Ungeliebte Käfer


Reiche Beute: gefangene Borkenkäfer


Eine der Borkenkäferfallen


Bohrmehl am Fuß der Bäume deutet auf Käferbefall hin.
NEUMARKT. Der heiße Sommer 2003 wirkt nach: Jetzt wurden rund 30.000 Borkenkäfer allein in zwei Fallen in Neumarkt gefangen.

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hat das Monitoring der Fichtenborkenkäfer überarbeitet. In einem großräumigen Raster von 32 Mal 32 Kilometern stehen Lockstofffallen, mit denen die Schwärmflüge der Käfer überwacht werden. Einer der beiden Fallenorte im Landkreis Neumarkt befindet sich am Waldrand der Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung der Stadt Neumarkt und wird dort von Stadtförster Georg Zeltner betreut.

Bei der wöchentlichen Kontrolle am Montag stellten Stadtförster Zeltner und der Bereichsleiter Forsten des Amts für Landwirtschaft und Forsten, Michael Roßkopf, einen hohen Anflug an Buchdruckern fest. Seit Beginn der Schwärmzeit wurden bereits etwa 300.000 Exemplare dieses Forstschädlings in den zwei auf städtischen Grund aufgestellten Fallen gefangen.

Die ersten warmen Tage in den letzten Wochen haben auch die Fichtenborkenkäfer aus ihren Winterquartieren gelockt. In der letzten Woche ist ein Großteil der Käfer geschwärmt und hat sich neue Brutbäume gesucht. Darin legen sie in den nächsten ein bis zwei Wochen die neuen Brutgänge an. Alle Waldbesitzer sind daher jetzt aufgerufen, in den nächsten Tagen ihre Fichtenbestände zu kontrollieren, hieß es.

Nun geht es nicht mehr um die bereits entnadelten Bäume ohne Rinde. Braunes Bohrmehl und Einbohrlöcher würden auf frisch befallene Bäume hinweisen, besonders um alte Befallsstellen und an südexponierten Waldrändern sei mit neuem Befall zu rechnen. Erst Ende Juni verfärben sich die Nadeln oder fallen ab. Auch die Rinde wird erst in einigen Wochen abblättern.

In diesen neu befallenen Bäumen legen die Käfer eine frische Brut an. Aus einem Baum können dann mehrere tausend neue Jungkäfer schlüpfen, die zehn bis 15 neue Bäume zum Absterben bringen können. Nun gilt es, sämtliche Käferbäume einschließlich der frisch befallenen zu fällen und die Borkenkäferbrut zu vernichten. Werden die Stämme entrindet oder rasch auf einen waldfernen Lagerplatz gebracht, können die Käfer keinen weiteren Schaden mehr anrichten. Äste und Baumkronen können ebenfalls als Brutmaterial dienen und sollen daher gehäckselt werden. Werden jetzt die befallenen Bäume nicht entnommen, so wird voraussichtlich im Juli eine zweite Generation ausschwärmen und zu deutlich höheren Schäden führen.

Die Waldbesitzer sind verpflichet, Fichtenbestände zu kontrollieren und für die Bekämpfung der Borkenkäfer zu sorgen. Benötigen Sie fachliche Beratung, können sie sich jederzeit an das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt (Telefon 09181 482-0) oder an die jeweilige Forstdienststelle wenden.

Waldarbeit, insbesondere mit Motorsäge und Rückeschlepper, ist gefährlich und soll nur von erfahrenen Personen ausgeführt werden, hieß es. Können Waldbesitzer die notwendigen Arbeiten nicht selbst durchführen, so stehen ihnen die Waldbesitzervereinigungen Neumarkt-Berching (Telefon 08462 9410-12 oder -13) oder Parsberg (Telefon 09182 1480) zur Seite. Die Waldbesitzervereinigungen vermitteln als Selbsthilfeorganisation Arbeitskräfte und organisieren den Verkauf des Holzes.

Auslöser der Borkenkäfermassenvermehrung war der trockene Sommer 2003. Damals konnten die Käfer die unter Trockenstress leidenden Fichten vehement befallen und drei Brutgenerationen anlegen. Eine Massenvermehrung dauert in der Regel drei bis vier Jahre, so dass auch in diesem Jahr große Aufmerksamkeit notwendig ist. Die schöne Witterung im zweiten Halbjahr 2005 hat die Massenvermehrung nochmals angeheizt.

Die Borkenkäfer legen bei ihrem Brutgeschäft Gänge unter der Rinde in der Wachstumsschicht des Baumes an. Dort entwickeln sich aus den Eiern über Larven die Jungkäfer. Nach acht bis zwölf Wochen Entwicklungsdauer schwärmen die neuen Käfer aus. Bei sehr heißen Temperaturen kann das schon nach sechs Wochen der Fall sein.
08.05.06
Neumarkt: Ungeliebte Käfer
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