Beste Schulen Bayerns


Die Neumarkter Hauptschule Weinbergerstraße erhielt den ersten Preis: Dr. Donate Kluxen-Pyta (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbaende), Guenter Gerstberger (Robert Bosch Stiftung), stellvertretende Schulleiterin Petra Zeitler, die Schülerin Kathrin Janoschka, Kirsten Keppeler (Hertie-Stiftung) und Bildungsminister Siegfried Schneider (von links).
Fotos: Hertie-Stiftung / Gerhard Blank
NEUMARKT. Die beiden besten Schulen mit Hauptschulabschluss in Bayern sind die Hauptschule Weinbergerstraße in Neumarkt und die Volksschule Seubersdorf.


Die Volksschule Seubersdorf belegte bayernweit den zweiten
Platz: Schülerin Kristina Eichenseer und Schulleiterin Theresa
Altmann nehmen die Urkunde in München entgegen.
Sie wurden am Freitag im bayerischen Landtag mit dem Landespreis des bundesweiten Hauptschulpreises 2007 – Deutschlands beste Schulen mit Hauptschulabschluss" ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände vergeben. An dem mit rund 240.000 Euro dotierten Wettbewerb beteiligten sich bundesweit über 500 Schulen mit Hauptschulabschluss. Mehr als 350 Schulen haben eine aussagekräftige Bewerbung eingereicht, darunter 56 Schulen aus Bayern.

Aus den Einsendungen ermittelte eine 14köpfige Jury aus Schule, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft drei Landessieger. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die in Bayern erstplatzierte Hauptschule Weinbergerstraße in Neumarkt nun die Chance auf den Bundessieg. Die drei bundesweiten Sieger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 10. Mai in Berlin durch Bundespräsident Horst Köhler geehrt.

Siegfried Schneider, Staatsminister für Unterricht und Kultus des Freistaats Bayern, sagte bei der Übergabe der Landespreise am Freitag in München: "Mit ihrem großartigen Engagement haben die Lehrkräfte, Schüler und Eltern der Schule Spitzenleistungen erbracht. Sie haben die Auszeichnung mehr als verdient. Die Landessieger ermuntern durch ihr Beispiel dazu, dass andere Schulen ihnen nacheifern."

"Umfassende Förderkonzepte, die bereits in den unteren Klassen ansetzen und die Schule frühzeitig für die Arbeitswelt öffnen, sind der entscheidende Schlüssel für den erfolgreichen Übergang in den Beruf", unterstrich Günter Gerstberger, Bereichsleiter der Robert Bosch Stiftung. "Schüler und Betriebe profitieren gleichermaßen davon, wenn sie sich bereits vor Beginn der Berufsausbildung kennen."

Für den ersten Preis erhält die Hauptschule Weinbergerstraße in Neumarkt 5.000 Euro. Die Schule verzeichne trotz großer sozialer Probleme – rund 70 Prozent der Eltern sind allein erziehend und rund 20 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund – große Erfolge, hieß es. Besonders hervorzuheben sei die hohe Vermittlungsquote der Schule: 87 Prozent der Jugendlichen werden in Ausbildungsplätze und weiterführende Schulen vermittelt.

Das Erfolgskonzept der Schule basiere auf einem systematischen, zielgruppenorientierten und nachhaltigen Vorgehen im Schulalltag. Neben Coaching, Benimmkursen, Schülerfirmen und Zielorientierungsseminaren dient beispielsweise das Unterrichtsfach "Erwachsen werden" der Persönlichkeitsbildung der Schüler. Neben der engen Zusammenarbeit mit Firmen, Vereinen oder Kirchen arbeitet die Schule zudem sehr intensiv mit den Eltern zusammen. Sie organisieren den Mittagsbetrieb und übernehmen die Hausaufgabenbetreuung.

Den mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis erhielt die Volksschule Seubersdorf. Sie überzeugte die Jury vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und durch die gute Vernetzung mit Vereinen und der örtlichen Wirtschaft. Die Vermittlung der Ausbildungsreife werde bereits in der Grundschulzeit angegangen und konsequent mittels vielfältiger Praktika und einer intensiven Berufsorientierung verfolgt. Das Ergebnis: die Vermittlungsquote der Schüler in den Arbeitsmarkt liege bei nahezu 100 Prozent. Kein Schüler habe die Schule ohne Abschluss verlassen. Neben der Ausbildungsreife lege die Schule besonderen Wert auf die Persönlichkeitsbildung der Schüler, welche durch Projekte und Maßnahmen wie Selbstverteidigung, Streitschlichtung, Theater oder Umwelterziehung verfolgt werden.

Die ersten zehn Plätze im Landeswettbewerb Bayern haben belegt: Beim Hauptschulpreis 2007 konnten sich alle Hauptschulen und Schulen bewerben, die zum Hauptschulabschluss, zur Berufsbildungsreife oder zur Berufsreife führen. In Bayern sind dies Hauptschulen und Volksschulen. Ins Leben gerufen wurde der Hauptschulpreis im Jahr 1999 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände im Rahmen der Initiative Hauptschule. Seit 2003 wird der Hauptschulpreis gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung ausgeschrieben. Die Kultusministerien der Länder unterstützen den Wettbewerb.
27.04.07
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