"Schäfer" feiert Geburtstag


Der "Schäfer" im Parc d’Issoire wird 25 Jahre alt

NEUMARKT. Die Skulpturen des französischen Bildhauers Jean Paul Lesbre stehen seit 25 Jahren im Parc d'Issoire in Neumarkt, erinnert Oberbürgermeister Thomas Thumann. Am 13.August 1983 wurden diese Plastiken in Neumarkt eingeweiht.

"Sie sind wie der Park selber ein sichtbares Denkmal unserer seit 1971 bestehenden freundschaftlichen Beziehungen mit der französischen Partnerstadt. Zusammen mit dem Laure-Pascallon-Weg und dem Jardin de Issoire im LGS-Park sind sie kontinuierliche Grüße aus unserer Partnerstadt und auch Aufforderung, diese Partnerschaft weiterhin hoch zu halten", erklärte Thumann.

Rund zwei Jahre nach der Einrichtung des Parc d’Isssoire in Neumarkt waren aim August 1983 die aus einer Schäferskulptur und weiteren Steinen bestehenden Denkmalteile in Neumarkt eingeweiht worden. Lesbre hatte die Skulpturen im Auftrag der Stadt Neumarkt geschaffen. Sie sollten eine dauerhafte Erinnerung an die 1971 beschlossene Partnerschaft Neumarkt – Issoire sein.

Oberbürgermeister a.D. Kurt Romstöck schreibt über die Skulpturen Lesbres in seinem Buch "Neumarkt in der Oberpfalz von 1945 bis 1995":

Die Figuren sind aus Basaltgestein, das speziell im Departement Puy-de-Dome vorkommt und von dem dortigen Vulkan stammt, dessen erkalteter Lavastrom sich bis Volvic-Riom erstreckt und der daher den Namen ‚Stein von Volvic’ trägt. (...)

Die Skulpturen in Neumarkt wurden in der Absicht geschaffen, im Parc d’Issoire die Eigenart der französischen Landschaft der Auvergne augenfällig wiederzuspiegeln. Lesbre wählte als Symbolgestalt für die Auvergne einen Schafhirten. In zweifacher Hinsicht sollen der Park und das Denkmal mit der Hirtenfigur charakteristische Merkmale der Auvergne symbolisieren. Für die Darstellung der kargen Vulkanlandschaft wurde ein Schafhirte gewählt.

Der Hirte ist, biblisch gesehen, ein Symbol des Friedens, da sich in seiner Person Ausgeglichenheit und Friedfertigkeit verbinden, ein Gedanke, der für eine Partnerschaft zwischen Städten zweier Länder, die in der Geschichte mehrmals Krieg gegeneinander geführt haben, wirklich passend erscheint. Der Hirte soll aber auch den Einklang zwischen der Natur und den Menschen symbolisieren. Der Gesichtsausdruck des Hirten scheint zunächst im Widerspruch zu seiner Körpergröße zu stehen: Zu der Ruhe und Gelassenheit, die sich in dieser Körperhaltung ausdrücken, gesellt sich der wachsame Blick des Hirten. Unverkennbar ist dieser Skulptur das biblische Bild des guten Hirten zugrunde gelegt, der den Menschen den richtigen Weg zeigt.

Der für die Skulptur des Hirten gewählte Name "L’emile" bezeichnet in den Bergdörfern der Auvergne einen Menschen, der in die Geheimnisse des Lebens und der Natur eingeweiht ist. Letztlich stellt er den Inbegriff des einfachen Bergbewohners dar.

(...) Der Schafhirte im Neumarkter Park ist übrigens so dargestellt, als befände er sich in einer Kraterlandschaft um Issoire. In der Mitte der Gedenkstätte ragt ein fast unbehauener Vulkanstein empor, in den der Bildhauer erst in Neumarkt einen zarten, freundschaftlichen Händedruck eingemeißelt hat. Der ovale, fein behauene Hintergrund soll das lebendige Leuchten der aufgehenden Sonne wiedergeben – ein Zeichen der Verheißung, unter der die Partnerschaft steht.

(...) Für das Gedeihen einer lebendigen Partnerschaft sei es wichtig, auch einmal ‚im Schweiße seines Angesichts’ zu arbeiten, meinte Jean Paul Lesbre. (...) Der Stein links zeigt das Stadtwappen von Issoire, wobei das Y den Anfangsbuchstaben von ‚Issoire’ widerspiegelt (früher Yssoire).

11.08.08
Neumarkt: "Schäfer" feiert Geburtstag
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