Eltern mit Messer bedroht

NEUMARKT. Ein 18 Jahre alter lebensmüder Neumarkter lieferte sich in und um München eine spektakuläre Verfolgungsjagd, bei der etliche Polizeiautos beschädigt wurden. Zuvor hatte er seine Eltern im Landkreis Neumarkt mit einem Messer bedroht. Während seiner Flucht hatte er die ganze Zeit seine elfjährige Schwester auf dem Beifahrersitz ! Das Kind blieb unverletzt.

Am Freitag kam es am Vormittag im Landkreis Neumarkt zu einem Streit zwischen dem 18jährigen Handwerker und seinen Eltern. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung zog der Sohn ein Messer und bedrohte damit seine Mutter und seinen Vater. Er drohte, nach München fahren und sich umbringen zu wollen.

Anschließend nahm er dem Vater den Autoschlüssel seines Toyota Corolla ab und fuhr mit dem Wagen zusammen mit seiner elfjährigen Schwester und dem Schäferhundmischling der Familie weg. Die Eltern verständigten daraufhin die Polizei in Neumarkt, die wiederum das Polizeipräsidium München informierte.

Gegen 18 Uhr entdeckte eine Zivilstreife im Rahmen der eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen das gesuchte Auto in der Münchner Leopoldstraße auf Höhe der Domagkstraße. Der junge Mann saß hinter dem Steuer, hupte ständig und hielt sich ein Messer an die Brust. Eine Bedrohung gegenüber seiner Schwester fand offenbar nicht statt.

Da das Fahrzeug versperrt war und sich der Fahrer weigerte auszusteigen, ließen die Polizeibeamten die Luft aus den Autoreifen, um eine weitere Flucht zu unterbinden. Dennoch fuhr der psychisch auffällige Mann mit dem Wagen weiter - zunächst in Richtung Schwabing, dann wieder stadtauswärts.

Mehrere zur Verstärkung gerufene Streifenwagen fuhren dem Flüchtigen hinterher. An der Stadtgrenze umfuhr der Neumarkter eine eingerichtete Absperrung, indem er auf den Fahrstreifen des Gegenverkehrs auswich. In Oberschleißheim bog er nach links auf die B 471 in Richtung Dachau ab. Dann versperrte ein Streifenwagen der Verkehrspolizeiinspektion Erding, das sich ebenfalls an der Fahndung beteiligte, die Fahrbahn. Der Flüchtende streifte den Dienstwagen (Schaden rund 500 Euro) beim Vorbeifahren und setzte seine Fahrt fort.

Anschließend versuchte ein weiterer Streifenwagen der Polizeiinspektion Giesing bereits im Landkreis Dachau den Fluchtwagen zu stoppen, indem er sich vor ihn setzte und ihn herunterbremste. Dabei prallte der 18jährige Neumarkter mit seinem Toyota mehrmals gegen das Heck des vorausfahrenden Dienstfahrzeugs (Schaden rund 6.000 Euro).

Auf Höhe des Kreisverkehrs (Kopernikusstraße) in Dachau kam es zu einer nochmaligen Kollision mit dem Dienstwagen der Polizeiinspektion Giesing und dem Flüchtenden, wobei auch ein Streifenwagen der Münchner Verkehrsüberwachung beschädigt wurde (Schaden rund 5.000 Euro). Der Toyota (Schaden rund 5.000 Euro) prallte noch gegen ein Verkehrszeichen und fuhr dann nach rechts in ein Feld, wo er ausrollte. Hier ließ sich der junge Mann widerstandslos festnehmen.

Während der Fahrt und bei den Zusammenstößen wurde niemand verletzt. Ob unbeteiligte Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden, bedarf weiterer Ermittlungen, hieß es von der Polizei. Das Motiv für die Tat liegt noch im Dunkeln.

Ein bei dem Neumarkter durchgeführter Drogenschnelltest verlief positiv, woraufhin eine Blutentnahme im Institut für Rechtsmedizin durchgeführt wurde. Sein Führerschein wurde sichergestellt und wird an die Staatsanwaltschaft München I weitergeleitet. Anschließend wurde der Neumarkter wegen Fremd- und Selbstgefahr in ein Münchner Krankenhaus eingewiesen.

Der Toyota wurde als Beweismittel sichergestellt und in die Polizeiverwahrstelle des Polizeipräsidiums München gebracht. Im Fluchtauto wurden geringe Mengen von Marihuana gefunden. Bei einer durchgeführten Wohnungsdurchsuchung konnten weitere Betäubungsmittel sichergestellt werden.

Die elfjährige Schwester des Tatverdächtigen, die die ganze Zeit als Beifahrerin mit im Fahrzeug saß, wurde zunächst auf der Polizeiinspektion 15 (Oberschleißheim) vom Krisen-Interventions-Team (KIT) betreut. Anschließend wurde sie in die Obhut der Eltern gebracht. Sie blieb körperlich gänzlich unverletzt, hieß es von der Polizei.

Ob das Kind von seinem Bruder entführt wurde oder ob es freiwillig mitfuhr, war am Samstag noch unklar.
07.01.06
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