"Aus Geschichte lernen"


An der Kriegsgräberstätte am Föhrenweg gedachte man am Dienstag der Opfer des Krieges.
Fotos: Susanne Weigl




NEUMARKT. "Kriegsgräberstätten sind die großen Prediger des Friedens". Kein anderes Leitwort wie dieses aus dem Munde des großen Albert Schweitzer hätte besser zu der Kranzniederlegung am 61. Jahrtag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges gepasst, zu dem sich die Nachkommen der Feinde von einst am Dienstag an der Neumarkter Gedenkstätte am Föhrenweg einfanden.

Mit 5.049 Toten aus zwei Weltkriegen, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden, ist der Neumarkter Ehrenhain die größte Kriegsgräberstätte in Bayern, in der vor allem russische Kriegsteilnehmer der fremden Erde anvertraut wurden.

Dass sie nicht vergessen sind, kam durch den honorigen Besuch des russischen Konsuls Juris Malyschev zum Ausdruck, den Oberbürgermeister Thomas Thumann zusammen mit seinen Bürgermeisterkollegen Arnold Graf und Erich Bärtl zur Kranzniederlegung am Ehrenmal begleitete. Schweigend schritten Mitglieder des Stadtrates, Vertreter des Volksbundes Deutscher Kriegesgräberfürsorge und Bürgerinnen und Bürger hinterher.

In seiner ehrenden Ansprache erinnerte das Stadtoberhaupt an die Schrecklichkeiten und Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges und an die Sinnlosigkeit aller kriegerischen Auseinandersetzungen. Kriegsgräberstätten seien deshalb auch wichtige Mahnmale, um die Geschichte wach zu halten und um uns zur Einsicht zu bringen, dass es nie wieder Krieg geben darf.

Vor einem Jahr - so erinnerte Thomas Thumann - sei das Friedenskreuz in der Siedlung Wolfstein aus Anlass der 60. Wiederkehr des Kriegsendes enthüllt worden, womit die Stadt ein weiteres sichtbares Zeichen als Friedensstadt gesetzt habe. Neben Bürgermeister Arnold Graf hätte sich das Generalkonsulat der Russischen Förderation für dieses Wachhalten der Geschichte verdient gemacht. Ähnliche Bestrebungen seien vom polnischen Konsulat ausgegangen, das jedes Jahr zum Allerheiligenfest die Kriegsgräberstätte in Neumarkt besucht, um Aussöhnung und Annäherung zu praktizieren.

Und über den Gräbern hinweg sprießt die Hoffnung, dass die Jugend aus der Geschichte lernt. Mehr als nur Ansätze dazu gibt es genug durch Begegnungen zwischen Gruppen aus mittel- und osteuropäischen Ländern. "Wo vorher Hass, Feindschaft und Vernichtung herrschten, keimt Freundschaft". Das mahnende Gedenken mag dazu beitragen, dass sie kein Blütentraum bleibt.
09.05.06
Neumarkt: "Aus Geschichte lernen"
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