letzten Jahr 5.283 Rauschgiftverstöße registriert. Dies bedeutet einen Rückgang um 683 Fälle oder 11,4 Prozent. Der Wert liegt damit ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2000 (5.230 registrierte Taten).

Die Veränderung der Altersstruktur der letzten Jahre zeigt ein interessantes Bild. Der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen stieg seit dem Jahr 2003 von 58,6 Prozent auf mittlerweile 74,3 Prozent an.

Die Anzahl der Drogentoten fiel nach den Anstiegen der letzten Jahre wieder auf einen Durchschnittswert. Im Jahr 2008 wurden mit 36 Drogentoten von der Polizei erheblich weniger registriert als im Vorjahr mit 57, dem höchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Im Bund (+4,3 Prozent) und in Bayern (+1,7 Prozent) sind diese Zahlen von 2007 auf 2008 angestiegen.

Das Durchschnittsalter der Drogenopfer in Ostbayern lag bei 32 Jahren (bei einer Altersspanne von 19 bis 49 Jahren) - 2006 lag es noch bei 28, 2007 bei 30 Jahren.

Betrugs- und Wirtschaftskriminalität

Die Statistik 2008 weist in der Wirtschaftskriminalität 1.299 (Vorjahr 2.147) Delikte aus, was einen signifikanten Rückgang um 848 Fälle bzw. 39,5 Prozent bedeutet. Ausschlaggebend dafür sind vor allem rückläufige Fallzahlen bei den Betrugsdelikten auf dem Wirtschaftssektor sowie den Wettbewerbsdelikten (speziell Urheberrechtsbestimmungen). Erneut zugenommen hat die Computerkriminalität (846 Fälle) mit 7,8 Prozent (+61).

Kinder- und Jugendkriminalität

Im zurückliegenden Jahr 2008 wurden im Präsidialbereich von den insgesamt 47.723 ermittelten Tatverdächtigen 1.970 (4,1 Prozent) Kinder, 5.456 (11,4 Prozent) Jugendliche und 4.977 (10,4 Prozent) Heranwachsende festgestellt.

Die "Unter-21-Jährigen" nahmen damit insgesamt einen Anteil von 25,9 Prozent (Vorjahr: 25,5 Prozent) der Gesamttatverdächtigen ein.

Die Jugendlichen sind bei den Sachbeschädigungen überproportional vertreten (29,8 Prozent), ebenso wie bei den Diebstählen (20,4 Prozent). Im Bereich der Gewaltkriminalität sind Jugendliche mit 18,5 Prozent und die Heranwachsenden mit 19,9 Prozent stark repräsentiert.

Politisch motivierte Straftaten

Die "politisch motivierten Straftaten" stiegen um insgesamt 99 Fälle (+ 18,2 Prozent) von 543 im Jahr 2007 auf 642 in 2008 an. Im rechtsextremistischen Bereich waren die Fallzahlen um 30 Fälle (-7,4 Prozent) von 405 auf 375 rückläufig. Fast drei Viertel der Delikte (275 Fälle) sind so genannte Propagandadelikte, worunter zum beispiel das Verwenden des "Hakenkreuzes" fällt.

Eine erhebliche Zunahme von 50 auf 116 Delikte (+132 Prozent) ist bei den Straftaten des linksextremistischen Spektrums zu verzeichnen. 38 Fälle waren Sachbeschädigungen, 63 stellten "sonstige Verstöße", wie solche gegen das Versammlungsrecht oder Beleidigungen dar.

Von den insgesamt 642 "politisch motivierten Straftaten" sind 24 (2007: 21) der so genannten Gewaltkriminalität zuzuordnen.

Grenzlage

Der Wegfall der systematischen Grenzkontrollen zum 21. Dezember 2007 führte im Jahr 2008 nicht zu einem Anstieg der Kriminalität im grenznahen Raum. Die dadurch einhergehende Auflösung der Grenzpolizeidienststellen erforderte für den Grenzraum eine neue polizeiliche Organisationsstruktur. Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Sicherheitskonzeptes war die Errichtung von Fahndungseinheiten zur Durchführung der so genannten Schleierfahndung. Dieses Instrumentarium, das an der Grenze zu Österreich bereits seit über zehn Jahren praktiziert wird, trägt einen erheblichen Anteil am Sicherheitszustand im grenznahen Raum bei.

"Erfolgsmodell Schleierfahndung"

Im 30-Kilometer-Bereich entlang der tschechischen und österreichischen Grenze wurden im Berichtsjahr 9.458 Aufgriffe getätigt. Darunter fallen zum Beispiel 1.025 Drogenverstöße, 1.168 Verstöße nach dem Waffengesetz oder die Festnahme von 1.471 zur Fahndung ausgeschriebenen Personen.

Wie wichtig und erfolgreich die Arbeit der Schleierfahndungs-Einheiten ist, sollten einige Beispiele zeigen: Die Sicherheitslage in den Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz ist weiterhin stabil, hieß es am Donnerstag. Der von verschiedenen Seiten befürchtete Anstieg der Kriminalität im Grenzraum zur Tschechischen Republik nach dem Wegfall der Grenzkontrollen sei nicht eingetreten.

Polizeipräsident Hans Junker, der mit Ablauf des Monats März 2009 in den Ruhestand verabschiedet wurde, konnte eine positive Bilanz seiner 13jährigen Amtszeit als Leiter des Polizeipräsidiums Niederbayern/Oberpfalz ziehen.

Der nachfolgende Polizeipräsident Josef Rückl übernahm einen Dienstbereich, in dem sich die Bürger weiterhin sicher fühlen können, hieß es.

Ab 1. Juni 2009 wird es ein Polizeipräsidium Oberpfalz mit Sitz in Regensburg und ein Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing geben. Wegfallen werden zu diesem Zeitpunkt auch die sechs ostbayerischen Polizeidirektionen Weiden, Amberg, Regensburg, Straubing, Landshut und Passau.

Die bestehenden Polizeiinspektionen bleiben unangetastet - der Bürger findet "seine" Polizeidienststelle also an gewohnter Stelle.
16.04.09
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