Hohes Sparpotential


Architekt Michael Gärtner, Jochen Zehender, Architekt Roland
Kämmerzähl und Dr. Peter Donauer (v.l.)
NEUMARKT. Die Architekten Michael Gärtner und Roland Kämmerzähl erläuterten beim CSU-Ortsverband Stadtosten, welche gesetzlichen Mindestvorschriften in Bezug auf die Energieeinsparung beim Hausbau gelten und wie man durch geschickte Gestaltung und den Einsatz von Haustechnik weitere Einsparpotentiale nutzen und in den Genuss von Förderungen kommen kann.

Im weiteren Verlauf des Treffens bedankte sich Vorsitzender Dr. Peter Donauer bei Grete Dobner, Dieter Bär, Horst Kallenbach und Nikolaus Wegertseder für langjährige Mitgliedschaft in der CSU.

Architekt Michael Gärtner erklärte, dass etwa 32 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie zum Heizen von Gebäuden aufgewendet wird; dementsprechend bestehe bei Hausbau und -sanierung ein hohes Potential für Energieeinsparung und Klimaschutz.

Anhand von überschlägigen Beispielen wurde erläutert, mit welchem Verbrauch an Energie - bezogen auf den Brennstoff Heizöl - bei einem typisierten Haus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche zu rechnen sei. 1960 hätte ein solches Haus noch etwa 3000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht. Ein Haus, das nach dem heute gültigen Mindeststandard der Energieeinsparverordnung von 2002 errichtet wird, sollte etwa 1000 Liter Heizöl benötigen.

Eine Förderung nach dem Kfw 60 Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau kommt in Betracht bei einem Verbrauch von etwa 700 Liter Heizöl/Jahr und eine Förderung nach Kfw 40 Standard bei etwa 550 Liter. Die sehr komplexen Einzelheiten seien aber zweckmäßigerweise im Einzelfall mit einem Architekten und der Kfw abzuklären.

Architekt Roland Kämmerzähl machte an einem Beispiel deutlich, wie detailliert und aufwendig der Nachweis nach der Energieeinsparverordnung für einen Neubau geführt werden muss. Weiter widmete er sich der Frage nach dem bautechnischen Aufwand und der Gestaltung bei Niedrigenergiehäusern. Bei Kfw-60-Häusern sei der bauliche Aufwand mit etwa drei bis sieben Prozent der Baukosten noch im Rahmen und bei der Gestaltung gebe es keine nennenswerten Einschränkungen. Auch beim Kfw-40-Haus sind bei der Gestaltung praktisch keine Einschränkungen zu erwarten; der bauliche Aufwand werde hier aber deutlich höher.

Abschließend berichtete Kämmerzähl von seinen Erfahrungen beim Passivhausbau. Die Technik sei mittlerweile vorhanden und funktioniere, der bauliche Aufwand sei aber enorm, so dass der Keller mit der ganzen Haustechnik schon fast an die "Kommandozentrale eines Raumschiffs" erinnere. Darüber hinaus müsse die Gestaltung solcher Häuser konsequent an der Energieoptimierung, beispielsweise durch große Glasflächen nach Süden, ausgerichtet sein.

Im Rahmen dieser Veranstaltung ehrte Vorsitzender Dr. Peter Donauer Grete Dobner für 55 Jahre Mitgliedschaft in der CSU, Dieter Bär für 35 Jahre, Horst Kaltenbach und Nikolaus Wegertseder für 30 Jahre und dankte mit einem kleinen Präsent für die langjährige Mitgliedschaft.
24.05.06
Neumarkt: Hohes Sparpotential
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