Service-GmbH soll putzen

NEUMARKT. Hauptdiskussionspunkt bei der jüngsten Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion war die Rückführung der Putzleistungen für kreiseigene Gebäude in die kommunale Service-GmbH.

Man habe bereits vor einigen Jahren festgestellt, dass das Outsourcing an seine Grenzen gestoßen ist, hieß es dabei. Unmotiviertes, weil schlecht bezahltes, Personal habe nachlassende Reinigungsleistungen zur Folge gehabt. Damals wurde die Service GmbH gegründet, um im Klinikum wieder eigenes Personal einstellen zu können.

Bürgermeister Helmut Himmler stellte fest, dass Einsparungen zwar an allen Stellen in Erwägung gezogen werden müssten, dass er allerdings in Berg immer sehr gute Erfahrung mit gemeindlichen Reinigungskräften habe. "Dort wo Gemeinden und Landkreis an externe Firmen vergeben, die auf Kosten des Personals Gewinne erzielen wollen, wird an der falschen Stelle gespart". Man dürfe nicht bei den Schwächsten, beginnen. Das seien meistens teilzeitbeschäftigte Frauen. Zudem, so Himmler, seien die "Putzdamen" oft hoch motiviert, "ihre" Schule auch blitzsauber zu haben.

Dies bekräftigte auch Erwin Jung, Parsberg: "Für viel Geld ist nun die Renovierung der Hauptschule erfolgt. Da ist es doch kontraproduktiv, durch eingeschränkte Putzleistungen gleich wieder alles herunterzuwirtschaften."

Fraktionssprecherin Carolin Braun gab bekannt, dass sich mehrere Betroffene bei der Kreis-SPD gemeldet hätten. "Wenn nur ein Bruchteil davon stimmt," so Braun, "dann ist die Situation mancherorts mehr als bedenklich."

Josef Mayer, Berching, berichtete, dass er sich schon an Gewerkschaften und die Rentenversicherungsanstalt gewandt hätte wegen einiger Fälle in Berching. Dort würden durch Zeitkürzungen de facto die Mindestlöhne bis zu 20 Prozent unterschritten.

Die SPD Fraktion war sich einig, dass dies an landkreiseigenen Schulen nicht passieren dürfe. Sie wird einen Antrag an den Kreistag formulieren, in dem die Forderung erhoben wird, die Putzleistungen in die Verantwortung der Service-GmbH rückzuführen. "Das hat auch den Vorteil, dass wir den Menschen wieder längerfristige Arbeitsplätze anbieten können", sagte Landratskandidat André Radszun.

Den Antrag der UPW/FW-Kollegen auf Erhöhung der Zuschüsse für die Schuldnerberatung werden die Sozialdemokraten unterstützen. Utha Lippmann erinnerte daran, dass ein ähnlicher Antrag der SPD vor vielen Jahren bereits gestellt worden war. Carolin Braun sagte, dass sie jährlich in der Haushaltsrede eine Erhöhung gefordert habe. "Dem Antrag werden wir uns sicher anschließen!"

Außerdem diskutierte die SPD über die Problematik der Energieversorgung an den beiden Neumarkter Gymnasien. Dort sei eine Sanierung im Gange und es sollte ein Anschluss an das ursprünglich geplante Neumarkter Biomasseheizwerk erfolgen. "Wir werden einen Antrag stellen, dass das Architektenbüro Alternativen erarbeiten soll."

Dabei müsse auch geprüft werden, ob der Landkreis nicht selber für die Gymnasien eine eigene Anlage betreiben könne, hieß es. Josef Mayer erinnerte an eine Idee eines ebenfalls am Wettbewerb beteiligten Architekten, durch ein Wärmetauschverfahren die Energie des unter dem Gelände durchfließenden Hauptsammlers der Kanalisation sowohl zur Heizung im Winter wie zur Kühlung in der heißen Jahreszeit zu nutzen.
31.01.08
Neumarkt: Service-GmbH soll putzen
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