"Deutlich verbessert"

NEUMARKT. Die Konjunkturerholung im IHK-Bezirk setzt sich zum Jahreswechsel kräftig fort - vor allem im Baugewerbe.

Das ergab die Frühjahrsumfrage der IHK Regensburg unter 412 repräsentativ ausgewählten Unternehmen. "Die Hälfte aller Firmen, die an der aktuellen Konjunkturumfrage teilnahmen, bezeichnet ihre Geschäftslage als gut. Nur noch jedes achtzehnte Unternehmen ist mit seiner Geschäftslage unzufrieden", resümiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes.

Die Erwartungen an die weitere konjunkturelle Entwicklung haben sich nach leichter Krisenstimmung im Herbst letzten Jahres wieder verbessert. Die konjunkturelle Erholung macht sich mittlerweile auch am Arbeitsmarkt bemerkbar: Die Arbeitslosenzahlen sinken. Die Unternehmen melden wieder mehr offene Stellen an die Arbeitsämter. Jedes fünfte Unternehmen plant Neueinstellungen.

Der kräftige Aufschwung führe in allen Wirtschaftssektoren zu einer guten Beurteilung der Geschäftslage zum Jahreswechsel. Wesentliche Antriebskraft bleibe der Export. Im IHK-Bezirk rechnen die Unternehmen insgesamt mit einem Plus von etwa fünf Prozent bei den Auslandsumsätzen. Doch auch die Binnenkonjunktur kam in Schwung. Das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des gegenwärtigen Aufschwungs hat sich zum Jahreswechsel wieder etwas gefestigt, nachdem in der Herbstumfrage Zweifel aufkamen. Die Erwartungen sind jetzt wieder positiver. Die Unternehmen im IHK-Bezirk planen zusätzliche Investitionen in Ausrüstung und Bauten. Dabei stehen Ersatzbeschaffungen und Rationalisierungsmaßnahmen nach wie vor im Mittelpunkt.

Die Industrie spürt vor allem den Nachholbedarf ihrer Kunden bei Investitionen. Ihre Kapazitäten sind gut ausgelastet. Die Unternehmen setzen auf zunehmende Nachfrage aus dem Inland und – trotz Euro-Aufwertung gegenüber dem Dollar – auch aus dem Ausland. Der mittlere Osten und die Länder in Osteuropa rücken mehr und mehr in den Focus der exportorientierten Industrie. Privater Konsum wie steigender Bedarf an Investitionsgütern im Inland füllen zusätzlich die Auftragsbücher. Die Industrie verstärkt zudem ihre Investitionen in Produktinnovationen und erweitert ihre Kapazitäten. Sorgen bereiten der Industrie die stark gestiegenen und immer noch steigenden Preise für Energie und Rohstoffe.

Deutlich verbessert hat sich endlich die Geschäftslage im Baugewerbe. Nur noch jedes 20. Unternehmen äußert sich unzufrieden. Vor Jahresfrist war es noch jede zweite Baufirma. Vor allem aus dem öffentlichen Bereich nahmen die Aufträge zu. Der Zustand vieler Infrastruktureinrichtungen duldete häufig keinen weiteren Aufschub. Wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer standen diese Aufträge unter hohem Fertigstellungsdruck. Die Bauwirtschaft erwartet mindestens ein Anhalten der Nachfrage. Jedes fünfte Unternehmen in der Branche rechnet mit zusätzlichen Aufträgen. Unverändert sind die Investitionspläne, nach schwierigen Jahren investiert die Bauwirtschaft vor allem in Ersatzbeschaffungen.

Über eine gute Geschäftsentwicklung berichtet auch der Handel. Der private Konsum nahm zu und bescherte dem Handel zum Jahreswechsel zufrieden stellende Umsätze. Der Einzelhandel führt die Umsatzsteigerungen auf vorgezogene Käufe wegen der Mehrwertsteuererhöhung zurück. Er erwartet deswegen ein Einbrechen des privaten Konsums in diesem Jahr. Ganz anders der Großhandel, er hat seinen Herbstpessimismus überwunden. Steigende Preise für Energie und Miete sowie die Anhebung der Mehrwertsteuer und weiterer Steuern und Abgaben werden nach Meinung der befragten Einzelhändler zu Kaufzurückhaltung bei den Kunden führen. Modernisierungsmaßnahmen und neue Geschäftsflächen sind wichtige Investitionsziele des Handels.

Die Dienstleister klagen momentan ebenfalls nicht. Jedes zweite Unternehmen in diesem Wirtschaftsbereich berichtet über eine gute Geschäftsentwicklung. Vor allem die erholte Binnenkonjunktur sorgt für bessere Umsätze. Die Auslandsumsätze blieben im Wesentlichen konstant. Im Export sieht die Branche für die nächste Zeit Wachstumsmöglichkeiten.

Investitionsdynamik und erstarkte Konsumnachfrage wirken sich positiv auf den regionalen Arbeitsmarkt aus. Die Beschäftigung nimmt zu. Die Zahl der im Jahresdurchschnitt gemeldeten Arbeitslosen sank im IHK-Bezirk um 12,8 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 41,4 Prozent. Die Unternehmen stellen wieder ein. Industrie und Bauwirtschaft haben schon Probleme, offene Stellen qualifiziert zu besetzen.

"Vor allem im ländlichen Raum klagen Unternehmen über zunehmenden Fachkräftemangel", berichtet Dr. Jürgen Helmes aus der Praxis. "IHK, Arbeitsverwaltung und Unternehmen entwickeln daher passende Ausbildungs- und Qualifizierungsmodule, um Schulabgänger besser auf das Berufsleben vorzubereiten und Schlüsselqualifikationen für einen erfolgreichen Berufseinstieg zu fördern".
29.01.07
Neumarkt: "Deutlich verbessert"
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