Probenräume wackeln heftig


Bleibt es beim ersten Bauabschnitt für das "Haus der Jugend"? Unser Foto entstand bei der "Übergabe" des Gebäudes im November 2006.
Foto:Archiv/Zwick
NEUMARKT. Die Stadt ruderte bei den längst beschlossenen Proben-Räumen im "Haus der Jugend" offenbar kräftig zurück.

Man müsse "ungeschminkt abklären", ob ein millionenschwerer zweiter Bauabschnitt "für weniger als 100 Jugendliche an dieser Stelle in diesen Dimensionen nötig ist", erklärte am Freitag Bürgermeister Franz Düring.

Freilich sollten dabei weder seine UPW noch UPW-Oberbürgermeister Thomas Thumann den Schwarzen Peter erhalten, nachdem die CSU-Fraktion die bereits vor zwei Jahren im Stadtrat beschlossene Maßnahme angemahnt hatte (wir berichteten).

Schließlich habe Oberbürgermeister Thumann auch der CSU über die Kostenschätzungen von 1,3 bis 1,5 Millionen Euro informiert. Bei einer solch großen Summe müsse sich der "neue Stadtrat" mit der Angelegenheit befassen, erklärte Düring und gab damit die Meinung der UPW wieder.

Den "Meinungsumschwung der CSU" hin zu Kämpfern für die Probenräume brachte Düring mit dem Wahlkampf in Verbindung: Schließlich hätten maßgebliche CSU-Stadträte - darunter der damalige Fraktionsvorsitzende Ferdinand Ernst - schon in der Stadtratssitzung im Juni 2006 darauf hingewiesen, daß zuerst eine Kostenschätzung erstellt werden soll. Wenn die überdimensiert sei, könne "über die Sache erneut gesprochen werden", hieß es damals von der CSU.

Düring zitierte Ernst aus dem Stadtrats-Protokoll: "...man sollte in diesem Jahr die Kosten ermitteln, um danach zu sehen, ob das Bauvorhaben durchgeführt wird..."

Außerdem sei die Stadt ein gebranntes Kind, was Kostenschätzungen anbelangt: Das Haus der Jugend hätte nach den ersten Kostenschätzungen von Ex-OB Alois Karl damals 800.000 Euro kosten sollen - tatsächlich waren nach Abschluss des ersten Bauabschnittes 3,2 Millionen fällig.

OB Thomas Thumann handele richtig, wenn er den zweiten Bauabschnitt mit derart hohen Kostenschätzung genau auf den Prüfstand stelle, sagte Düring. Schließlich gehe die UPW "mit dem Geld der Bürger verantwortungsvoll um", erlaubte auch er sich einen Wahlkampf-Schlenker.

Man müsse prüfen, ob in anderen städtischen Gebäuden gute Möglichkeiten für Probenräume vorhanden sind. Auch kostengünstigere Alternativen, wie von UPW-Fraktions-Chef Dr. Werner Mümmler im Umfeld der Jurahallen vorgeschlagen, sollten untersucht werden.

"Wir haben auch für alle anderen Kinder und Jugendliche der Stadt Neumarkt Verantwortung zu tragen", erklärte Düring. Ein "nicht verantwortbares Übermaß der Ausgaben für eine so kleine Gruppe" wie bei den geplanten Proberäumen würde zwangsweise Investitionen für andere Jugendliche und Kinder zurückstellen, hieß es.
01.08.08
Neumarkt: Probenräume wackeln heftig
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