Historie und Olympia


Wie ein roter Faden zog sich das aktuelle Thema "Olympia" durch den Festzug.
Fotos:Erich Zwick
NEUMARKT. Der Wettergott muss ein Neumarkter sein oder er hat dieses liebenswerte Stückchen Oberpfalz ganz tief in sein Herz geschlossen. Denn während er es nördlich des Mains am Sonntagnachmittag regnen ließ, schickte er der Jurastadt einen bilderbuchhaften weiß-blauen Himmel, damit er selber einen Blick auf den farbenprächtigen Volksfestzug werfen konnte.

In weitaus geringerer Höhe konnten dies die aktiven Flieger der Flugsportvereinigung tun, die traditionsgemäß ihre Formationskünste über den Dächern Neumarkts vorführten und so die Wartezeit auf den exakt 115 Programmnummern umfassenden Festzug verkürzten.

Zunächst war aber sogar befürchtet worden, dass das Wetter zu schön sein und dadurch der große Zuschauerzulauf der letzten Jahre abgehalten werden könnte. Aber kaum war das Vorausfahrzeug - ein Streifenwagen der Polizei mit Blaulicht - zu sehen, füllten sich flugs die Lücken am Oberen und Unteren Markt und die gewohnte Kulisse mit den vielen tausend Augenpaaren richteten sich auf das Kommende.

"Olympische Spiele" und "Historie" waren als Themen vorgegeben, und so bestimmten diese beiden Showteile den Traditionszug. Unter Vorantritt der Reitergruppe des Reitvereins Deining und traditionsgemäß der Werkvolkkapelle mit klingendem Spiel nahm das gut eineinhalbstündige Defilee seinen Lauf.

Was in diesem Jahr wohltuend auffiel: das Neumarkter Publikum kann auch applaudieren - und mit Beifall wurde wahrlich nicht gespart. Dieser Funke sprang auf die Akteure über, die des Winkens und Kusshandverteilens nicht müde wurden. Obendrein griffen sie - aber das ist schon eine langjährige Gepflogenheit - freigiebig in ihre wohlgefüllten Bonbonkisten.

Einer guten Tradition folgend ließen sich die Honoratioren in ihren Festkutschen huldigen. Welch hohen Stellenwert der Festreferent und der Festwirt genießen, ließ sich daran ablesen, dass sich ihre Kutsche zwischen die des Oberbürgermeisters und die des Landrats (jeweils mit Stellvertretern) "gequetscht" hatte. Herbert Fischer hatte seine knallrote Tracht von der Eröffnung gegen ein dezenteres Exemplar getauscht, und dem Festwirt Albert Zollbrecht merkte man förmlich an, dass er sich lieber um seine Gäste in der Jurahalle gekümmert hätte als eine Spazierfahrt durch Neumarkt zu unternehmen.

Die Festkutsche mit Europaabgeordetem Albert Deß und Bundestagsabgeordneten Alois Karl bildete den Schluss der Parade der "ungekrönten Häupter". Von diesen "bürgerlichen" etwas abgesetzt, folgte als Programmpunkt Nummer 37 eine "königliche Hoheit" mit Krönchen und Zepter: die Dietfurter Volksfestkönigin. Sie schenkte den Neumarktern ein aufmunterndes Lächeln, damit sie vielleicht auch ihre "Bier-Monarchie" zu Zeiten des Juravolksfestes wieder aufleben lassen.

Mit Festwägen aus den Partnerschaftsstädten Issoire und Mistelbach erhielt der Festzug nicht nur einen adeligen, sondern auch einen internationalen Anstrich. Die Delegation aus Mistelbach hatte ja noch eine Scharte vom Altstadtfest in Juni auszuwetzen. Anstatt am Sonntag ihren Stand zu besetzen, "versackten" sie im Hilzhofener Landgasthof - c'est la vie.

Viel zur guten Laune trugen natürlich die Kapellen und Musikzüge aus der gesamten Region bei, die da waren (in der Reihenfolge ihres Aufmarsches): neben der schon erwähnten Werkvolkkapelle die Blaskapelle Pölling, die Blaskapelle Stauf, der Spielmannszug Hemau, die Blaskapelle Pilsach, der Spielmannszug Beratzhausen, der Musikverein Pyrbaum, die Blaskapelle Deining, die Blaskapelle Berngau, die Blaskapelle Seubersdorf, die Blaskapelle "Eppelein" Postbauer-Heng, der Spielmannszug Lupburg und die Stadtkapelle Freystadt.

Von den Gruppen und Vereinen, die sich allesamt mächtig ins Zeug gelegt hatten, eine Nummer besonders hervorzuheben, würde ungerecht gegenüber den anderen sein. So ist auch unsere Bildauswahl aus 250 veröffentlichungswerten Fotos nicht als Wertung zu verstehen, sondern sie soll einen Querschnitt geben beim Spagat zwischen Historie und olympische Spiele.

Der Weg des Festzuges führte – wie bereits im Vorjahr – direkt in den Festplatz, was ein großes Plus für die Schausteller war, da dem Festwagen des Fischereivereins, der das „Schlusslicht“ bildete, die Zuschauer entlang des Fahrtroute folgten und im Nu den Platz bevölkerten.

Vor allem im großen Biergarten vor den Jurahallen gab es schon bald kein freies Eckchen mehr, und auch die „Biertempel“ füllten sich zusehends. In der großen Jurahalle sorgte die Waidhauser Blasmusik „nahtlos“ für gute Stimmung, und bei der Schützengesellschaft von 1433 ging ab 17 Uhr im Schützenzelt neben der Heubrücke das Bürgerschießen weiter.

Unterdessen zerstreute sich der Zug jenseits der Heubrücke, weshalb die Festwägen auf ein Mindestmaß begrenzt waren. Sie durften nicht höher als vier und nicht breiter als drei Meter sein, sonst wären sie im Nadelöhr stecken geblieben.

Weil alles wie am Schnürchen klappte, sollen aber all jene genannt werden, die um Organisationsleiter Thomas Thumann für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Es waren dies Tanja Kürzinger, Ruth Kirchinger-Mally, Claudia Stich, Gerhard Moosburger, Josef Sturm, Richard und Wolfgang Spies, Christian Jäger, Stefan Schweiger, Ernst Heinl, Manfred Lang und Gerhard Stich.

Sie haben sich den Dank des Publikums und (hoffentlich) ihre Extra-Maß redlich verdient.
Erich Zwick


Dreizehn Kapellen und Musikzüge heizten die Stimmung an - hier am Unteren Tor.
10.08.08
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