Preis an Huber übereicht


Bundespräsident Horst Köhler (3.v.r.) überreichte den Deutschen Umweltpreis 2006 an Hans G. Huber (4.v.r.) und Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze (6.v.r.). Mit auf der Bühne waren DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde, Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt, DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (v.r.).


Freuen sich über jeweils 250.000 Euro Preisgeld: Prof. Dr.
Ernst-Detlef Schulze (2.v.l.) und Hans G. Huber (r.) erhielten
den Deutschen Umweltpreis 2006 der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt (DBU). DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde (l.) und
DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl gratulierten den
Preisträgern.
NEUMARKT/Dresden. Der mit 500.000 Euro höchst dotierte Umweltpreis Europas ist zum 14. Mal vergeben. Bundespräsident Horst Köhler überreichte am Sonntag in Dresden den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) an den bayerischen Unternehmer Hans G. Huber (64) und den Jenaer Ökosystemforscher Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze (65).

Huber erhält den Preis, weil er in Schwellen- und Entwicklungsländern qualitativ hochwertige und robuste Technologien zur Frischwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung entwickelt und erfolgreich vertrieben hat. Als Direktor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie erforscht Schulze Ursachen der globalen Klimaerwärmung.

In seiner Rede betonte Köhler die Bedeutung des Naturschutzes: "Seit 100 Jahren ist der Naturschutz Aufgabe des Staates. Das muss er auch weiterhin bleiben. Und zwar nicht als lästiges Anhängsel, um das man sich - je nach Kassenlage - mal mehr, mal weniger kümmert. Naturschutz ist kein Luxus, Naturschutz ist eine Zukunftsaufgabe."


Der Bundespräsident bei seiner Rede.
Vor rund 1.500 Festgästen sagte Köhler in Dresden, Naturschutzgebiete und -parke, Nationalparke und Biosphärenreservate machten ein Viertel der Fläche Deutschlands aus. Für ihn gehöre es zu den zentralen Aufgaben einer zukunftsorientierten Politik, „diese Schatzkammer, das reiche Naturerbe unseres Landes, für unsere Kinder und Enkel zu bewahren“. Darum begrüße er auch ausdrücklich, dass die Bundesregierung zur Sicherung des Nationalen Naturerbes 125.000 Hektar Naturschutzflächen unentgeltlich in eine Bundesstiftung einbringen oder an die Länder übertragen wolle. Damit könne nun endlich auch die Idee des „Grünen Bandes“ verwirklicht werden. Köhler: „Ich wünsche mir sehr, dass die künftigen Träger des nationalen Naturerbes aus diesem Geschenk etwas Gutes machen.“

In seiner im Festakt per Film eingespielten Laudatio auf Hans G. Huber betonte Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und Mitglied der Jury des Deutschen Umweltpreises, die Auszeichnung sei gut und wohl begründet. 6,5 Milliarden Menschen brauchten Wasser - für die Landwirtschaft, zur Bewässerung, für die Industrie. Täglich würden mehr als 5.000 Menschen an Krankheiten sterben, die mit Wasser verbunden seien, vornehmlich Kinder. Töpfer: „Und es ist nicht die Frage, dass wir nicht genug Wasser in dieser Welt haben, auch in allen Regionen. Aber wir brauchen bessere Ideen, bessere Techniken, um dieses Wasser sinnvoller, sparsamer zu nutzen. Denn wenn wir davon sprechen, dass die nächsten Kriege Wasserkriege sein werden, dann müssen wir uns heute fragen: Welches sind die Abrüstungsmaßnahmen, die vorsorgenden Abrüstungsmaßnahmen für diese Kriege? Und sie sind: Intelligente Technologien, Investitionen und gutes Management von Wasser.“

Wasser müsse als Wertstoff gesehen werden. Die Firma Hans Huber habe dies sehr konsequent aufgegriffen, dazu beigetragen, dass Wasser mehrfach genutzt werden könne wie in der Kreislaufwirtschaft im Abfallbereich schon selbstverständlich. Töpfer: „Ein Unternehmen des Mittelstands, das wieder einmal belegt: Hier gibt es die Bereitschaft nachzudenken, Entwicklungen auszuarbeiten und marktfähig zu machen. Gratulation, eine gute Chance für den Standort Deutschland.“

Hans G. Huber betonte, in Deutschland gebe es genügend Wasser in bester Qualität. Aber es müssten auch anwendbare Technologien geschaffen werden für Länder, die nicht so gesegnet seien wie Deutschland. Diese Idee müsse breiter gestreut werden etwa in Politik und Nicht-Regierungs-Organisationen. In Schwellenländern müsse die psychologische Hürde überwunden werden, Abwasser so aufzubereiten, dass es wieder zu verwenden sei. Dabei müsse man die Mentalität der Menschen verstehen und Vertrauen schaffen als wichtige Basis für die Zukunft. Sein Unternehmen biete Qualität und angepasste Lösungen, und er sei optimistisch, dass seinem Unternehmen die Ideen nicht ausgehen würden.
29.10.06
Neumarkt: Preis an Huber übereicht

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