"Schöpfungstag" geplant


Der Diözesanrats der Katholiken tagte auf Schloss Hirschberg

NEUMARKT. Für verstärkte Anstrengungen zur Bewahrung der Schöpfung setzen sich gemeinsam der Bischof von Eichstätt Gregor Maria Hanke OSB und der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Eichstätt ein. Bei seiner Herbstvollversammlung in Schloss Hirschberg verabschiedete der Diözesanrat einen Katalog von Empfehlungen, in dem Bistum und Pfarrgemeinden aufgefordert werden, weitere Maßnahmen zum Schutz der Schöpfung zu ergreifen.

Christlicher Glaube bewahrheite sich gerade auch in seinem Schöpfungsbezug, stellt Bischof Hanke in einem Hirtenwort fest, das zum Erntedankfest in den Gemeinden des Bistums verlesen wurde. Von den Christen sei konkreter Einsatz für die Umwelt gefordert: "Es gibt keine Frömmigkeit und Gottesbeziehung vorbei an der Schöpfungswirklichkeit". In seinem Hirtenwort bittet der Bischof die Gläubigen, die Vorschläge des Diözesanrats aufzugreifen und umzusetzen.

Das Papier des Diözesanrats listet eine Reihe von Schwerpunkten für kirchliches Umwelthandeln auf: So sollten die Einrichtungen der Diözese und die Pfarrgemeinden noch mehr als bisher auf Produkte zurückgreifen, die "ökofairen Kriterien" entsprechen. Beispielsweise könnte ein Pfarrfest bewusst als "bio-regional-faires Fest" gefeiert werden.

Pfarrgemeinden und diözesanen Einrichtungen wird empfohlen, neben den verschiedenen Möglichkeiten des Stromsparens auf Ökostrom umstellen. Das Bistum könnte "eine sinnvolle energetische Sanierung von Gebäuden" finanziell fördern. Umweltbewusstsein wird auch beim Gebrauch des Autos angemahnt. Besonders wichtig sei auch die Bewusstseinsbildung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Ressource Wasser.

Angeregt wird ferner, für das Bistum Eichstätt einen "Schöpfungstag" im Kirchenjahr zu verankern. Dieser Tag solle – so in der Resolution des Diözesanrats – "an die Geschöpflichkeit des Lebens erinnern, zum Staunen und zur Dankbarkeit für die Schöpfung anleiten und insbesondere die Verantwortung für die Schöpfung bewusst machen". Der Sachausschuss "Kirche und Umwelt" im Diözesanrat der Katholiken im Bistum Eichstätt werde die Maßnahmen und Aktionen nach Kräften unterstützen.

Das Bistum Eichstätt beteiligt sich seit Herbst 2001 an Projekten des Umweltmanagements. Mittlerweile unterzogen sich eine Reihe von kirchlichen Einrichtungen einer strengen Prüfung im Bereich Umweltmanagement und erhielten das EMAS-Zertifikat - unter anderen die Pfarrei Heilig Kreuz in Neumarkt. Das "Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)" der Europäischen Union steht für den hohen internationalen Standard eines "ökologischen Organisations- und Kontroll-Verfahrens". Ein Umweltmanagement, teilweise im Aufbau, gibt es daneben in zahlreichen weiteren Einrichtungen in der Diözese Eichstätt – so im Bistumshaus Schloss Hirschberg, in der Zentrale des Caritasverbandes und in allen Altenhilfeeinrichtungen der Caritas.

Aktive Maßnahmen, um über Organspende aufzuklären und die Spendenbereitschaft zu erhöhen, regt der Diözesanrat in einer weiteren Resolution an. Organtransplantation habe bereits vielen Menschen das Leben gerettet und vielen Gesundheit und Lebensqualität zurückgegeben, heißt es in der Erklärung "Organspende als Zeichen christlicher Nächstenliebe". Dennoch stünden deutlich weniger Organe für Transplantationen zur Verfügung als benötigt würden.

Bessere gesellschaftliche Rahmenbedingungen, damit sich mehr Menschen für Kinder entscheiden, forderte Diözesanratsvorsitzender Christian Gärtner in seinem Bericht. Dazu gehörten neben einer stabilen Partnerschaft in der Ehe auch die notwendigen finanziellen Voraussetzungen. Vor dem Hintergrund der Debatte über die Finanzierung von Krippenplätzen plädierte Gärtner für Wahlfreiheit der Eltern. Diese müsse selbstverständlich aber auch für die Mütter und Väter gelten, die sich bewusst gegen die Berufstätigkeit und für den ganzen Einsatz in der Erziehung der Kinder entscheiden.

Auch bei der Diskussion um die Einführung der Ganztagsschulen müsse man das Prinzip der Wahlfreiheit achten. Es gebe viele Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Lebensbedingungen in der Ganztagsschule am besten aufgehoben seien. Ganztagsschulen dürften sich allerdings nicht darauf beschränken, einfach nur den Unterricht in den Nachmittag auszudehnen.

Den Dialog zwischen Christen und Muslime sieht der Vorsitzende des Eichstätter Diözesanrats als besondere Herausforderung für die Zukunft, die sich vor allem auch den Pfarrgemeinden stelle. Der Diözesanrat versteht sich dabei als Austauschforum für Pfarreien, die im Kontakt mit dem Islam stehen.

Die vor einigen Jahren neu geschaffene Struktur der 52 Seelsorgeeinheiten im Bistum sei mittlerweile bis auf wenige Ausnahmen gut angenommen. Dies stellte Generalvikar Johann Limbacher in seinem Bericht fest. Die neue Struktur ermögliche es, "Pfarreigrenzen zu überspielen". Priester, Diakone und hauptamtliche Laienmitarbeiter würden dabei stärker in ein Seelsorgeteam eingebunden. Innerhalb eines Teams sei es wesentlich leichter, individuelle Stärken und Schwächen einzelner Seelsorger einzubringen oder auszugleichen. Ziel der Planungen sei es nun, die personelle Ausstattung der Seelsorgeeinheiten langfristig zu sichern.

Um die teilweise unterschiedliche Praxis im Bistum bei der Vorbereitung und Spendung der Sakramente zu diskutieren, soll in Kürze der Diözesanpastoralrat neu ins Leben gerufen werden. Weiteres Thema im Bericht des Eichstätter Generalvikars war die aktuelle ökumenische Situation. So soll es noch in diesem Jahr ein "Kontaktstudium" für alle Priester, Diakone und hauptamtliche Laien geben, welches sich mit dem "Kirchenverständnis in ökumenischer Perspektive" beschäftigt.
(pde)
30.09.07
Neumarkt: "Schöpfungstag" geplant
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