"Noch viel machbar"

NEUMARKT. Die SPD im Landkreis Neumarkt will einen "klaren Kurs" in der regionalen Energiepolitik vorgeben und setzt auf Energieeinsparung, erneuerbare und dezentrale Versorgungsstrukturen.

Dies war einmütiges Ergebnis der Diskussion der SPD-Kreistagsfraktion, die im Rathaus der Stadt Berching tagte.

Bürgermeister Helmut Himmler (Berg) verdeutlichte, dass es vor dem Hintergrund der rasanten Preissteigerungen und der endlichen fossilen Brennstoffe nunmehr darum gehe, alle Einsparpotentiale zu nutzen und den Umstieg in dezentrale Versorgungsstrukturen mit Nutzung von Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse entschieden voranzutreiben. In den Gemeinden des Landkreises sei diesbezüglich noch viel machbar.

Die SPD-Kreisvorsitzende und stellvertretende Landrätin Carolin Braun meinte, dass es bei moderner Energieversorgung nicht nur um energetische Belange gehe, sondern zugleich um neue Chancen der regionalen Wertschöpfung und damit regionaler Wirtschaftspolitik.

Nach Angaben von Josef Meier würden Jahr für Jahr "erstaunliche" 500 Millionen Euro für den Ankauf von Energie aufgebracht und von dieser gewaltigen Summe fließe das meiste Geld in die Kassen der Energieversorger "und damit der Aktionäre weitab unserer Heimat". Dezentrale Versorgungsstrukturen dagegen würden bedeuten, dass ein wesentlicher Teil dieses Kapitals in der Region verbleibe, hier die Wertschöpfung erhöhe, höheres Steueraufkommen bewirke und Arbeits- und Ausbildungsplätze möglich würden. Vor allem das örtliche Handwerk bekomme neue Aufträge und große Chancen.

Carolin Braun, Stefan Großhauser aus Freystadt, Erna Späth aus Berg sowie Erwin Jung und Barbara Schierl aus Parsberg und Berching berichteten über laufende und anstehende dezentrale Energieprojekte in ihren Gemeinden.

Carolin Braun, Leiterin des "Arbeitskreises Umwelt" berichtete über den "Bewußtseinswandel" in ihrer Heimatgemeinde Dietfurt. Dort sei inzwischen "hinsichtlich Energieeinsparung und regenerativer Energieversorgung viel auf den Weg gebracht worden - trotz anfänglich verbreiteter Skepsis."

Für der Zukunft zugewandte, optimistische Menschen sei der künftige Pfad der Energiepolitik mit den damit verbundenen ökonomischen Effekten klar und eindeutig, hieß es.

Nicht verständlich hingegen sei der Weg der CSU in Bayern, so Fraktionsvorsitzender Helmut Himmler. Sie rede zwar durchaus von der notwendigen Energiewende, setze aber andererseits weiter auf die weitere "unverantwortliche Nutzung der Atomkraft durch längere Laufzeiten". Dieser "Irrweg" ermögliche zwar den Aktionären der Energieversorgungsmonopole phantastische Profite ohne Preisnachlässe für die Bürger, verhindere oder verzögere aber den konsequenten Aufbau zukunftsträchtiger Energieversorgungsstrukturen. Insofern sei eine solche Politik "rückwärtsgewandt" und genüge keinesfalls den Erfordernissen der Zukunft.
29.08.08
Neumarkt: "Noch viel machbar"
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