Ende der Durststrecke ?

NEUMARKT. Das Ende einer monatelangen Durststrecke bei den Schlachtviehpreisen zeichnet sich nach Einschätzung des Bayerischen Bauernverbandes ab.

"Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagte Martin Schmid, der Kreisobmann des BBV-Kreisverbandes Neumarkt. Die Schlachtvieherzeuger und vor allem die Ferkelerzeuger hätten über Monate tiefrote Zahlen geschrieben. Die Gefahr sei sehr groß gewesen, dass ganze Produktionszweige wegbrechen.

Im Landkreis Neumarkt werden etwa 50 000 Schweine und 6000 Schlachtbullen jährlich geschlachtet. Im Jahr fallen etwa 5200 Schlachtkühe an. Die Hoffnung sei durchaus berechtigt, dass sich die in der sechsten und siebten Woche um 5 Cent und mehr je Kilogramm Schlachtgewicht gestiegenen Erzeugerpreise weiter erholen.

Bei Schlachtschweinen zum Beispiel seien im Jahresverlauf zumindest deutlich mehr als 1,50 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht in Reichweite. Deutliche Verbesserungen sind angesichts stark gestiegener Produktionskosten überlebensnotwendig, forderte Martin Schmid. Vieles deutet darauf hin, dass Schlachtschweine und vor allem Ferkel sogar knapp werden könnten.

Ein Erfolg des Bauernverbandes sei, dass Brüssel jetzt endlich die Einfuhr brasilianischen Rindfleisches wegen schwerwiegender Defizite bei Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit und Rückverfolgbarkeit gestoppt habe. Auch dies trage zur positiven Preisentwicklung bei, ist sich Schmid sicher. Jetzt gehe es darum, die Pläne Italiens von Lebendeinfuhren junger Rinder aus Brasilien schon auch aus Tierschutzgründen zu verhindern. "Während wir für unsere Verbraucher zu hohen Standards produzieren, nahmen es Staat, Lebensmittelhandel und Gastronomie offensichtlich bei brasilianischem Fleisch mit Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit nicht so genau. Letztere trachteten nur nach niedrigen Einkaufspreisen", ärgert sich Schmid.

Zur Verbesserung der Lage am Schlachtviehmarkt habe der BBV zahlreiche Aktionen unternommen und sei dabei auch hart mit Schlachtbetrieben und Lebensmittelhandel ins Gericht gegangen. Dem Lebensmitteleinzelhandel wirft Martin Schmid vor, unverhohlen Preisdruckpolitik zu betreiben, während für den Verbraucher die Preise sogar gestiegen seien.

Auch habe der Bauernverband an der politischen Front Erfolge erzielt, zum Beispiel dürfe der Lebensmittelhandel jetzt nicht mehr unter Einstandspreis verkaufen und Deutschland könne in Zukunft auch den chinesischen Markt beschicken.
19.02.08
Neumarkt: Ende der Durststrecke ?
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