"Unmöglich und unerhört"

NEUMARKT. Als "unmöglich und unerhört" hat Oberbürgermeister Thomas Thumann das Verhalten einiger Stadträte bezeichnet, die Vorgänge um die angefragte Beförderung eines Mitarbeiters in die Öffentlichkeit zu tragen.

"Dabei handelt es sich um eine sensible Personalentscheidung. Diese politisch zu instrumentalisieren und in der Öffentlichkeit breit zu treten, ist für mich ein unerhörtes und unmögliches Vorgehen", heißt es in einer Pressemitteilung zu einem Bericht in neumarktonline vom Mittwoch. Der "Gipfel dieser Politisierung" sei es aus seiner Sicht, wenn die Namen zweier führender Mitarbeiter unter dem Mantel eines fadenscheinigen und unzutreffenden Vergleichs "diffamiert und deren Ehre beschmutzt" würden. "Hier wird auf eine unglaublich respektlose Art die sehr hohe Qualifikation dieser beiden Mitarbeiter für einen politischen Scheinkampf in den Dreck gezogen, dass einem die richtigen Worte dafür fehlen". Menschlich sei so ein Verhalten für ihn überhaupt nicht nachvollziehbar. Dies stelle den Versuch dar, "Medien- und Öffentlichkeitsinteresse um jeden Preis zu erzeugen, auch um den Preis der massiven Beschädigung von Mitarbeitern."

Die öffentlich geführte Diskussion dieses Themas, "sogar mit der Nennung des Namens des eventuell zu Befördernden" (nicht in neumarktonline; Anm.d.Red) und die "diffamierenden Aussagen" zu den beiden Abteilungsleiter bedeute für Oberbürgermeister Thumann einen Angriff auf die Würde der Mitarbeiter. "Ich kann und werde nicht dulden, dass dieses nur nichtöffentlich zu behandelnde Thema einer eventuellen Beförderung eines Mitarbeiters in die Öffentlichkeit getragen und im Rahmen eines Parteienmachtkampfes auf dem Rücken unserer Mitarbeiter ausgetragen wird."

Manche der Stadträte, die dieses Thema nun publik gemacht haben, seien sich dabei offensichtlich nicht im Klaren über die Folgen. Eine derart über die Medien öffentlich geführte Diskussion gehe schließlich – egal wie die Entscheidung schließlich lauten wird – stets zu Lasten der Mitarbeiter im Rathaus. Und dies sei aus seiner Sicht überhaupt nicht tolerierbar.

Seine Aufgabe sieht Oberbürgermeister Thumann darin, sich vor die Mitarbeiter zu stellen und sie vor solchen "gemeinen Diffamierungen" in der Öffentlichkeit zu schützen. Dies gelte für alle Mitarbeiter: für den zur Beförderung vorgeschlagenen genauso wie für die von einigen nun in Vergleichen herangezogenen zwei Abteilungsleiter. Hier werde "auf übelste Weise" das Ansehen dieser beiden führenden Mitarbeiter beschmutzt und deren seit Jahren herausragende Leistungen und Einsatzbereitschaft für die Stadt in Abrede gestellt. "Wo glauben manche Stadträte eigentlich, dass die großen Erfolge der Stadt in den letzten Jahren und Jahrzehnten herkommen? Es sind unsere Mitarbeiter, die maßgeblich dafür gearbeitet haben!"

Oberbürgermeister Thumann sieht sich bei dieser Diskussion erneut in seiner Ansicht bestätigt, dass es "den Wenigen, die dieses Thema nun benutzen", offensichtlich mehr um die eigene Publicity gehe als um eine sachliche Politik. Außerdem sei es schon "eine gravierende Unsitte", dass manche Stadträte und Gruppierungen ihre Aussagen "zu solch problematischen und auch sensiblen Problemen" erst den Medien zuleiten und damit meinen, Druck aufbauen zu können.

Dies gelte für die jetzt thematisierte Beförderung genau so wie für zahlreiche Anfragen und Anträge, wo dann nicht selten über die Veröffentlichung in den Medien mit Maßnahmen welcher Art auch immer oder gar mit Dienstaufsichtsbeschwerden oder dem Staatsanwalt gedroht werde. Immer würde diese Aktionen zunächst den Medien verkündet, ohne vorher die Inhalte zu klären oder gar Gespräche mit den Betroffenen zu führen. "Dies ist aus meiner Sicht kein korrektes und der Entwicklung unserer Stadt dienliches Verhalten", erklärte Thumann.

Oberbürgermeister Thumann kritisiert in diesem Zusammenhang auch "andere Auswüchse", wie die öffentliche Ankündigung der Teilnahme städtischer Mitarbeiter oder von ihm selber an Veranstaltungen einzelner Gruppen, ohne dass diese vorher abgesprochen oder Termine ausgemacht worden seien.

Im Hinblick auf den konkreten Fall einer Beförderung werde sich Oberbürgermeister Thumann "wie bei allen anderen öffentlich geäußerten Drohungen und Ankündigungen verhalten" und sich "nicht unter Druck setzen lassen". Deshalb werde diese kein Thema bei der nächsten Stadtratssitzung, der Weihnachtssitzung am 21.Dezember sein.
07.12.06
Neumarkt: "Unmöglich und unerhört"

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