"Neuer Fahrplan in 28 Monaten"

NEUMARKT. "Machen können wir alles, aber alles, was wir tun, kostet Geld." Damit war eigentlich schon alles gesagt; denn Geld ist keins da. Die "möglichen Fahrplanänderungen" beim Stadtbus zugunsten besserer Anschlüsse, die auf der Tagesordnung der letzten Werksenatsitzung standen, blieben daher nur Wunschträume.

Ein kleines Trostpflästerchen hatte Eduard Meier, der bei den Stadtwerken für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Verantwortliche, dennoch parat: "In 28 Monaten wird alles besser."

Weshalb er ausgerechnet auf die 28 Monate kommt, hängt mit der Inbetriebnahme der S-Bahn nach Neumarkt zum Fahrplanwechsel 2010 zusammen. Er war ausdrücklich vom "Verkehrsverbund Großraum Nürnberg" (VGN) autorisiert worden, die "28 Monate" in den Mund zu nehmen; denn schon zu oft wurden Termine genannt, die nicht eingehalten werden können und teilweise sogar schon verstrichen sind.

So wird es also weder zum 1. September 2008 aus Anlass des 15. Jubiläums der Stadtbusse Änderungen im Fahrplan geben noch zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008. Die gewünschte Verkürzung des Taktes von 60 auf 30 Minuten auf verschiedenen Linien wird vorerst ebenso Wunschtraum bleiben wie die Einführung eines "Kirchenbusses" an den Sonntagen.

Ein Entgegenkommen für die Pendler scheitere daran, dass der Takt dreimal am Tag gebrochen werden müsste, und die Busse am Bahnhof Aufenthalte bis zu 20 Minuten hätten. Außerdem seien die Pendler ohnehin nicht das große Geschäft; 92 Prozent der Fahrgäste würden sich innerhalb des Stadtnetzes bewegen, und nur acht Prozent pendeln aus. Ein Passagier, der nur mit dem Stadtbus unterwegs ist, bringe an Einnahmen genau so viel wie sechs bis sieben Pendler.

Stadtrat Dr. Heinz Sperber sah angesichts des Klimawandels und des Wandels in der Altersstruktur der Einwohner sowie im Hinblick auf die hohen Treibstoffpreise eine Chance, durch Werbung mehr Autofahrer zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Rudi Bayerl möchte durch den Einsatz kleinerer Busse die Effizienz erhöhen.

Dem hielt jedoch Eduard Meier entgegen, dass sich an den Personal- und Wartungskosten nichts ändern würde und man zu Stoßzeiten zu geringe Kapazitäten hätte.

Den "Stein der Weisen" glaubte Dr. Philipp Dehn gefunden zu haben, als er vorschlug, das Stadtbus-Defizit durch höhere Fahrpreise verringern zu können. Dass den Stadtwerken da die Hände gebunden sind, weil sie sich nach den Vorgaben des VGN zu richten haben, hatte sich bis zum Jung-Stadtrat noch nicht herumgesprochen.
Erich Zwick
12.08.08
Neumarkt: "Neuer Fahrplan in 28 Monaten"
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ISSN 1614-2853
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