"Gelebte Toleranz"


Die Camerata des Ostendorfergymasiums mit Musikern aus Osteuropa wurde zu einem Sieben-Staaten-Klangkörper zusammengeschweißt.
Fotos: Erich Zwick

Tobias Hartlieb dirigierte nach nur einer Woche Probenarbeit
das für einen einzigen Auftritt fit gemachte Ensemble.


Bei der Vorstellung der Nationen - von "Sprachgenie" Georg Jüttner
aufgerufen - lächeln diese tschechischen Musiker besonders
freundlich in die Kamera.
NEUMARKT. War der Blick an Allerheiligen zurück in eine düstere Vergangenheit europäischer Geschichte gerichtet, so weitete er sich am Freitagabend nach vorne in eine Zeit der "gelebten Toleranz". Diese neue Epoche wurde spürbar beim "Friedenskonzert der Nationen", das den würdevollen Abschluß der "6. Internationalen Jugendbegegnung" bildete.

Was die Sprache oft nicht in wohlgesetzte Worte zu kleiden vermag - die Musik schafft es in einer wunderbaren Art und Weise. Unter seiner Stabführung brachte Dirigent Tobias Hartlieb die Neumarkter Camerata des Ostendorfergymnasiums mit jungen Musikern aus Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, Tschechien und Ungarn in einen harmonischen Einklang. Schon die Egmont-Ouvertüre Op. 84 von Ludwig van Beethoven rang dem aufmerksamen Publikum einen lang anhaltenden Beifall ab, der sich bis zur Schlußsymphonie Nr. 29, A-Dur, KV 201 von Wolfgang Amadeus Mozart ins schier Unermessliche steigerte.


Ehrfurchtsvoll lauschen die Ehrengäste den Werken alter Meister, die ihnen die Jugend Europas zu
Gehör bringt.
Schon eingangs hatte Oberbürgermeister Thomas Thumann festgestellt, dass Musik "die Sprache ist, die keine Grenzen kennt." Von diesem Gedanken hätte sich auch Bürgermeister Arnold Graf leiten lassen, der die Internationalen Jugendbegegnungen ins Leben rief, die nun schon zum sechsten Mal stattfinden und zwischen Neumarkt und einer Stadt in Osteuropa im jährlichen Turnus alternieren. Aus bescheidenen Anfängen heraus - im ersten Jahr waren es nur drei Nationen - hätte sich ein wahrer "Exportschlager" entwickelt mit derzeit sieben teilnehmenden Länderdelegationen.

Wie intensiv auch die Öffentlichkeit diese Internationalen Jugendbegegnungen begleitet, ging aus der langen Liste der Ehrengäste hervor - stellvertretend für alle hier nur zwei namentlich hervorgehoben: Europa-Abgeordneter Albert Deß und die Leiterin des Ostendorfergymnasiums, Ulrike Severa.

Bürgermeister Arnold Graf ließ zwischen den Konzertdarbietungen von Jean Sibelius und Igor Stravinsky die Jugendbegegnungen 2003 in Arad (Rumänien) und 2005 in Dobrjanka (Russland) in Bild und Ton noch einmal Revue passieren und gab einen Ausblick auf die nächste Begegnungsstätte 2007 in Czestochowa (Polen).

Wenn am Samstag die 6. Internationale Jugendbegegnung zu Ende geht und die 31 osteuropäischen Gäste mit ihren Betreuern die Heimreise antreten, werden sie sicherlich eine Menge neuer und positiver Eindrücke mit nach Hause nehmen und in sich das Dichterwort nachwirken lassen, das ihnen Oberbürgermeister Thomas Thumann mit auf den Weg gegeben hat: "Gemeinsame Erinnerungen sind die besten Friedensstifter..."
Erich Zwick
03.11.06
Neumarkt: "Gelebte Toleranz"
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