Weltneuheit aus Neumarkt


Die neue Verkehrszeichenbrücke im Einsatz.
Fotos: Pfleiderer Europoles
NEUMARKT. Eine Weltneuheit kommt aus Neumarkt: Pfleiderer Europoles montierte die erste Verkehrszeichenbrücke aus Schleuderbeton.

Nach gut anderthalbjähriger Entwicklungszeit wurde an der A99 am Autobahnkreuz München-Ost die erste Verkehrszeichenbrücke aus Schleuderbeton montiert.


Schwierige nächtliche Arbeit: das Einheben des Querriegels
Um 23 Uhr in der Nacht wurde in nur knapp zwölf Minuten der Querriegel über die Fahrbahnen auf die vorbereiteten Stützen gehoben. Für diese Aktion mussten alle Spuren einer Autobahnrichtung kurzfristig gesperrt werden - so dass die Montagezeit gar nicht kurz genug sein konnte. Die Vorgabezeit von 15 Minuten konnte aber unterschritten werden, obwohl es die erste Montage einer Beton-Schilderbrücke war. "Es war schon aufregend zu erleben, wie die erste Brücke dieser Art auf die Tragpfeiler eingehoben wurde. Dank der Präzision der Monteure lief es aber reibungslos.", erklärt Bernhard Matschiner, Projektleiter bei Pfleiderer Europoles.

Die Brücke aus hochfestem Beton zeichnet sich dadurch aus, dass sie fast keine Angriffspunkte für Korrosion bietet, heißt es von Pfleiderer Europoles. Sie ist besonders unempfindlich gegenüber Frost und Tausalzen - das ist besonders wichtig, wenn die Spuren im Winter häufig von Schnee und Glatteis befreit werden müssen. Aufwendige Wartungs- und Pflegearbeiten wir bei herkömmlichen Konstruktionen entfallen.

"Der im Schleuderverfahren hergestellte Beton besitzt eine so dichte Oberfläche, so dass wir bei Tests hervorragende Ergebnisse erzielt haben", erklärt Helmut Lieb, Leiter Entwicklung. Beim so genannten Frost-Tausalz-Test werden Frostsituationen mit gleichzeitiger Besprühung mit Salwasser simuliert.

Doch nicht nur die lange Dauerhaftigkeit musste nachgewiesen werden. Die Ausführung wurde maßgeblich mit der Autobahndirektion Südbayern, Bereiche Brücken und Betrieb, abgestimmt. Darüber hinaus wurde die Konstruktion einer intensiven Prüfung durch die TU München unterzogen.

Die Verkehrszeichenbrücke überspannt zur Zeit drei Spuren und eine Standspur mit einer Höhe von fünf Metern und einer Länge von 26 Metern. An ihr können bis zu elf elektronische Wechsel-Verkehrszeichen angebracht werden. Ein integriertes Schienensystem sorgt dabei für eine einfache Montage und Justierung. Das hervorragende Schwingungsdämpfungs-Verhalten in Kombination mit einem speziellen Brückenlager sorgt für die Schonung der Elektronik.

Weitere Projekte befinden sich in der Planung: "Doch Details werden noch nicht verraten!", ergänzt Roland Kastner, Geschäftbereichsleiter Verkehr bei Pfleiderer Europoles.

Auf einer computergesteuerten Korbschweißmaschine werden die Armierungskörbe hergestellt. Der fertige Korb wird in die untere Hälfte einer Form aus Stahl eingelegt. Nach der Anbringung von spezifischen Einbauteilen in die Armierung, werden die Spannstähle eingezogen, an beiden Enden der Form in Spannköpfen verankert und leicht vorgespannt.

Nach dem Einfüllen des hochfesten Betons (C80/95) wird die Form geschlossen und die beiden Formhälften verschraubt. Die Spannstähle werden jetzt gegen die Form auf ihre endgültige Spannung gebracht. Die gesamte Form wird danach auf die Schleuderanlage gebracht und der eigentliche Schleuderprozess beginnt.

Ein Elektromotor lässt den Beton in der Schalung rund zehn Minuten mit etwa 600 Umdrehungen pro Minute rotieren, so dass der Frischbeton mit einer 20fachen Erdbeschleunigung an die Schalwandung gepresst wird. Durch die Zentrifugalkräfte entsteht im Inneren ein Hohlraum. Nach dem Schleuderprozess ruhen die Betonteile in der Form und werden nach dem Erreichen der Umspannfestigkeit entschalt. Durch das spezielle Verfahren wird eine hohe Druckfestigkeit bei sehr geringen Querschnitten erzielt. Gleichzeitig entsteht eine sichtlich porenfreie Oberfläche.

Als einer der Marktführer in Europa produziert Pfleiderer Europoles an drei Standorten in Deutschland (neben Neumarkt noch in Dinkelsbühl und Regensburg) Maste, Stützen und Türme aus Beton, Stahl und glasfaserverstärktem Kunststoff für vielfältigste Anwendungsmöglichkeiten. Das Produkt- und Dienstleistungsspektrum umfasst Masten und Türme für Beleuchtung, Energietransport, Werbung und Telekommunikation.
05.05.06
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