Finanzierung gesichert


Die Veteranen der Eisenbahn, zwei Damploks aus dem vorigen Jahrhundert, sind stumme Zeugen der Vertragsunterzeichnung.
Fotos: Erich Zwick

Wirtschaftsminister Erwin Huber (Mitte) und Dr. Volker Kefer, Vor-
standsvorsitzender der DB Netz AG (links) bei der Vertragsunter-
zeichnung. Rechts DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern,
Klaus-Dieter Josel.


Mit Handschlag wird der Vertrag bekräftigt: DB-Netz-Vorstandsvor-
sitzender Dr. Volker Kefer und Verkehrsminister Erwin Huber.
Dahinter ein Signet der ersten deutschen Eisenbahn "Adler".
NEUMARKT/ NÜRNBERG. Zwei altehrwürdige Dampflok-Veteranen waren stumme Zeugen, als am Dienstag ein neues Kapitel der Eisenbahngeschichte in der Metropolregion aufgeschlagen wurde.

In der Fahrzeughalle des DB-Museums in Nürnberg unterzeichneten Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber und Dr. Volker Kefer, der Vorstandsvorsitzende der DB Netz AG, den Bau- und Finanzierungsvertrag für drei Nürnberger S-Bahnstrecken mit der künftigen "S 3" von Nürnberg nach Neumarkt.

Das ehrgeizige Projekt, das schon seit gut zwei Jahrzehnten in den Köpfen herumschwirrt, soll bereits im Dezember 2010 fertiggestellt sein, versprachen jedenfalls die Vertrags-Unterzeichner. Bis es allerdings richtig los geht, verstreicht noch einmal ein gutes halbes Jahr; denn der erste Spatenstich wird erst im Frühjahr 2008 vollzogen. Dann aber müssen die nächsten Schlag auf Schlag folgen, wenn der Termin eingehalten werden soll.

Aufs Tempo drückt der Minister aber schon mal bei den kommunalen Verkehrsträgern. "Wenn die neuen S-Bahnen in Betrieb gehen, muss auch der Busfahrplan entsprechend angepasst werden. Nur so kann die S-Bahn ihren vollen Nutzen entfalten", sagte Erwin Huber wörtlich, wobei man meinen konnte, er hätte die Stadtwerke Neumarkt besonders im Visier.

Ob diese der "ausdrücklichen Bitte" des Verkehrsministers, "die Umstellung rechtzeitig vorzunehmen", nachkommen, darf bezweifelt werden. In 13 Jahren Stadtbussen haben sie es nicht geschafft, ihren Busfahrplan mit den Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Regionalbahnen und Regionalexpresse zu koordinieren. Und das soll jetzt bis 2010 gelingen? Wenn da mal der Minister nicht enttäuscht wird.

63 Millionen Euro kostet die S-Bahn-Ertüchtigung der Strecke zwischen Nürnberg und Neumarkt. Damit wird ein zweites S-Bahn-Gleis neben dem bestehenden der Stecke Nürnberg - Feucht - Altdorf im Abschnitt Fischbach - Feucht verlegt, so dass zwischen Nürnberg-Hauptbahnhof und Feucht die S 2 (nach Feucht) und die S 3 (nach Neumarkt) zwei gemeinsame Streckengleise bekommen. Ab Feucht bis Neumarkt geht's auf den bestehenden Schienen weiter, wobei zwei neue Stationen hinzukommen: Feucht-Ost und Woffenbach. Alle vorhandenen Bahnhöfe und Haltepunkte werden modernisiert und erhalten barrierefreie Zugänge.

Am meisten umgekrempelt wird der Neumarkter Bahnhof, der zum Endbahnhof für den S-Bahnbetrieb ausgestaltet wird. Der neue S-Bahnsteig liegt dann zwischen den beiden durchgehenden Hauptgleisen Nürnberg-Regensburg, also vermutlich auf Gleis 2 und 4 (ein Gleis 3 gibt es nicht; das wurde dem seinerzeitigen Bau der Bahnsteig-Unterführung "geopfert").

Die "S 3" wird im 20/40-Minuten-Takt verkehren, was zwei Abfahrten pro Stunde bedeutet. Montags bis freitags ist in den Hauptverkehrszeiten sogar ein 20-Minuten-Takt geplant. Schnelle neue Triebwagen mit Klimaanlage, die es auf 140 Stundenkilometer bringen, lassen die bisherigen veralteten Regionalzüge verblassen.

An die Unterzeichnung des Finanzierungsvertrages für die S-Bahn nach Neumarkt waren auch jene für die S-Bahnen Nürnberg - Ansbach und die Netzerweiterung Lauf - Hartmannshof geknüpft - insgesamt wurden mit einem Federstrich 170 Millionen Euro locker gemacht. Der Anteil des Freistaates Bayern beläuft sich auf 136 Millionen Euro - hinzukommen noch die neuen Züge, die noch einmal mit 100 Millionen Euro die Münchner Staatskasse belasten.

Der Rubel - in diesem Fall der Euro - rollte also: Jetzt sind die S-Bahnen "am Zug".
Erich Zwick
04.09.07
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